frische Tomaten mit viel Kalium
Mineralstofflexikon

Kalium (Kaliummangel): Wirkung und Bedeutung des Mineralstoffs

Zuletzt aktualisiert am: 23.06.2017 10:14:13

Neben Natrium und Chlorid zählt Kalium zu den lebensnotwendigen Mengenelementen. Es kommt zu 98 Prozent im Inneren und nur zu 2 Prozent außerhalb der Zellen vor. Frauen haben insgesamt etwa 100 Gramm Kalium, Männer etwa 150 Gramm im Körper. Wasserhaushalt – Muskeltätigkeit – Nervenleitung, so kann man kurz die wichtigen „Kernkompetenzen“ von Kalium beschreiben.

Welche Aufgaben hat Kalium im Körper?

Besonders wichtig ist Kalium für die Kontraktion der Muskulatur und die Leitfähigkeit am Herzen und in den Nerven. Es ist außerdem maßgeblich an der Regulation des Säure-Basen-Haushaltes und des Blutdrucks beteiligt.

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Welche Mengen werden vom Körper benötigt?

„Zur Prävention von Bluthochdruck und Schlaganfall scheint eine Kaliumzufuhr von 3.500 bis 4.700 mg pro Tag geeignet zu sein“, so die geänderten und aktuellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Für Kalium wird ein Schätzwert für eine angemessene Zufuhr für Frauen und Männer von 4.000 mg/Tag angegeben. Bei Stillenden beträgt der Schätzwert aufgrund eines erhöhten Bedarfs 4.400 mg/Tag. Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Referenzwerte der DGE.

Alter Kaliumbedarf in mg/Tag

Säuglinge

unter 4 Monate

400

4 bis 12 Monate

600

Kinder

bis unter 4 Jahre

1100

4 bis unter 7 Jahre

1300

7 bis unter 10 Jahre

2000

10 bis unter 13 Jahre

2900

13 bis unter 15 Jahre

3600

Jugendliche und Erwachsene

bis unter 19 Jahre

4000

19 bis unter 25 Jahre

4000

25 bis unter 51 Jahre

4000

51 bis unter 65 Jahre

4000

65 Jahre und älter

4000

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Wie verbreitet ist ein Kaliummangel?

Ein Kaliummangel durch eine verminderte Zufuhr ist sehr selten. Hingegen kann es bei einer vermehrten Ausscheidung zu Defiziten kommen. Dies kann der Fall sein bei:

  • starken Durchfällen
  • Missbrauch von Abführmitteln
  • Einnahme von bestimmten Entwässerungsmitteln (Diuretika)
  • zu hoher pH-Wert des Blutes (Alkalose)

Ein Kaliumüberschuss hingegen kann durch eine verminderte Nierenfunktion, Medikamente und einen verminderten pH-Wert des Blutes (Acidose) entstehen.

Wie kommt es zu einem Kaliummangel?

Häufige Ursache für einen Kaliummangel (Hypokaliämie) sind starke Kaliumverluste durch Unterernährung, Erbrechen, den Gebrauch von abführenden Mitteln, die Einnahme entwässernder Medikamente oder chronische Durchfälle. Auch eine Überfunktion der Nebennieren kann zu einem Mineralstoffdefizit führen.

Welche Symptome und Risiken birgt eine Kaliummangel?

Ein Kaliummangel beeinflusst vor allem das Nerven- und Muskelsystem negativ. Es kann zu Muskelschwäche, Lähmungen sowie schnellen Herzrhythmusstörungen (Tachykardie) kommen. Von einem Kaliummangel (Hypokaliämie) spricht man, wenn die Kaliumkonzentration im Blutserum niedriger als 3,5 Millimol pro Liter (mmol/l) ist.

In welchen Lebensmitteln ist Kalium enthalten?

  • Gemüse und Obst, ob frisch oder tiefgefroren
  • Besonders viel Kalium enthalten Aprikosen, Bananen, Karotten, Kohlrabi und Tomaten; noch höher ist der Kaliumgehalt dieser Lebensmittel in konzentrierter Form beispielsweise in Tomatenmark oder Trockenobst
  • auch Kartoffeln, Haselnüsse, Cashewkerne, Mandeln und Erdnüsse sowie Bitterschokolade und einige Mehlsorten wie Dinkel-, Roggen-, Buchweizenvollkornmehl haben einen hohen Kaliumgehalt

Ist eine Kaliumeinnahme sinnvoll und welche Risiken bestehen?

Über die Ernährung werden in der Regel nicht mehr als 5 bis 6 Gramm Kalium pro Tag zugeführt. Die Zufuhr über die Ernährung ist bei intakter Nierenfunktion unbedenklich. In kaliumhaltigen Arzneimitteln ist der Mineralstoff teilweise in großen Mengen enthalten. Die Einnahme von kaliumhaltigen (Mono-)Präparaten sollte daher nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Kombinationspräparate mit Vitaminen und Mineralstoffen enthalten Kalium nur in unbedenklichen Mengen.

Besonders in der Laienliteratur wird geraten, beispielsweise zur Basentherapie Gemüsesäfte einzusetzen. Im Bezug auf den Kaliumgehalt ist dies bedenklich. Nimmt man mit 1 Liter Gemüsesaft bis zu 6000 (!) mg Kalium auf. Hierdurch kann es schnell zu einem Kaliumüberschuss im Körper kommen.

Kaliumgehalt bei Gemüsesäften (pro 100 g):

  • Karottensaft: 270 mg
  • Rote-Rübe-Saft: 315 mg
  • Knollenselleriesaft: 300 mg
  • Kohlrabitrunk: 135 mg
  • Sauerkrautsaft: 270 mg
  • Tomatensaft: 220 mg
  • Gemüsemischsaft: >600 mg

Welche Wechselwirkungen können auftreten?

Wechselwirkungen mit Magnesium oder anderen Mineralstoffen sind nicht beschrieben. Folgende Arzneimittel sollten nicht oder nur nach Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker eingenommen werden:

  • kaliumsparende wassertreibende Mittel (kaliumsparende Diuretika)
  • Nebennierenrindenhormon aufhebende Substanzen (Aldosteronantagonisten)
  • bestimmte blutdrucksenkende Mittel (ACE-Hemmer)
  • nierenschädliche Arzneimittel wie bestimmte Schmerz- und Rheumamittel

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Ihr Matthias Bastigkeit, Fachdozent für Pharmakologie / Medizinjournalist