Zwei Paar Füße schauen unter der Bettdecke hervor
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Wadenkrämpfe in der Nacht: Hilft Magnesium?

Zuletzt aktualisiert am: 09.05.2017 12:50:39

Wenn Wadenkrämpfe nachts den Schlaf rauben – hilft Magnesium?

Viele Menschen verschiedenen Alters schrecken nachts plötzlich aus dem Schlaf hoch, weil sie ein schmerzhafter Wadenkrampf geweckt hat. Schwangere Frauen und ältere Menschen sind besonders häufig von Wadenkrämpfen in der Nacht betroffen. Ist keine direkte Ursache wie eine neuromuskuläre Erkrankung oder auch ein Diabetes mellitus für dieses unangenehme Phänomen verantwortlich, könnte ein Magnesiummangel vorliegen.

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Auslöser von nächtlichen Wadenkrämpfen

Auch wenn die genaue Ursache der Wadenkrämpfe oft nicht ganz geklärt werden kann, kennt die Medizin verschiedene mögliche Auslöser. Dazu zählen:

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Magnesium als Therapieoption bei nächtlichen Wadenkrämpfen

Schreckt man nachts unvermittelt aufgrund einer Muskelstarre aus dem Schlaf, hat man meist mit einer Schmerzattacke in der Wade zu kämpfen, die minutenlang anhalten kann. Doch wie entsteht eigentlich ein Muskelkrampf? Wer sportlich aktiv ist oder gerade erst mit seinem Training beginnt, kennt das Symptom in der Regel: Infolge körperlicher Belastung verliert der Körper Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe, die das Nervensystem benötigt, um eine entspannte Muskelfunktion zu gewährleisten. Wer seinen Muskeln keine Ruhe gönnt oder ihnen als Untrainierter gleich zuviel zumutet, macht schnell Bekanntschaft mit schmerzhaften Mangelerscheinungen wie nächtlichen Wadenkrämpfen.

Doch nicht nur Sportler kennen Krampfepisoden. Ältere Menschen sind häufiger betroffen, weil ihre Muskelmasse mit den Jahren schwindet und sie zusätzlich ein erhöhtes Risiko haben, nicht genügend Flüssigkeit und Elektrolyte zu sich zu nehmen. Auch schwangere Frauen leiden eher an Magnesiummangel und sind daher öfter von Symptomen wie Wadenkrämpfe betroffen: Der Körper kämpft in der Schwangerschaft mit einer Umverteilung des Flüssigkeitsvolumens und hormonellen Einflüssen.

Nächtliche Wadenkrämpfe zählen zu den häufigsten Anzeichen für einen Mangel von Magnesium im gesamten Körper. Auch zum Vorbeugen von Muskelkrämpfen kann der Mineralstoff eingesetzt werden.

Worauf sollte man bei der Einnahme von Magnesium achten?

Wenn es darum geht, das richtige Produkt zu finden, hat man die Wahl zwischen den verschiedensten Darreichungsformen. Magnesiumpräparate sind u.a. erhältlich als Brausetabletten, Direktgranulate, Tabletten, Kapseln oder Dragees.

Bei wiederkehrenden Wadenkrämpfen ist es zum einen wichtig, auf eine ausreichend hohe Dosierung zu achten um die Magnesiumspeicher im Körper aufzufüllen. Um dies sicherzustellen, ist man mit Magnesiumprodukten aus der Apotheke auf der sicheren Seite. Hier bestehen strenge Prüfkriterien, die die Qualität der Präparate gewährleisten und die Apotheke kann Sie zum Präparat und der Dosierung beraten. Der durchschnittliche Tagesbedarf eines Erwachsenen liegt zwischen 300 und 400 Milligramm, kann jedoch durch bestimmte Umstände erhöht sein. Aufschluss über Ihren persönlichen Magnesiumbedarf erhalten Sie über unseren Magnesiumrechner

Und zum anderen ist ein wenig Geduld gefragt: Die Mineralstoffeinnahme ist keine Soforthilfe bei Wadenkrämpfen. Bis die Magnesiumspeicher des Körpers wieder aufgefüllt sind, müssen die Präparate über einen längeren Zeitraum von zwei bis drei Monaten eingenommen werden.

[Weiterlesen: Alles über die richtige Einnahme von Magnesium]

Erste Hilfe bei Wadenkrämpfen

Wachen Sie nachts plötzlich mit starken krampfartigen Schmerzen in der Wade auf, reagieren Sie schnell. Legen Sie sich auf den Rücken, fassen Sie den betroffenen Fuß an den Zehen und ziehen Sie die Zehen Richtung Schienbein, während Sie gleichzeitig versuchen, das Bein zu strecken. Mit diesem Manöver dehnen Sie die Wadenmuskulatur und lösen den Krampf. Alternativ können Sie sich dazu auch auf den Boden setzen. Im Stehen dehnen Sie die Muskulatur der Wade in dem Sie mit beiden Fußsohlen auf dem Boden verbleiben und sich nach vorne lehnen. Stützen Sie sich dabei an einer Wand oder einem Stuhl ab.

