Rindfleisch als zinkhaltiges Lebensmittel
Mineralstofflexikon

Zink (Zinkmangel): Wirkung und Bedeutung des Mineralstoffs

Zuletzt aktualisiert am: 23.06.2017 10:15:35

Zink ist nach Eisen das zweitwichtigste Spurenelement des Körpers. Bis zu drei Gramm des Mineralstoff befinden sich in ihm. Zink reagiert mit 100 verschiedenen Enzymen und Hormonen. In der Umwelt findet sich Zink überwiegend in Erzen und begegnet uns als Rostschutz und in Batterien. Als Bestandteil der Ernährung sind tierische Lebensmittel sowie Nüsse und Hülsenfrüchte als gute Zinklieferanten zu nennen.

Welche Aufgaben hat Zink im Körper?

  • Bestandteil zahlreicher Enzyme
  • Wachstums- und Regenerationsprozesse (Wundheilung)
  • Stabilisierung von Zellmembranen
  • Aktivierung des Immunsystems
  • Wirksam gegen Viren und Bakterien
  • Antioxidative Eigenschaften
  • Unterstützt den Riech-, Schmeck-, Hör- und Sehvorgang
  • Beteiligt an der Bildung von Neurotransmittern
  • Entwicklung und Reifung von Spermien
  • Beteiligt an der Testosteronbildung
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Welche Mengen werden vom Körper benötigt?

Je nach Alter und Geschlecht benötigt unser Körper täglich 1 – 10 mg Zink. Die folgende Tabelle zeigt die empfohlene Zinkzufuhr nach D-A-CH-Empfehlung (laut DGE):

Alter Zinkbedarf in mg/Tag

Säuglinge

unter 4 Monate (Schätzwert)

1

4 bis 12 Monate

2

Kinder

bis unter 4 Jahre

3

4 bis unter 7 Jahre

5

Kinder 7 bis unter 10 Jahre

7

10 bis unter 13 Jahre

m: 9
w: 7

13 bis unter 15 Jahre

m: 9,5
w: 7

Jugendliche und Erwachsene

m: 10
w: 7

Schwangere

10

Stillende

11

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Wie verbreitet ist ein Zinkmangel?

Zink zählt zu den sogenannten „kritischen“ Wirkstoffen, das heißt weltweit und auch besonders in den Industrienationen besteht eine Unterversorgung, von der mindestens ein Drittel der Bevölkerung betroffen ist. In Vollkornprodukten und Pflanzenproteinen enthaltenes Zink kann vom Körper nur schlecht verwertet werden.

Wie kommt es zu einem Zinkmangel?

Zink wird überwiegend aus dem Darm aufgenommen, deshalb sind besonders Patienten mit Darmerkrankungen von einem Zinkmangel bedroht. Auch Patienten mit Leberkrankungen oder Diabetes können betroffen sein. Weiterhin können Arzneimittel eine Mangelsituation hervorrufen, beispielsweise Kortisonpräparate oder Mittel gegen Depressionen.

Welche Symptome und Risiken birgt ein Mangelzustand?

Bei einem Zinkmangel leidet besonders das Immunsystem. Mögliche Symptome eines Mangelzustandes sind:

  • Haarausfall
  • Fruchtbarkeitsstörungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Wachstumsverzögerungen
  • reduzierte Abwehrschwäche und Infektanfälligkeit

Die Wirkung von Zink auf die Haut

Zink kann die Minderung/Heilung einer Akne wirkungsvoll unterstützen. Es drosselt die Talgdrüsentätigkeit, fördert die Wundheilung und setzt die Entzündungsgefahr herab. Für eine sichtbare Besserung muss das zusätzliche Zink allerdings über einen längeren Zeitraum hinweg (3 bis 12 Monate) konsequent eingenommen werden. Auch bei Neurodermitis und Psoriasis (Schuppenflechte) kann eine Zink-Einnahme den Heilungsverlauf unterstützen.

Zink und die Sonne

14 Tage vor dem Sommerurlaub eingenommen, beugt Zink in Kombination mit Sonnencreme Sonnenbrand vor und schützt die Haut vor Entzündungen. Wenn die Sonne auf die Haut trifft, führt die UV-Strahlung zur Freisetzung von freien Radikalen in der Haut, die oxidative Zellschäden auslösen. Hier setzt das Spurenelement Zink ein. Es fängt freie Radikale ab.

