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Magnesium als Therapieoption bei Fibromyalgie?

Zuletzt aktualisiert am: 15.09.2017 12:08:28

Das Fibromyalgiesyndrom ist ein relativ neues Krankheitsbild. Lange war es nicht als eigenständige Erkrankung anerkannt. Wissenschaftler sind weiterhin auf der Suche nach den genauen Ursachen und erforschen, welche Medikamente den Betroffenen helfen können. Die Zahl der Menschen, die am Fibromyalgiesyndrom leiden, nimmt zu. Viele von ihnen versuchen, die quälenden Symptome durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zu lindern. Besonders in den Mittelpunkt ist hier das Magnesium gerückt. Mediziner untersuchen, ob das lebenswichtige Mineral einen Baustein der Therapie des Fibromyalgiesyndroms darstellen kann.

Fibromyalgie: Was hinter der mysteriösen Erkrankung steckt

Fibromyalgie bedeutet auf Deutsch wörtlich Faser-Muskel-Schmerz. Ärzte ordnen die Erkrankung bei den chronisch rheumatischen Krankheiten ein. Das Syndrom drückt sich durch viele unterschiedliche Symptome aus und ist daher für Patienten wie für die Ärzte schwer greifbar. Viele Patienten leiden über viele Jahre an Schmerzen, bevor sie die richtige Diagnose erhalten. Durchschnittlich dauert diese Phase der Ungewissheit über zwei Jahre an.

Kernsymptome der Fibromyalgie:

  • Chronisch wechselnde Schmerzen an verschiedenen Körperstellen
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Anhaltende Schlafstörungen
  • Depressive Störungen

Oftmals kommt es außerdem zu Nebensymptomen der Erkrankung, weil das vegetative Nervensystem aus dem Gleichgewicht geraten kann. Dazu zählen etwa Kopfschmerzen, Migräne, Muskelkrämpfe, das Restless-Leg-Syndrom, Reizmagen, Beschwerden in Darm und Blase, Herzrasen, Schwindel und Atemnot. Viele Patienten berichten außerdem von beklemmenden Angstzuständen, die wiederum die Schmerzen zu steigern scheinen.

Aufgrund der vielfältigen Symptome, deren Ursache nicht eindeutig geklärt ist, sprechen Ärzte bei Fibromyalgie von einem Syndrom. Laut statistischen Untersuchungen sind in Deutschland bis zu 90 Prozent der Betroffenen weiblich. Circa 4 Millionen Erkrankungen sind bekannt.

Der Schmerz kommt aus dem Nervensystem

Patienten mit Fibromyalgie spüren die Schmerzen in den Muskeln und anderen Weichteilen des Bewegungsapparates, wobei an diesen Stellen keine Entzündung vorliegt. Die Schmerzen können von Muskelsteifheit und einer wiederkehrenden Schwäche begleitet werden.

Die Symptome entstehen auf der Basis einer Störung der Weiterleitung von Nervenreizen im Organismus: Die Schmerzschwelle ist zu niedrig und die Muskulatur ist übererregbar, da aus Schmerzrezeptoren zu viele Botenstoffe austreten. Eine Entzündung des jeweiligen Nervens ist die Folge. Patienten, die am Fibromyalgiesyndrom leiden, empfinden so schon leichte Reize als deutliche Schmerzen.

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Wie der Arzt dem Fibromyalgiesyndrom auf die Spur kommt

Die Symptome der Erkrankung unterscheiden sich von Patient zu Patient. Da die Fibromyalgie mit keiner der gängigen Untersuchungsmethoden wie dem Ultraschall, dem Röntgen, der Magnetresonanztomografie oder auch mit Laboruntersuchungen direkt diagnostiziert werden kann, warten viele Patienten lange auf ihre Diagnose.

Hat der Arzt bereits den Verdacht auf das Syndrom, kann er durch das Drücken auf typische Schmerzpunkte (Tenderpoints) Schmerzen an Muskeln und den Ansätzen von Sehnen provozieren. Zusätzlich empfehlen die offiziellen Leitlinien der Deutschen Schmerzgesellschaft das Anlegen einer subjektiven Schmerzskala durch den Patienten, die Abklärung der einzelnen Symptome durch den behandelnden Arzt, eine ausführliche Aufnahme der Patientengeschichte (Anamnese) inklusive aller jemals verordneten und eingenommenen Medikamente.

Auch dem körperlichen Untersuchungsbefund kommt eine große Bedeutung zu. Er ist erst komplett, wenn er auch die Haut, das gesamte Nervensystem sowie speziell den orthopädischen Untersuchungsbefund einschließt.

Laboruntersuchungen können andere Diagnosen ausschließen

Um sicherzugehen, dass keine andere entzündliche Erkrankung, wie Rheuma oder auch eine Muskelerkrankung hinter den Beschwerden steckt, kann der Arzt eine Blutuntersuchung durchführen. Bleiben die Ergebnisse unauffällig, während bei dem Patienten ein typisches Beschwerdebild vorliegt, kann die Diagnose Fibromyalgiesyndrom gestellt werden. Weitere Untersuchungen sind nicht angezeigt.

