Symbolbild: Frau leidet an Magnesiummangel
Symbolbild: Frau leidet an Magnesiummangel

Magnesiummangel: Wie Sie die Symptome erkennen und beheben

Zuletzt aktualisiert am: 30.08.2018
Dieser Text wurde nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern auf Richtigkeit überprüft.

Der Mineralstoff Magnesium ist für unseren Körper lebensnotwendig. Da unser Körper ihn nicht selber produzieren kann, muss er in ausreichender Menge über die Nahrung aufgenommen werden. Sonst kann ein Magnesiummangel auftreten, der sich zum Beispiel über die berüchtigten Wadenkrämpfe bemerkbar macht. Doch die Symptome sind vielfältig und nicht immer eindeutig zu erkennen. Alles wichtige über typische Anzeichen, häufige Ursachen und wie Sie einen Mangel beheben können, verrät Ihnen dieser Artikel.

Symptome bei Magnesiummangel
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Symptome bei Magnesiummangel: Erkennen Sie die Anzeichen

Magnesium ist ein wichtiger Baustein aller Lebewesen. Pflanzen benötigen Magnesium für die Photosynthese und auch der menschliche Körper ist zur Energiegewinnung auf den Mineralstoff angewiesen. Magnesium ist als Cofaktor an der Aktivität von mehr als 300 Enzymen in unserem Körper beteiligt und spielt eine wichtige Rolle bei vielen Stoffwechselprozessen. Eine gesundheitsbewusste Ernährung sollte daher stets eine ausgewogene Versorgung mit Spurenelementen und Mineralstoffen mit einbeziehen.

In der Realität ist ein Mangel an solchen essenziellen Stoffen jedoch gar nicht so selten: Die aktuelle „Nationale Verzehrsstudie II” des Max-Rubner-Instituts aus dem Jahr 2008 kam zu bemerkenswerten Ergebnissen, was das Thema Magnesium betrifft. Grundsätzlich nehmen die Deutschen im Durchschnitt über ihre Ernährung ausreichend Magnesium auf. Betrachtet man jedoch einzelne Altersgruppen, so zeigt sich, dass etwa ein Drittel aller Erwachsenen und mehr als die Hälfte der jungen Frauen zwischen 14 und 18 Jahren weniger Magnesium zu sich nehmen, als offiziell von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen. Doch was sind die Folgen einer andauernden Unterversorgung mit Magnesium?

Da der Mineralstoff eine wichtige Rolle bei der Erregungsleitung im Nervensystem einnimmt, zeigt sich ein Magnesiummangel am häufigsten in Form von Krämpfen. Es gibt aber noch zahlreiche weitere Symptome, die auftreten können.

Magnesiummangel: Symptome im Überblick

Diagnose: Wie wird ein Magnesiummangel getestet?

Diagnose: Wie wird ein Magnesiummangel getestet?

In der medizinischen Fachsprache wird ein Magnesiummangel auch Hypomagnesiämie genannt. Selbst für Fachärzte und -ärztinnen ist es oft nicht einfach, die Diagnose Hypomagnesiämie zu stellen, da sich ein Mineralstoffmangel durch eine Vielzahl an unterschiedlichen Symptomen bemerkbar machen kann. Bei Verdacht auf einen Magnesiummangel sollte daher immer eine gründliche Abklärung erfolgen, die bestehende Vorerkrankungen mit einbezieht.

Ein 70 Kilo schwerer Erwachsener hat etwa 25 Gramm Magnesium im Körper, nur ein ganz geringer Anteil – etwa ein Prozent davon – befindet sich im Blut. Das zellulär gebundene Magnesium findet sich zu 60 Prozent in den Knochen, der Rest in der Muskulatur und in den übrigen Körperzellen. Deshalb wird Magnesium auch als das „Knochen- und Muskelmineral” bezeichnet. 

Kann man Magnesiummangel im Blut testen?

