Symbolbild: Frau leidet an Magnesiummangel
Symbolbild: Frau leidet an Magnesiummangel

Magnesiummangel: Wie Sie die Symptome erkennen und beheben

Morgana Hack, Ärztin
Zuletzt aktualisiert am: 31.10.2019
Dieser Text wurde nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern auf Richtigkeit überprüft.

Ein Magnesiummangel bezeichnet eine verminderte Konzentration von Magnesium im Blut und macht sich zum Beispiel über die berüchtigten Wadenkrämpfe bemerkbar. Doch die Symptome sind vielfältig und nicht immer eindeutig zu erkennen. Alles wichtige über typische Anzeichen, häufige Ursachen und wie Sie ein Defizit über gezielte Magnesiumversorgung beheben können, verrät Ihnen unser Ratgeber.

Symptome bei Magnesiummangel
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Magnesiummangel erkennen: Wie bemerke ich ein Defizit?

Magnesium ist ein wichtiger Baustein aller Lebewesen. Pflanzen benötigen Magnesium für die Photosynthese und auch der menschliche Organismus ist zur Energiegewinnung auf den Mineralstoff angewiesen, der viele wichtige Aufgaben erfüllt. Magnesium ist als Cofaktor an der Aktivität von mehr als 300 Enzymen in unserem Körper beteiligt und spielt eine wichtige Rolle bei vielen Stoffwechselprozessen. Eine gesundheitsbewusste Ernährung sollte daher stets eine ausgewogene Versorgung mit Spurenelementen und Mineralstoffen mit einbeziehen.

In der Realität ist ein Mangel an solchen essenziellen Stoffen jedoch gar nicht so selten: Die aktuelle „Nationale Verzehrsstudie II” des Max-Rubner-Instituts aus dem Jahr 2008 kam zu bemerkenswerten Ergebnissen, was das Thema Magnesium betrifft. Grundsätzlich nehmen die Deutschen im Durchschnitt über ihre Ernährung ausreichend Magnesium auf. Betrachtet man jedoch einzelne Altersgruppen, so zeigt sich, dass etwa ein Drittel aller Erwachsenen und mehr als die Hälfte der jungen Frauen zwischen 14 und 18 Jahren weniger Magnesium zu sich nehmen, als offiziell von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen. Doch was sind die Folgen einer andauernden Unterversorgung mit Magnesium?

Da der Mineralstoff eine wichtige Rolle für vitale Muskeln spielt, zeigen sich die Symptome bei Magnesiummangel am häufigsten in Form von Krämpfen, aber auch über Müdigkeit und Erschöpfung. Es gibt aber noch zahlreiche weitere Beschwerden, die bei einem Defizit auftreten und sich auf das Wohlbefinden auswirken können.

Mögliche Symptome bei Magnesiummangel

  • Muskelkrämpfe (z.B. in den Waden)
  • Muskelzucken (Lidzucken)
  • Symptome der Psyche wie erhöhte Reizbarkeit, Fahrigkeit, innere Unruhe, Verwirrtheit, Konzentrationsschwäche, Benommenheit, Schwindel und Angstgefühle
  • Erschöpfung, Müdigkeit, Mattigkeit, Energielosigkeit, Schwäche
  • erhöhtes Schlafbedürfnis oder Schlaflosigkeit
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur
  • Kreuz- und Rückenschmerzen
  • Geräuschempfindlichkeit (Hyperakusis) und Ohrensausen (Tinnitus)
  • kalte Füße und Hände
  • Taubheitsgefühl in Armen und Beinen, Empfindungsstörungen wie Kribbeln
  • Herzklopfen, Herzrasen, Herzstolpern (Herzrhythmusstörungen)
  • Herzenge, Druck auf der Brust bis hin zu Angina Pectoris
  • Magenkrämpfe, Übelkeit, Appetitlosigkeit
  • Verstopfung, auch im Wechsel mit Durchfall
  • Regelschmerzen, verstärkte Menstruationsblutung, schmerzhafte Periodenkrämpfe
  • Bronchialkrämpfe mit Verstärkung von Asthma-Anfällen
  • Verstärkung allergischer Symptome
  • In der Schwangerschaft kann es neben der erhöhten Gefahr vorzeitiger Wehen zur Eklampsie kommen (EPH-Syndrom mit Wassereinlagerungen, Eiweiß im Urin und Bluthochdruck)
Diagnose: Wie wird ein Magnesiummangel getestet?

Diagnose: Wie wird ein Magnesiummangel getestet?

In der medizinischen Fachsprache wird ein Magnesiummangel auch Hypomagnesiämie genannt. Die Diagnose ist oft nicht einfach, da sich ein Mineralstoffmangel durch eine Vielzahl an unterschiedlichen Symptomen bemerkbar machen kann. Bei Verdacht sollte daher immer eine gründliche Abklärung erfolgen, die bestehende Vorerkrankungen mit einbezieht.