Medikamente aus der Schulmedizin

Immer abgestimmt auf die jeweiligen Symptome erhalten Patienten mit Fibromyalgie Medikamente wie zum Beispiel Schmerzmittel, Antidepressiva oder Wirkstoffe, die die Muskulatur entspannen. Nun kommt hier auch das Magnesium ins Spiel. Wissenschaftliche Studien untersuchen, ob das Mineral in hoher Dosis eingenommen den Betroffenen helfen kann.

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Magnesium und Fibryomyalgie

Magnesium ist ein Element mit vielen verschiedenen Aufgaben im menschlichen Organismus. So kann auch ein Mangel an dem Mineral diverse Beschwerden auslösen. Wissenschaftler bemerkten, dass diese Beschwerden den Symptomen des Fibromyalgiesyndroms erstaunlich stark ähnelten.

Übereinstimmende Symptome bei Magnesiummangel und Fibromyalgie:

  • Innere Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Erschöpfung
  • Schwindel
  • Muskelkrämpfe
  • depressive Störungen
  • Angstzustände
  • Herzrhythmusstörungen
  • Magen- und Darmbeschwerden

Da Untersuchungen gezeigt haben, dass viele Menschen täglich zu wenig Magnesium mit der Nahrung zu sich nehmen, trifft dies rein rechnerisch auch auf viele Patienten mit dem Fibromyalgiesyndrom zu. Ein Behandlungsversuch mit dem lebenswichtigen Mineral lag also nahe.

Studienlage zur Therapie der Fibromyalgie mit Magnesium

Wissenschaftler der Universitätsklinik Istanbul führten eine bekannte Studie an Patienten mit Fibromyalgie durch. Sie behandelten 60 Patientinnen in drei verschiedenen Gruppen. Alle Probandinnen zeigten vor Beginn der Behandlung einen erniedrigten Magnesiumspiegel im Blut. Die erste Gruppe erhielt über acht Wochen jeden Tag 300 Milligramm Magnesiumcitrat, der zweiten Gruppe verabreichten die Mediziner täglich 10 Milligramm Amitriptylin (ein Antidepressivum, das auch bei chronischen Schmerzen eingesetzt wird) und die dritte Gruppe erhielt beide Medikamente in Kombination.

Was die Studie ergab

Die Wirkung der Therapie kontrollierten die Wissenschaftler mithilfe der sogenannten Tenderpoints sowie einem standardisierten Fragebogen zu den körperlichen und psychischen Symptomen. Patientinnen, die während der Studie Magnesium erhalten hatten, fühlten hinterher deutlich weniger Schmerzen an den Druckpunkten. Auch die Auswertung der Fragebögen fiel positiver aus.

Frauen, die Amitriptylin eingenommen hatten, konnten keine vergleichbare Besserung ihrer Beschwerden beobachten. Am besten ging es nach den acht Wochen der Gruppe, die sowohl Magnesium als auch das Antidepressivum von den Wissenschaftlern erhalten hatte.

Laboruntersuchungen an den Probandinnen zeigten, dass weniger Botenstoffe freigesetzt wurden, die die Schmerzen zuvor verursachten. Die Autoren der Studie gelangten so zu dem Ergebnis, das eine Therapie mit Magnesium die Symptome eines Fibromyalgiesyndroms lindern kann, wenn ein Magnesiummangel vorliegt.

Eine Studie aus den USA erbrachte dagegen keine Besserung der Symptome des Fibromyalgiesyndroms bei einer Gruppe von Patienten, die nicht explizit an Magnesiummangel litt.

Die Dosis macht's

Wer an einer Fibromyalgie leidet, probiert sicherlich viele Dinge, um seine quälenden Schmerzen zu lindern. Fällt die Wahl auf Magnesium, gibt es einige wichtige Punkte zu beachten. Mediziner warnen vor einer Unterdosierung des Minerals. Für einen ersten Therapieversuch sollte der Patient Magnesium über mindestens vier, besser über sechs Wochen einnehmen. 300 Milligramm ist die empfohlene Tagesdosis, die in Form von einem gut löslichen Magnesiumsalz optimal vom Körper aufgenommen werden kann.

Das Aufteilen der Tagesdosis über den Tag hat sich bewährt. Hat der behandelnde Arzt bereits ein Mangel an Magnesium nachgewiesen, liegt die empfohlene Tagesdosis bei 500 Milligramm Magnesium. Noch höhere Dosen sollten nur von einem Mediziner angeordnet sein. Eventuell werden hier Kontrollen der Funktion der Nieren und des Herzens erforderlich. In niedriger Dosis ist Magnesium gut verträglich und kann über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen werden. Die häufigste Nebenwirkung ist das Auftreten eines breiigen Stuhlgangs bis hin zu Durchfällen.

Quellen:

  • Oliver Ploss; Naturheilkunde bei muskulären und neuromuskulären Erkrankungen: Fibromyalgie, (Spät-)Borreliose, Restless-legs-Syndrom, Polyneuropathie; Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2010
  • Leitlinie Fibromyalgiesyndrom. AWMF-online. Nr. 145/004 (2017) (http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/145-004.html)
  • Bagis S, Karabiber M, AS I, et al., Is magnesium citrate treatment effective on pain, clinical parameters and functional status in patients with fibromyalgia? Rheumatol Int 2012; Jan 22
  • Voogd E, The use of intravenous magnesium for the treatment of fibromyalgia . Gender medicine, 2010, 7(5), 529
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