Fluoridhaltiges Wasser
Mineralstofflexikon

Fluor / Fluorid: Wirkung und Bedeutung des Mineralstoffs

Zuletzt aktualisiert am: 23.06.2017 10:15:09

Fluor in seiner reinen Form ist ein sehr giftiges Gas. In Zahncreme und fluoridiertem Salz ist jedoch nicht Fluor, sondern Fluorid enthalten. Auch Fluoride weisen eine gewisse Giftigkeit auf. Der Körper eines erwachsenen Menschen enthält etwa 2 bis 5 Gramm Fluorid. Über 95 Prozent des im Körper enthaltenen Fluorids sind allein in Zähnen und Knochen gebunden. Haut, Haare sowie Fuß- und Fingernägel speichern den restlichen Anteil.

Welche Aufgaben hat Fluorid im Körper?

Fluorid ist ein wichtiger Baustein des Körpers und maßgeblich an der Knochenbildung und -wachstum sowie an der Zahnhärtung beteiligt.

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Welche Mengen werden vom Körper benötigt?

Der tägliche Fluoridbedarf ist abhängig von Alter und Geschlecht:

  • Säuglinge: zwischen 0,25 bis 0,5 mg
  • Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre: zwischen 0,7 und 3,2 mg
  • Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren:
  • Frauen: 2,9 bis 3,1 mg
  • Männer: 3,2 bis 3,8 mg
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Wie verbreitet ist ein Fluoridmangel?

Viele Regionen Deutschlands sind Fluorid-Mangelgebiete, d.h., die Böden sind durch zahlreiche Faktoren an Fluorid verarmt und Obst und Gemüse enthalten daher nur geringe Mengen Fluorid. Dennoch ist ein krankhafter Mangelzustand beim Menschen nicht bekannt. Trinkwasser enthält im Durchschnitt etwa 0,3 Milligramm Fluorid pro Liter. Fluorid ist im Gegensatz zu Selen, Zink und anderen Spurenelementen nicht essentiell, das heißt, es wird vom Körper nicht zwingend benötigt.

Worin ist Fluorid enthalten?

Lebensmittel, die nennenswerte Mengen an Fluorid enthalten, sind zum Beispiel:

  • Ölsardinen
  • Hühnerfleisch
  • schwarzer Tee

Ist eine Flourideinnahme sinnvoll und welche Risiken bestehen?

Die tägliche Fluoridzufuhr über Trinkwasser und Nahrung reicht für einen sinnvollen Kariesschutz und zur Stärkung der Knochen nicht aus. Daher sollte man dem Körper zusätzliches Fluorid zuführen, zum Beispiel über: fluoridierte Mineralwässer, fluoridiertes Speisesalz, fluoridhaltige Zahnpasta, Fluoridgelee oder Lacke sowie Fluoridtabletten (nach Rücksprache mit dem Arzt).

Hierzu äußerte sich Prof. Karl Ernst von Mühlendahl vom Kinderhospital in Osnabrück gegenüber dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte wie folgt: „Die Tatsache, dass Unterversorgung mit Fluorid die Kariesentstehung begünstigt, ist vielfach belegt. Das Trinkwasser in Deutschland enthält vielerorts nicht ausreichend Fluorid, um die notwendige Versorgung sicherzustellen. Hier muss substituiert werden, zunächst mit Fluorid-Tabletten, im Laufe des weiteren Lebens mit fluorhaltigen Zahnpasten“. Für Säuglinge ist eine Fluoridgabe je nach der Menge im Trinkwasser sehr sinnvoll, ab dem 3. Lebensjahr meist entbehrlich. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Zahnarzt.

Eine tägliche Einnahme von bis zu 5 Milligramm (mg) Fluorid gilt bei Erwachsenen als unschädlich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nimmt zur Fluorideinnahme wie folgt Stellung: „Fluorid ist für den Menschen nicht lebensnotwendig. Dagegen kann ein Zuviel an Fluorid zu einem Gesundheitsrisiko werden.“ Die Mengen, ab denen Fluorid schädlich werden kann, liegen weit über den empfohlenen Dosen.

Quellen:

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Ihr Matthias Bastigkeit, Fachdozent für Pharmakologie / Medizinjournalist