Der größte Anteil an Magnesium, jener innerhalb der Zellen, wird bei einer Messung des Blutplasmaspiegels nicht erfasst. Rückschlüsse auf einen Magnesiummangel kann dieses Ergebnis daher nicht zuverlässig geben. Wenn die Magnesiumzufuhr unterhalb des täglichen individuellen Bedarfs liegt, wird aus den Magnesiumspeichern des Körpers (hauptsächlich Knochenzellen) Magnesium freigesetzt, um den Magnesiumspiegel im Blut konstant zu halten. Erst wenn aus diesen Speichern kein weiteres Magnesium mehr freigesetzt werden kann, sinkt auch der Magnesiumspiegel im Blut. Erst dann lässt sich ein Magnesiumdefizit über eine Messung des Blutspiegels feststellen. Zur Absicherung kann auch die Magnesiumausscheidung über den Urin bestimmt werden.

Muskeln, Gefäße, Herz, Nerven, Knochen, Nieren, die Verdauung, der weibliche Zyklus, die Psyche, der Schlaf und das Immunsystem: Alle Körperregionen können auf einen niedrigen Magnesiumspiegel reagieren. Es gibt zudem auch zahlreiche Hinweise darauf, dass ein Magnesiummangel in Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen wie Alzheimer, Diabetes und Bluthochdruck steht. Die Forschung sieht darin einen ernstzunehmenden Symptomkomplex und bemüht sich um die Entwicklung neuer Methoden, damit Magnesiummangel künftig im Labor effektiver getestet werden kann.

Allerdings reagieren Menschen individuell unterschiedlich auf einen Magnesiummangel – bei manchen Menschen treten etwa Symptome schneller in Erscheinung als bei anderen, und die Symptomatik kann sich von Fall zu Fall stark unterscheiden. Wichtig zu wissen: Die Ursachen eines Magnesiummangels führen meist erst Jahre oder Jahrzehnte später zu spürbaren Symptomen.

Ursachen: Risiken und Auslöser für Magnesiummangel
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Ursachen: Risiken und Auslöser für Magnesiummangel

Ein gesunder Erwachsener benötigt durchschnittlich zwischen 300 und 400 mg Magnesium täglich. Wer sich ausgewogen ernährt und viel magnesiumreiche Lebensmittel wie Gemüse, Vollkorngetreide und Nüsse zu sich nimmt, kann seinen Magnesiumbedarf in der Regel über die Nahrung abdecken. Bestimmte Faktoren und Lebenssituationen können den individuellen Bedarf jedoch erhöhen. Wird dies nicht beachtet, treten als erste Anzeichen häufig die klassischen Mangelsymptome Muskelschmerzen, (nächtliche) Wadenkrämpfe oder Lidflattern auf.

Ein Magnesiummangel kann eine ganze Reihe unterschiedlicher Ursachen haben, für die meisten davon – oft ernährungsbedingt – tragen wir jedoch selbst die Verantwortung. Manchmal entsteht ein Defizit allerdings auch durch Krankheit oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente. Bei wenigen Menschen ist Ursache genetisch bedingt. Da ein Magnesiummangel unangenehme Folgen haben kann, ist es wichtig, frühzeitig auf eine ausreichende Versorgung zu achten.

Typische Risikogruppen für Magnesiummangel

In vielen Fällen sind wir selbst dafür verantwortlich, wenn der Magnesiumspiegel aus dem Gleichgewicht gerät. Etwa, wenn wir zu wenig Magnesium über unsere Nahrung aufnehmen oder regelmäßig zu viel ausscheiden. Das ist zum Beispiel bei hohem Alkoholkonsum der Fall. Auch ungesunde, einseitige Ernährung ist ein häufiger Auslöser, ebenso der Gebrauch von Medikamenten und dauerhafter Stress.

