Frau betrachtet ihre Haut im Spiegel
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Anwendungsgebiete

Magnesium für die Haut – Wirkung, Nutzen und Anwendungsformen

Isabell Goyn, Gesundheitswissenschaftlerin
Zuletzt aktualisiert am: 14.11.2018
Dieser Text wurde nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern auf Richtigkeit überprüft.

Die Bedeutung von Magnesium für die Hautgesundheit, ein möglicher präventiver und therapeutischer Einsatz bei entzündlichen Hautkrankheiten sowie mögliche Applikationsformen werden von Fachleuten intensiv diskutiert. Unstrittig ist, dass Magnesium einen positiven Beitrag zur Verhinderung von Entzündungsprozessen leistet, die ein unreines Hautbild und viele Hautkrankheiten begünstigen. Ein ausreichend hoher Magnesiumspiegel trägt somit zur Verhinderung von entzündungsbedingten Dermatosen bei. In welchen Fällen es sinnvoll ist, Magnesium gezielt zur Behandlung von Hautkrankheiten einzusetzen, wie dies am besten erfolgen soll und welche Anwendungen nicht sinnvoll erscheinen, beleuchten wir im folgenden Beitrag.

Der Aufbau der menschlichen Haut
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Der Aufbau der menschlichen Haut – ein kurzer Überblick

Die menschliche Haut besteht aus mehreren Schichten, deren äußerste, die Oberhaut oder Epidermis, eine Barriere gegen jede Art von unerwünschten Eindringlingen bildet. Diese Schutzfunktion der Haut ist vielfältig und funktioniert in beide Richtungen: Sie verhindert nicht nur das Eindringen von Krankheitserregern und UV-Strahlung, sondern bewahrt auch vor Verlust von lebenswichtigen Bestandteilen des menschlichen Körpers, wie Proteinen, Elektrolyten und Flüssigkeit.

Das bedeutet aber nicht, dass sie eine unüberwindbare Schranke gegen jede Art von Stoffaustausch darstellt. Ganz im Gegenteil: Substanzen wie Sauerstoff und Kohlendioxid diffundieren problemlos durch die Epidermis, und das ist auch sinnvoll – auch wenn die Hautatmung beim Menschen nur für einen sehr geringen Teil des Gasaustausches verantwortlich ist. Andere Stoffe lassen sich so präparieren, dass die transdermale Aufnahme möglich wird – man denke nur an medizinische Applikationen wie Nikotin-, Hormon- oder Schmerzmittelpflaster, die eine langsame, kontinuierliche und schonende Abgabe von Wirkstoffen ermöglichen.

Welche Stoffe sind aber nun in der Lage, die Hautbarriere zu durchdringen, und welche nicht? Und wie sieht das konkret im Fall von Magnesium aus? Im Folgenden widmen wir uns dieser Frage etwas genauer.

Kann Magnesium die Hautbarriere durchdringen?

Können Mineralstoffe wie Magnesium überhaupt die Hautbarriere durchdringen?

Faktum ist: Mineralstoffe liegen im Körper in ionisierter Form – also als geladene Teilchen – vor. Dies ermöglicht ihnen den Transport durch die Zellmembran über spezialisierte Ionenkanäle, die aber in der Epidermis nicht vorhanden sind. Eine andere Art der Aufnahme in die Zelle ist nicht möglich, weil die beiden Lipidschichten der Zellmembran eine wasserabweisende Barriere bilden und die in wässriger Lösung vorhandenen Mineralstoffe somit abstoßen würden.

Man kann also davon ausgehen, dass transdermal zugeführtes Magnesium – in welcher Zubereitung auch immer – nicht ausreichend weit unter die Oberhaut gelangen kann, um direkt in die Hautzellen aufgenommen werden zu können. Der größte Anteil des im Körper vorhandenen Magnesium liegt in gebundener Form, also intrazellulär, vor. Das ergibt auch Sinn, da es nur so gezielte Wirkung entfalten kann. Das gilt selbstverständlich auch für die Haut – freies Magnesium wird hier kaum Wirkung zeigen.

Bemühungen und Versprechungen, Magnesium transdermal verfügbar zu machen, gibt es dennoch nicht wenige. Leider ist die Studienlage hierzu aber noch zu dünn, um solche Produkte empfehlen zu können. Am besten sollte der Magnesiumbedarf der Haut also über eine entsprechende Ernährung oder durch die Zufuhr von Magnesiumpräparaten gedeckt werden. Etwas anders sieht es aus, wenn die Hautbarriere durch eine Erkrankung oder Verletzung geschädigt ist, wie das bei entzündlichen Hautkrankheiten der Fall ist.

Hier ist die Studienlage etwas besser und es gibt eindeutige Hinweise darauf, dass Patienten und Patientinnen mit Neurodermitis oder Psoriasis von therapeutischen Bädern in Meerwasser mit hohem Salzgehalt profitieren. Als wohl bekanntestes Beispiel sei das Tote Meer genannt, in dessen Wasser zahlreiche Salzionen gelöst sind: vor allem Magnesium, Strontium und Selen. Die mittlerweile gut belegte Bindungsfähigkeit von Magnesiumionen an die Keratozyten der Haut ist unter anderem für die entzündungshemmende Wirkung dieser Balneotherapien verantwortlich.

  Mehr zum Thema: Mythos transdermale Anwendung: Warum Magnesium nicht unter die Haut geht

Wirkung von Magnesium auf die Haut

Wie der Mineralstoff Magnesium auf die Haut wirkt

Magnesium ist an sehr vielen Stoffwechselreaktionen beteiligt. An diesen Prozessen beteiligt sind oft andere Mineralstoffe, die in der Lage sind, ihre jeweilige Wirkung gegenseitig zu verstärken oder zu hemmen. Besonders Interaktionen mit Kalzium und Kalium spielen hier eine große Rolle.