Finger weg von Zinksalbe

In der Laienliteratur wird auch dazu geraten, zinkhaltige Salben oder Pasten bei einem Sonnenbrand auf die Haut aufzutragen. Dies ist mehr schädlich als nützlich. Zink wirkt nur in freier Form (als Ion) entzündungshemmend. Als Zinkoxid in halbfesten Zubereitungen als Paste oder Salbe hat es diese Wirkung nicht. In dieser Form kann als abdichtender „Verband“ wirken und das Abdunsten von (Entzündungs-)Wärme verhindern. Fettsalben und Pasten haben nach einem Sonnenbad oder -brand auf der Haut nichts zu suchen.

Zink und Erkältungen

Zinkionen wirken auf sehr unterschiedlichem Wege gegen Erkältungssymptome. Sie reduzieren lokale Entzündungsreaktionen, hemmen die Sekretbildung und die Vermehrung von Erkältungsviren (Rhinoviren). Zink-Lutschtabletten reduzieren die Erkältungsdauer um bis zu 40 Prozent, das haben finnische Forscher in einer Studie ermittelt. Wichtig ist, dass man mit der Zinkbehandlung innerhalb von 24 Stunden beginnt, nachdem die ersten typischen Anzeichen einer Erkältung auftauchen. Pro Tag sollten, auf mehrere Einzeldosen verteilt, etwa 15 mg Zink gelutscht werden.

Diese Lebensmittel sind reich an Zink

  • Rindfleisch und anderes rotes Fleisch
  • Cashewnüsse und Mandeln
  • Schalentiere
  • Hülsenfrüchte (z. B. Bohnen)

Ist eine Zink-Einnahme sinnvoll und welche Risiken bestehen?

Im Rahmen der Selbstmedikation kann eine Zinkeinnahme besonders zur Senkung der Infektanfälligkeit sinnvoll sein.

Weitere Erkrankungen, bei denen eine Zinkeinnahme sinnvoll sein kann:

  • ADHS
  • Altersbedingte Makuladegeneration (Augenerkrankung AMD)
  • Diabetes mellitus
  • Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Camphylobakterinfektionen)
  • Mundgeruch

Im Allgemeinen sind Zinkpräparate gut verträglich. Selten kann es zu leichten Magen-Darm-Beschwerden oder Geschmackstörungen kommen. Bei einer Überdosierung kann es zu Zahnverfärbungen kommen. Besonders Prothesenträger können hiervon betroffen sein.

Tipp: Am besten wirkt das Spurenelement, wenn es als Lutschtablette oder Gurgellösung verabreicht wird. Sollte Zink geschluckt werden, sollte die Einnahme auf nüchternen Magen, also etwa eine Stunde vor den Mahlzeiten erfolgen.

Welche Wechselwirkungen können auftreten?

Die Verwertung von Zink wird durch Phosphat, Eisen, Kupfer und Calcium behindert. Eine langfristige Einnahme von Zink in höherer Konzentration kann einen Kupfermangel verursachen. Achtung: Zink kann die Wirkung von einigen Antibiotika (Ofloxacin, Ciprofloxacin u.a.) vermindern.

Quellen:

  • Akhondzadeh S et al. Zinc sulfate as an adjunct to methylphenidate for the treatment of attention deficit hyperactivity disorder in children: a double blind and randomized trial. BMC Psychiatry 2004; 4: 1–6
  • Arnold LE, DiSilvestro RA. Zink in attentiondeficit/hyperactivity disorder. J Child Adolesc Psychopharmacol 2005; 15: 619–627
  • Bilici M et al. Double blind, placebo-controlled study of zinc sulfate in the treatment of attention deficit hyperactivity disorder. Prog in Neuropsychopharm & Biol Psychiat 2004; 28: 181–190
  • Gröber U. Interaktionen: Arzneimittel und Mikronährstoffe. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft; 2009
  • Toren P et al. Zinc deficiency in attention deficit hyperactivity disorder. Biol Psychiat 1996; 40: 1308–1310
  • Young A. R., Jonski G., Rölla G. (Faculty of Densitry, University of Oslo, Oslo, Norwegen): The oral anti-volatile sulphur compound effects of zinc salts and their stability contants, referiert von Bielenberg, Österreichische Apothekerzeitung, 21/2002
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