Rücken eines Mannes, der an Muskelschmerzen leidet
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Magnesium bei Muskelschmerzen | Das sollten Sie beachten

Jessica Kilonzo, Fachärztin
Zuletzt aktualisiert am: 02.09.2019
Dieser Text wurde nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern auf Richtigkeit überprüft.

Muskelschmerzen haben sehr vielfältige Ursachen. Sie äußern sich zudem auch auf sehr unterschiedliche Art und Weise. So werden zwischen akuten und chronischen Schmerzen unterschieden. Besonders Muskelkrämpfe werden häufig durch einen Magnesiummangel verursacht.

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Hilft Magnesium immer bei Muskelschmerzen?

Magnesium spielt zwar für den Stoffwechsel in den Muskelzellen eine sehr große Rolle, ist aber nicht für alle Beschwerden in den Muskeln verantwortlich. Bei plötzlich auftretenden Muskelkrämpfen kann jedoch häufig von einem Magnesiummangel ausgegangen werden. In diesen Fällen führt dann das Auffüllen der Magnesiumspeicher zur Linderung der Beschwerden. Wenn zwar ein Magnesiummangel nicht immer Ursache von Muskelschmerzen ist, kann aber ein vollständiger Heilungsprozess oder Behandlungserfolg auch bei anderen Muskelerkrankungen selbstverständlich nur bei einem ausgeglichenen Magnesiumspiegel stattfinden.

Mögliche Ursachen für Muskelschmerzen

  • Verspannungen
  • Muskelverletzungen
  • Infektionen
  • Muskelentzündungen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Erkrankungen des peripheren Nervensystems
  • Erbkrankheiten wie Muskelschwund
  • Medikamente und Giftstoffe
  • Magnesiummangel

Aus dieser Liste der möglichen Ursachen für Muskelbeschwerden wird schon ersichtlich, dass ein Magnesiummangel nur eine mögliche Ursache darstellt. Sollten die Muskelschmerzen jedoch krampfartig auftreten, kann die Einnahme von Magnesium hilfreich sein. Bei chronischen und starken Muskelschmerzen sowie häufigen Muskelkrämpfen sollte allerdings immer ein Arzt konsultiert werden, um die Ursache abzuklären, zumal ein Magnesiummangel auch im Rahmen einer schweren Erkrankung entstehen kann.

Obwohl es vielfältige Ursachen für Muskelschmerzen gibt, ist laut Ärzteblatt vom Dezember 2008 immer eine Übererregung der Nerven verantwortlich, die zu schmerzhaften Reizen in den Muskeln führen. Hier kommt Magnesium wieder ins Spiel, denn es dämpft die Erregung der Nervenendigungen und entspannt damit die Muskulatur.

Warum Muskeln Magnesium brauchen

Magnesium stabilisiert die Zellmembran, indem es dessen Durchlässigkeit für Kalium, Natrium und Kalzium in die Zelle verringert. Diese Mineralstoffe erhöhen unter anderem die Erregbarkeit der Nervenzellen. Bei deren ungebremsten Einstrom in die Zelle kommt es zur Übererregung der Nervenzellen, was dann zur krampfartigen Kontraktion der Muskulatur führt. Bei Verringerung der Membrandurchlässigkeit durch Magnesium können aber nicht mehr so viele Kalium-, Kalzium- und Natriumionen in die Zelle gelangen. Damit nimmt die Erregung der Nervenendigungen ab und die Muskulatur kann sich entspannen.

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Mangelbedingten Muskelschmerzen vorbeugen

Krampfartige Muskelbeschwerden deuten also oft auf einen Magnesiummangel hin. Um diesen Schmerzen vorzubeugen, muss der Magnesiumhaushalt im Körper ausgeglichen sein. Normalerweise ist der Magnesiumbedarf durch die tägliche Ernährung gedeckt, unter bestimmten Umständen kann der Bedarf jedoch erhöht sein.

Wie hoch ist der tägliche Bedarf an Magnesium?

Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) sowie der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) werden folgende Referenzwerte für den täglichen Magnesiumbedarf angegeben:

  • Frauen ab 25 Jahre - 300 mg
  • Männer ab 25 Jahre - 350 mg
  • Schwangere - 310 mg
  • Stillende - 390 mg
  • junge Männer und Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren - 400 mg

Wie macht sich ein Magnesiummangel bemerkbar?

Ein Magnesiummangel kann verschiedene Ursachen haben. Manchmal ist ein Ausgleich des Magnesiumhaushaltes nicht möglich (siehe auch: Wirkungen von Magnesium), dann kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Muskelkrämpfe
  • Muskelzuckungen
  • Schwindelgefühle
  • Durchfälle und Verstopfung
  • Herzklopfen
  • Reizbarkeit
  • innere Unruhe
  • Müdigkeit
  • Depressionen
  • Taubheitsgefühle an Händen und Füßen
  • Kopfschmerzen
  • Kreislaufbeschwerden

Wenn bereits Symptome durch Magnesiummangel bestehen, kann auch auf Magnesiumpräparate zurückgegriffen werden. Besonders bei schweren Mangelzuständen und Vorerkrankungen sollte aber mit dem Arzt die Anwendung magnesiumhaltiger Nahrungsergänzungsmittel abgesprochen werden. 

Fazit:

Magnesium gegen Krämpfe einzusetzen kann hilfreich sein, wenn diese durch einen Mangel hervogerufen werden. Aber auch bei Muskelschmerzen anderer Ursache ist ein ausgeglichener Magnesiumspiegel erforderlich, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Ein Magnesiummangel kann durch Magnesiumzufuhr in Form von magnesiumreichen Nahrungsmitteln oder zugelassenen Magnesiumpräparaten behoben werden. 

Vor der Einnahme von Magnesiumpräparaten sollte der Arzt jedoch abklären, ob tatsächlich ein Magnesiummangel vorliegt. Bei einem ausgeprägten Magnesiummangel braucht der Körper in der Regel einige Wochen, um seinen Magnesiumspiegel wieder aufzubauen. Wie schnell das geht, ist jedoch individuell unterschiedlich.

Weiterlesen

Quellen:

  • Garrison SR, Allan GM, Sekhon RK, Musini VM, Khan KM. Magnesium for skeletal muscle cramps. Cochrane Database of Systematic Reviews 2012, Issue 9. Art. No.: CD009402. DOI: 10.1002/14651858.CD009402.pub2
  • Young. Leg cramps. BMJ clinical evidence, vol. 2015

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