Ein 70 Kilo schwerer Erwachsener hat etwa 25 Gramm Magnesium im Körper, nur ein ganz geringer Anteil – etwa ein Prozent davon – befindet sich im Blut. Das zellulär gebundene Magnesium findet sich zu 60 Prozent in den Knochen, der Rest in der Muskulatur und in den übrigen Körperzellen. Deshalb wird Magnesium auch als das „Knochen- und Muskelmineral” bezeichnet. 

Kann man Magnesiummangel im Blut testen?

Der größte Anteil an Magnesium, jener innerhalb der Zellen, wird bei einer Messung des Blutplasmaspiegels nicht erfasst. Rückschlüsse auf einen Magnesiummangel kann dieses Ergebnis daher nicht zuverlässig geben. Wenn die Magnesiumzufuhr unterhalb des täglichen individuellen Bedarfs liegt, wird aus den Magnesiumspeichern des Körpers (hauptsächlich Knochenzellen) Magnesium freigesetzt, um den Magnesiumspiegel im Blut konstant zu halten. Erst wenn aus diesen Speichern kein weiteres Magnesium mehr freigesetzt werden kann, sinkt auch der Magnesiumspiegel im Blut. Erst dann lässt sich ein Magnesiumdefizit über eine Messung des Blutspiegels feststellen. Zur Absicherung kann auch die Magnesiumausscheidung über den Urin bestimmt werden.

Muskeln, Gefäße, Herz, Nerven, Knochen, Nieren, die Verdauung, der weibliche Zyklus, die Psyche, der Schlaf und das Immunsystem: Alle Körperregionen können auf einen niedrigen Magnesiumspiegel reagieren. Es gibt zudem auch zahlreiche Hinweise darauf, dass ein Magnesiummangel in Zusammenhang mit chronischen Krankheiten wie Alzheimer, Diabetes und Bluthochdruck steht. Die Forschung sieht darin einen ernstzunehmenden Symptomkomplex und bemüht sich um die Entwicklung neuer Methoden, damit ein Defizit künftig im Labor effektiver getestet werden kann.

Allerdings reagieren Menschen individuell unterschiedlich auf einen Magnesiummangel – bei manchen Menschen treten etwa Symptome schneller in Erscheinung als bei anderen, und die Symptomatik kann sich von Fall zu Fall stark unterscheiden. Wichtig zu wissen: Die Ursachen  führen meist erst Jahre oder Jahrzehnte später zu spürbaren Symptomen.

Ursachen: Risiken und Auslöser für Magnesiummangel
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Ursachen: Risiken und Auslöser für Magnesiummangel

Ein gesunder Erwachsener benötigt durchschnittlich zwischen 300 und 400 mg Magnesium täglich. Wer sich ausgewogen ernährt und viel magnesiumreiche Lebensmittel wie Gemüse, Vollkorngetreide und Nüsse zu sich nimmt, kann seinen Magnesiumbedarf in der Regel über die Nahrung abdecken. Bestimmte Faktoren und Lebenssituationen können den individuellen Bedarf jedoch erhöhen. Wird dies nicht beachtet, treten als erste Anzeichen häufig die klassischen Mangelsymptome Muskelschmerzen, (nächtliche) Wadenkrämpfe oder Lidflattern auf.

Ein Magnesiummangel kann eine ganze Reihe unterschiedlicher Ursachen haben, für die meisten davon – oft ernährungsbedingt – tragen wir jedoch selbst die Verantwortung. Manchmal entsteht ein Defizit allerdings auch durch Krankheit oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente. Bei wenigen Menschen ist Ursache genetisch bedingt. Aufgrund der unangenehmen Folgen eines Mangels ist es wichtig, frühzeitig auf eine ausreichende Versorgung zu achten.

Typische Risikogruppen für Magnesiummangel

  • Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 19 Jahren
  • ältere Menschen, vor allem wenn sie unter Diabetes (Zuckerkrankheit) leiden oder Entwässerungsmittel (Diuretika) einnehmen
  • Schwangerschaft, Stillzeit
  • Sportler
  • Personen, die schwer körperlich arbeiten
  • Personen, die dauerhaft unter Stress stehen
  • Alkoholiker

In vielen Fällen sind wir selbst dafür verantwortlich, wenn der Magnesiumspiegel aus dem Gleichgewicht gerät. Etwa, wenn wir zu wenig Magnesium über unsere Nahrung aufnehmen oder regelmäßig zu viel ausscheiden. Daher kommt auch der häufige Konsum von Alkohol als Ursache für Magnesiummangel infrage. Auch ungesunde Ernährung ist ein häufiger Auslöser, ebenso der Gebrauch von Medikamenten und dauerhafter Stress.