Außerdem tragen bestimmte Krankheiten dazu bei, dass Magnesium verstärkt ausgeschieden oder nur unzureichend aufgenommen werden kann: Neben Diabetes gelten chronische Darmerkrankungen und hormonelle Störungen als Risikofaktoren für eine Unterversorgung mit Magnesium. Die wichtigsten Ursachen für Magnesiummangel im Detail erklärt der folgende Abschnitt.

1. Magnesiummangel durch ungesunde Ernährung

Unser täglicher Magnesiumbedarf wird über die Ernährung oftmals nicht ausreichend gedeckt. Hauptverantwortlich dafür sind moderne Ernährungsgewohnheiten, die häufig einseitig und unausgewogen sind. Industriell verarbeitete Lebensmittel bzw. Fertigprodukte haben gewöhnlich nur einen sehr geringen Magnesiumgehalt. Werden dazu auch noch wenig Gemüse und Vollkornprodukte verzehrt, kann dies einen Magnesiummangel begünstigen. Gerade in der Schwangerschaft ist ein ernährungsbedingter Magnesiummangel nicht selten, da der Bedarf an Spurenelementen wie Magnesium in dieser Zeit erhöht ist. 

2. Stress kann den Magnesiumspiegel senken

Stress erhöht die Adrenalinausschüttung. Was allerdings die wenigsten wissen: Stresshormone wie Adrenalin senken den Magnesiumspiegel. So gerät man bei Dauerstress schnell in einen Teufelskreis: Das „Anti-Stress-Mineral“ Magnesium wird übermäßig ausgeschieden und kann dem Stress nicht mehr gegensteuern. Unter Stress leidet auch die Regulation des Blutzuckerspiegels, die ebenfalls magnesiumabhängig ist – bei einem Mangel verstärkt sich dieser Effekt weiter.

3. Alkohol schwemmt Mineralstoffe aus dem Körper

Regelmäßiger Alkoholkonsum begünstigt einen Magnesiummangel. Schon ab 0,5 Promille entfaltet der Alkohol seine harntreibende Wirkung und schwemmt dadurch vermehrt Magnesium aus dem Körper. Mögliche Folgekrankheiten von Alkoholmissbrauch wie die Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) und die Leberzirrhose wirken sich ebenfalls negativ auf den Magnesiumhaushalt aus.

4. Erbrechen und Durchfall führen zu Magnesiumverlust

Durchfall und Erbrechen führen zu Elektrolytverlust – und somit auch zum Verlust von Magnesium. In der Regel regeneriert sich der Magnesiumhaushalt schnell wieder. Wer allerdings an chronischen Durchfällen leidet oder dauerhaft Abführmittel einnimmt, hat ein erhöhtes Risiko für ein Magnesiumdefizit. Es entsteht ein Teufelskreis: Der Missbrauch von Laxantien führt zu Magnesiummangel, bei dem wiederum die Verstopfung als klassisches Symptom auftritt. Wer dann abermals zu Abführmitteln greift, verstärkt den Kreislauf von Magnesiummangel und Verstopfung. Im Zweifel sollte bei länger anhaltenden Verdauungsproblemen daher immer eine ärztliche Beratung in Anspruch genommen werden.

5. Magnesiummangel durch Fasten, Diäten oder intravenöse Ernährung

Auch Unter- und Übergewicht können mit einem ernährungsbedingten Magnesiummangel in Zusammenhang stehen. Diäten mögen sinnvoll sein, um Übergewicht zu reduzieren – übertreiben sollte man dabei jedoch nicht, da die Gefahr besteht, durch die niedrige Kalorienzufuhr insgesamt zu wenig Nährstoffe und damit auch zu wenig Magnesium aufzunehmen. Bei manchen schweren Erkrankungen ist eine Nährstoffsubstitution über die Vene oder über eine Magensonde notwendig. Auch hier kann es aufgrund der Grunderkrankung zu Mangelerscheinungen kommen, daher erfolgt diese Art der Substitution immer unter ärztlicher Kontrolle.

