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Magnesium bei Pflanzen | Das sollten Sie beachten

Zuletzt aktualisiert am: 24.09.2019

Magnesium ist auch für Pflanzen ein essenzieller Nährstoff. Dem Magnesium kommt dabei eine ähnlich zentrale Stellung zu wie für den Menschen das Eisen: Im Blutfarbstoff Häm, der dem Hämoglobin seinen Namen gibt, ist Eisen das zentrale Atom. Im Chlorophyll, das für die Pflanze überlebensnotwendig ist und das ähnlich wie das Häm aufgebaut ist, befindet sich stattdessen Magnesium an zentraler Stelle. Daher wirkt sich ein Magnesiummangel bei Pflanzen besonders stark auf die Fotosynthese aus, die den Pflanzen das Überleben sichert. Überversorgungen sind dagegen weitaus seltener.

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Magnesium in Pflanzen

Pflanzen nehmen Magnesium über die Wurzeln auf. Etwa sechs Prozent des vorhandenen Magnesiums in Pflanzen werden im Chlorophyll gebunden. Kommt es zu einer Mangelsituation, wird Magnesium von den älteren Blättern zu den jüngeren Blättern transportiert, also umverteilt. Innerhalb der Pflanze sorgt Magnesium für die Stabilität von Zellmembranen, ist ein wichtiger Bestandteil des Nukleinsäuremechanismus und ein Kofaktor für zahlreiche Enzyme. Überschüssiges Magnesium in den Pflanzen wird in bläschenartigen Zellorganellen (Vakuolen) gespeichert.

Besonders hohe Magnesiumgehalte finden sich in Seetang, Weizenkeimen, Weizen- oder Haferflocken, Hirse, weißen Bohnen (Soja etc.), Kernen und Nüssen (Kürbiskernen, Mandeln, Erdnüsse). Mangold und Spinat weisen einen höheren Magnesiumgehalt auf als Kartoffeln, Erbsen oder grüne Bohnen.

Magnesiummangel bei Pflanzen

Fehlendes Magnesium zeigt sich in einer Abnahme der Fotosynthese und einer darauf folgenden Gelbfärbung des Blattes, wobei die Blattadern zunächst grün bleiben (Chlorose). Bei manchen Pflanzenarten zeigen sich rötliche Flecken. Es kann nicht ausreichend Chlorophyll gebildet werden, wenn das zentrale Magnesium-Ion fehlt. Dabei beginnt die Gelbfärbung bei den älteren Blättern und greift langsam auch auf die jüngeren Blätter über. Bleibt der Magnesiummangel bestehen, kommt es zu einer frühen Alterung der Pflanze: Blätter werden abgeworfen, die Früchte bleiben kleiner und werden holzig.

Besonders häufig kommt ein Magnesiummangel bei Pflanzen auf sauren, leichten Sandböden vor, wo Magnesium sehr leicht ausgewaschen werden kann. Auch ein Überangebot an Kalium, Phosphor und Stickstoff, z. B. durch konventionellen Dünger, kann dazu führen, dass weniger Magnesium für die Pflanzen zur Verfügung steht.

Im Gartenbau wird in der Folge mit Bittersalz (Magnesiumsulfat) oder Kalk behandelt, das das vorhandene Magnesiumdefizit bei den Pflanzen ausgleichen soll. Im Bio-Garten wird empfohlen, besonders nach ausgiebigen Regenfällen Kompost zu verteilen, der ausreichend Magnesium für die Pflanzen liefert.

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Die Wirkung von Magnesium als Dünger

Genau wie beim Menschen ist Magnesium auch für Pflanzen ein lebensnotwendiger Nährstoff. Das Mineral findet sich als zentrales Atom im Blattgrün, welches auch als Chlorophyll bezeichnet wird. Ein Mangel an Magnesium raubt der Pflanze sämtliche Energie. Wirkung von Magnesium bei Pflanzen:

  • Magnesium ist unentbehrlich für die Fotosynthese, weil es ein zentraler Baustein des Chlorophylls ist. Zwischen 10 bis 30 Prozent des Magnesiums sind im Chlorophyll der Pflanze gebunden.
  • Elementarer Baustein bei Stoffwechselvorgängen. Magnesium wird zur Bildung und Verwertung von Vitaminen, Kohlenhydraten und Eiweiß benötigt.

Ohne Magnesium leiden Pflanzen ebenso an Kraftlosigkeit wie Menschen. Deswegen kann eine Zufuhr von Magnesium im Dünger die Bodenqualität und damit auch Wachstum und Aussehen der Pflanzen massiv verbessern.

Der Magnesiumgehalt eines Bodens hängt davon ab, welches Ausgangsgestein seine Grundlage bildete. Es gibt deshalb von Natur aus magnesiumärmere und magnesiumreichere Bodenarten. Besonders leichte und saure Böden verfügen oft nicht über genügend vorhandenes pflanzenverfügbares Magnesium. Eine Zufuhr von Magnesium als Dünger kann dieses Defizit beheben. Bei tonreichen Böden hingegen ist der Magnesiumgehalt wieder höher.

Als Richtwert für eine optimale Magnesiumversorgung gilt bei leichten Böden 5 bis 9 Milligramm Magnesium je 100 Gramm Boden, bei mittleren Böden 8 bis 13 Milligramm und bei schweren Böden 11 bis 15 Milligramm.

Eine Düngung mit Magnesium kann zum Beispiel über das Ausbringen von magnesiumhaltigen Kalken erfolgen. Falls ein Boden extrem magnesiumbedürftig ist, empfiehlt sich eine Frühjahrsdüngung mit einem magnesiumsulfathaltigen Dünger. Dieser weist eine sehr gute Pflanzenverfügbarkeit auf und ist schnell wirksam.

Enthalten unsere Lebensmittel zu wenig Magnesium?

Enthalten unsere Ackerböden nicht genügend Magnesium, hat das zur Folge, dass auch die geernteten landwirtschaftlichen Produkte einen geringeren Mineralstoffgehalt aufweisen. Das gleiche gilt für Nutztiere: Magnesiumarme Futtermittel führen auch bei ihnen zu einem Nährstoffmangel. In der Folge enthält der organische Dünger, der aus tierischen Exkrementen gewonnen wird, nur mehr wenig Magnesium, dass er dem Boden zurückführen kann.

Unsere Lebensmittel enthalten also tatsächlich immer weniger Magnesium. Untersuchungen zeigten, dass sich die Magnesiumaufnahme aus der Nahrung eines Durchschnittsbürgers von Ende des 19. Jahrhunderts bis heute mehr als halbiert hat. Im nicht-ökologischen Landbau fehlen in Düngemitteln häufig wertvolle Nährstoffe, die in der Folge auch nicht in die Lebensmittel gelangen können.

Die Kalkung von Ackerflächen ist ein gutes Mittel, um dem Boden wieder mit Magnesium anzureichern. Auch magnesiumhaltige Mehrnährstoffdünger, wie sie in der ökologischen Landwirtschaft neben organischen Düngemitteln eingesetzt werden, erfüllen diesen Zweck.

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die Inhalte unseres Magnesium-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem Arzt oder Apotheker.