Außerdem tragen bestimmte Krankheiten dazu bei, dass Magnesium verstärkt ausgeschieden oder nur unzureichend aufgenommen werden kann: Neben Diabetes gelten chronische Darmerkrankungen und hormonelle Störungen als Risikofaktoren für eine Unterversorgung mit Magnesium.

Behandlung: Magnesiummangel beheben

Behandlung: Wie lässt sich ein Magnesiummangel beheben?

Grundsätzlich kann der Körper Magnesium nicht selbst bilden, es muss über die Nahrung zugeführt werden. Eine ausreichende Versorgung ist essenziell wichtig für die Muskelarbeit (z.B. auch Magnesium fürs Herz). Im Nervensystem spielt es eine wichtige Rolle, es reguliert verschieden Vorgänge in Nervenzellen und bei der Erregungsleitung von der Nerven- zur Muskelzelle. Auch im Skelettknochen und in den Zähnen wird Magnesium gebunden, es sorgt dort für Stabilität. Bei nachgewiesenem Magnesiummangel ist eine orale Magnesiumtherapie empfehlenswert.

Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Erwachsene empfohlene Zufuhr von Magnesium liegt bei 300 bis 400 Milligramm Magnesium pro Tag. Die Behandlung von Magnesiummangel sollte in erster Linie über eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung mit magnesiumhaltigen Lebensmitteln erfolgen.

Besonders reich an Magnesium sind zum Beispiel folgende Lebensmittel:

  • Sonnenblumenkerne
  • Mandeln
  • Sojabohnen
  • Reis
  • Haferflocken
  • Linsen
  • Mais

Es gibt aber auch Situationen, in denen mehr Magnesium verbraucht oder ausgeschieden wird. Sollte der individuelle Tagesbedarf nicht durch die Nahrungsaufnahme allein gedeckt werden können, besteht die Möglichkeit der Einnahme von Magnesium als Arznei- oder Nahrungsergänzungsmittel, um einen Magnesiummangel zu beheben. So ist zum Beispiel die Anwendung von Magnesium gegen Krämpfe ein beliebtes Mittel.

Die Einnahme von Magnesiumpräparaten ist grundsätzlich unabhängig von Mahlzeiten und Tageszeiten. Da aber vor allem Muskelkrämpfe gehäuft in der Nacht auftreten, wird von manchen Ärzten eine Einnahme vor dem Schlafengehen empfohlen. Dies steht in Zusammenhang mit dem Rhythmus des Magnesiumstoffwechsels: Unser Magnesiumspiegel unterliegt tageszeitlichen Schwankungen und ist nachts in der Regel niedriger als am Tag.

Weiterlesen

Quellen:

  • Bahtiri E, Islami H, Hoxha R, Gashi A, Thaçi K, Karakulak Ç, Thaçi S, Qorraj Bytyqi H. Proton pump inhibitor use for 12 months is not associated with changes in serum magnesium levels: a prospective open label comparative study. Turk J Gastroenterol. 2017
  • DiNicolantonio JJ, O'Keefe JH, Wilson W. Cardiac Dysrhythmias and Neurological Dysregulation: Manifestations of Profound Hypomagnesemia. Open Heart. 2018 Jan 13;5(1):e000668. doi: 10.1136/openhrt-2017-000668. eCollection 2018. Review.
  • DocCheck Flexikon, EPH-Syndrom: https://flexikon.doccheck.com/de/EPH-Syndrom (Abruf: 09.01.2019)
  • DocCheck Flexikon, Hypomagnesiämie: https://flexikon.doccheck.com/de/Hypomagnesiämie (Abruf 09.01.2019)
  • Healthy.Net. Magnesium the stress reliever: http://www.healthy.net/Health/Essay/Magnesium_The_Stress_Reliever/74 (Abruf: 09.01.2019)
  • Laborlexikon. Magnesium im Serum: http://www.laborlexikon.de/Lexikon/Infoframe/m/Magnesium_Serum.htm (Abruf: 09.01.2019)
  • Mawri S, Gildeh E, Joseph N, Rabbani B, Zweig B. Cardiac Dysrhythmias and Neurological Dysregulation: Manifestations of Profound Hypomagnesemia. Case Rep Cardiol. 2017;2017:6250312. doi: 10.1155/2017/6250312. Epub 2017 Jun 5.
  • Max Rubner-Institut (2008): Die nationale Verzehrstudie II
  • Nielsen FH. Magnesium deficiency and increased inflammation: current perspectives. Journal of Inflammation research. J Inflamm Res. 2018 Jan 18;11:25-34. doi: 10.2147/JIR.S136742. eCollection 2018. Review.

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