6. Darmerkrankungen und Diabetes als Ursache für Magnesiummangel

Darmschäden, Darmresektion und chronische Darmkrankheiten wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Zöliakie und andere Störungen der Nährstoffaufnahme im Darm verursachen oft Magnesiummangel, da der Nährstoff nicht in ausreichender Menge aus dem Darm resorbiert werden kann. Eine schlechte Blutzuckereinstellung bei Diabetes-Erkrankten führt ebenfalls häufig zu Magnesiummangel, da damit eine verstärkte Ausscheidung über die Niere einhergeht. Weiters haben Störungen der Schilddrüsenfunktion, der Nierenfunktion, der Nebenschilddrüse und der Nebenniere Auswirkungen auf den Magnesiumhaushalt. Schließlich beeinflussen auch chronische Entzündungsprozesse die Versorgung mit Magnesium.

7. Magnesiummangel als Nebenwirkung von Medikamenten

Eine ganze Reihe von Medikamenten kann über unterschiedliche Mechanismen zu einem Mangel an Magnesium führen. Dazu gehören etwa:

  • Schleifendiuretika und Thiazide (Entwässerungsmittel), die Magnesium mit ausschwemmen
  • Abführmittel,
  • Kortisonpräparate,
  • Chemotherapeutika,
  • Immunsuppressiva,
  • einige Antibiotika,
  • hormonelle Verhütungsmittel

Für einige Medikamente, die lange im Verdacht standen, Magnesiummangel mit verursachen zu können, bestätigen neuere Studien dies zumindest bei Kurzzeiteinnahme eher nicht. So wurden etwa bei weniger als ein Jahr dauernder Einnahme von Protonenpumpenhemmern (Mittel zur Reduzierung der Magensäure) keine Auswirkungen auf den Magnesiumspiegel der untersuchten Studienteilnehmer festgestellt.

Behandlung: Magnesiummangel beheben

Behandlung: Wie lässt sich ein Magnesiummangel beheben?

Grundsätzlich kann der Körper Magnesium nicht selbst bilden, es muss über die Nahrung zugeführt werden. Magnesium ist essenziell wichtig für die Muskelarbeit (auch z. B. des Herzens). Im Nervensystem spielt es eine wichtige Rolle, es reguliert verschieden Vorgänge in Nervenzellen und bei der Erregungsleitung von der Nerven- zur Muskelzelle. Auch im Skelettknochen und in den Zähnen wird Magnesium gebunden, es sorgt dort für Stabilität.

Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Erwachsene empfohlene Zufuhr von Magnesium liegt bei 300 bis 400 Milligramm Magnesium pro Tag. Die Behandlung von Magnesiummangel sollte in erster Linie über eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung erfolgen.

Besonders reich an Magnesium sind zum Beispiel folgende Lebensmittel:

  • Sonnenblumenkerne
  • Mandeln
  • Sojabohnen
  • Reis
  • Haferflocken
  • Linsen
  • Mais

Es gibt aber auch Situationen, in denen mehr Magnesium verbraucht oder ausgeschieden wird. Sollte der individuelle Tagesbedarf nicht durch die Nahrungsaufnahme mit magnesiumreichen Lebensmitteln allein gedeckt werden können, besteht die Möglichkeit der Einnahme von Magnesium als Präparat, um einen Magnesiummangel zu beheben.

Die Einnahme ist grundsätzlich unabhängig von Mahlzeiten und Tageszeiten. Da aber vor allem Muskelkrämpfe gehäuft in der Nacht auftreten, wird von manchen Ärzten eine Einnahme vor dem Schlafengehen empfohlen. Dies steht in Zusammenhang mit dem Rhythmus des Magnesiumstoffwechsels: Unser Magnesiumspiegel unterliegt tageszeitlichen Schwankungen und ist nachts in der Regel niedriger als am Tag.

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