Tipp: Dank abendlicher Gymnastik krampflos durch die Nacht

Eine wirksame Methode zur Vorbeugung von nächtlichen Wadenkrämpfen sind spezielle Gymnastik- und Stretching-Übungen, die die Muskulatur der Waden und der hinteren Oberschenkel dehnt.

Vor dem Zubettgehen in Schrittstellung das jeweils hintere Bein etwa drei Minuten durchstrecken. Die Schwere der Krämpfe lässt so im Idealfall signifikant nach und ihre Häufigkeit nimmt ab.

In Kombination mit einem ausgeglichenen Wasser- und Elektrolythaushalt stehen die Chancen für ruhige Nächte gut. Legen Sie sich probeweise im Bett ein Kissen unter die Knie und vermeiden Sie es möglichst, mit gestreckten Zehen in der Spitzfußstellung zu schlafen. Auch ein warmes Bad kann helfen, die Waden zu entspannen.

Magnesium ist offizielles Mittel der Wahl bei Wadenkrämpfen

Bislang waren in Deutschland Chinin-Präparate mit dem Wirkstoff Chininsulfat zur Behandlung von Wadenkrämpfen rezeptfrei erhältlich. Seit dem 1. April 2015 ist dies nicht mehr der Fall. Aufgrund der erheblichen Nebenwirkungen, die der aus der Chinarinde gewonnene Wirkstoff verursachen kann (u.a. schwere Veränderungen im Blutbild, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen, Tinnitus, Hör- und Sehstörungen), erklärt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bei nächtlichen Wadenkrämpfen Chinin nur noch zum Mittel zweiter Wahl.

Das Institut weist auf die Leitlinie Crampi/Muskelkrampf der Deutsche Gesellschaft für Neurologie hin, welche Magnesium als Therapieempfehlung vor dem Einsatz von Chininsulfat empfehlen. Chinin-Präparate sind mittlerweile verschreibungspflichtig und kommen nach Empfehlung des BfArM nur noch in schweren Fällen zum Einsatz, wenn keine behandelbare Ursache der Wadenkrämpfe zu finden ist oder jene besonders häufig und schmerzhaft auftreten (Quelle). Daher kann der Wirkstoff Chininsulfat nicht mehr als empfehlenswerte Alternative zu Magnesium angeführt werden.

Was sagen Studien zur Anwendung von Magnesium bei Wadenkrämpfen in der Nacht?

Die gemeinnützige Cochrane Collaboration, die sich für unabhängige Patienteninformation einsetzt, hat in einer Untersuchung verschiedene medizinische Studien ausgewertet, die sich mit der Effizienz der Therapie mit Magnesium beschäftigen.

Die relativ eingeschränkte Datenlage der untersuchten Studien reduziert leider die Qualität der Studienergebnisse. Hier sind weitere Untersuchungen erforderlich, um eine sichere Aussage bezüglich der Wirkung von Magnesium auf Muskelkrämpfe zu erhalten. Momentan bleibt Betroffenen daher nur die Möglichkeit, eine Behandlung mit Magnesium auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu machen.

Vier Studien untersuchten insgesamt 322 Probanden, bestehend aus älteren Erwachsenen ohne neuromuskuläre Grunderkrankung. Die Ergebnisse legen nahe, dass außerhalb einer Schwangerschaft keine zuverlässige Wirkung durch die Einnahme von Magnesium zu erwarten ist. Studien mit schwangeren Probanden ergaben unterschiedliche Ergebnisse. Einmal war eine Wirksamkeit der Magnesiumtherapie zu erkennen, andere Male nicht. Generell wird die Behandlung gut vertragen und unerwünschte Nebenwirkungen sind, bis auf weichen Stuhlgang, nicht zu erwarten.

Quellen

  • Norbert Enders, Enders Handbuch Homöopathie: Gesundheit für Sie und Ihre Familie, Georg Thieme Verlag, 2007
  • Young. Leg cramps. BMJ clinical evidence, vol. 2015
  • Garrison SR, Allan GM, Sekhon RK, Musini VM, Khan KM. Magnesium for skeletal muscle cramps. Cochrane Database of Systematic Reviews 2012, Issue 9. Art. No.: CD009402. DOI: 10.1002/14651858.CD009402.pub2
  • http://www.welt.de/gesundheit/article123913224/Wenn-Kraempfe-nachts-die-Wade-plagen.html
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