Ein Kalziumüberschuss kann zu einem verminderten zellulären Angebot an Magnesium führen. In der Folge überwiegt die proinflammatorische Wirkung des Kalziums: Entzündungsprozesse werden begünstig, da die indirekt entzündungshemmende Wirkung des Magnesiums als Kalziumantagonist entfällt.

Diese Entzündungsprozesse des Körpers können sich auf unterschiedliche Art im Hautbild bemerkbar machen. So liegen vielen bekannten Hautkrankheiten entzündliche Prozesse zugrunde, dazu zählen etwa die atopische Dermatitis (Neurodermitis), Akne und Rosazea.

Es erscheint daher logisch, dass eine ausreichende Versorgung mit Magnesium Entzündungen vorbeugt und indirekt zu einem gesunden Hautbild beiträgt. In einer Studie des „American Journal of Clinical Nutrition” aus dem Jahr 2007 weisen Wissenschaftler auf die positive Wirkung von Magnesium auf Patienten mit Akne hin. Sie erklären dies mit der Reduzierung der Levels von E-Selektin- und C-reaktivem Protein im Blut, die beide an Entzündungsprozessen beteiligt sind.

Eine weitere dermatologische Wirkung des Magnesiums besteht in seiner Fähigkeit, in Verbindung mit bestimmten Enzymen antioxidative Prozesse zu fördern. Diese auch als Antioxidantien bezeichneten chemischen Verbindungen haben die Funktion, schädliche reaktive Sauerstoffpartikel, sogenannte „freie Radikale”, zu inaktivieren. Bei Magnesiummangel können diese freien Radikalen einen negativen Einfluss auf das Hautbild nehmen, indem sie den Alterungsprozess der Haut beschleunigen und Entzündungen provozieren – ein unreines Hautbild und die Entstehung von Falten sind die unerwünschten Folgen.

Magnesiummangel: Folgen für die Haut
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Magnesiummangel: Folgen für die Haut

Eine ausreichende Versorgung mit Magnesium kann helfen, die Entstehung und das Fortschreiten von entzündlichen Hautkrankheiten zu verzögern beziehungsweise zu lindern. Neben inflammatorischen Prozessen spielen bei fast allen dieser Erkrankungen aber auch genetische und/oder immunologische Faktoren eine Rolle. Eine unterstützende Zufuhr von Magnesium kann daher eine gute präventive Maßnahme sein, stellt aber keinesfalls eine ausschließliche Behandlungsoption dar. Im Zweifel sollte die Sinnhaftigkeit einer Magnesiumsubstitution immer mit einem Dermatologen abgeklärt werden. Hautkrankheiten, die durch einen Magnesiummangel begünstigt werden, sind unter anderem folgende:

  • Neurodermitis (atopische Dermatitis)
  • Akne
  • Rosazea
  • Psoriasis
  • trockene Haut, Juckreiz
  • Ekzeme unterschiedlicher Ursache
Magnesium für die Haut einsetzen

Magnesium für die Haut einsetzen

Um von dem Mineral Magnesium und seiner Wirkung auf die Haut zu profitieren, muss der Organismus hinreichend mit dem Nährstoff versorgt werden. Bei Frauen liegt der empfohlene tägliche Bedarf bei circa 300 mg, bei Männern bei 350 mg. Wer beispielsweise schweißtreibenden Sport treibt, schwanger ist oder bestimmte Medikamente einnimmt, hat jedoch einen höheren Aufnahmebedarf. Im Zweifelsfall sollte der individuelle Magnesiumbedarf daher mit einem Arzt abgeklärt werden. Herrscht kein erhöhter Bedarf vor, wird Magnesium am besten über eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung zugeführt, in Zeiten erhöhten Bedarfs stellen Nahrungsergänzungspräparate eine gute zusätzliche Magnesiumquelle dar. Besonders reich an diesem Mineralstoff sind beispielsweise folgende Nahrungsmittel:

  • Sonnenblumenkerne
  • Mandeln
  • Sojabohnen
  • Reis
  • Haferflocken
  • Linsen
  • Mais

  Mehr zum Thema: Magnesiumreiche Lebensmittel: Wie Sie den Magnesiumbedarf über ihre Ernährung decken

Vorsicht vor Magnesiummangel

Vorsicht vor Magnesiummangel

Wie eingangs erwähnt, hat Magnesium eine vielfältige Wirkung auf den Körper und ist an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt. Ein Mangel an diesem Mineralstoff macht sich mit sehr unterschiedlichen körperlichen Anzeichen bemerkbar – ein verändertes Hautbild stellt somit nur eines von vielen möglichen Symptomen dar. Weitere häufige Anzeichen für einen Magnesiummangel sind:

  • Wadenkrämpfe
  • Übelkeit
  • Muskelzuckungen
  • Kribbeln und/oder Taubheitsgefühl in den Extremitäten (besonders Finger, Füße)
  • innere Unruhe, Nervosität
  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit
  • Kopfschmerzen sowie Migräne
  • Schlafstörungen
  • Störungen des Herz-Kreislauf-Systems (Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen)
  • bei Schwangeren: Gebärmutterkontraktionen, vorzeitige Wehen

Eine hinreichende Versorgung des Organismus mit dem Nährstoff ist daher ratsam. Eine Überdosierung ist gewöhnlich unbedenklich, da bei Gesunden überschüssiges Magnesium über die Nieren ausgeschieden wird. Bei eingeschränkter Nierenfunktion sollte eine geplante zusätzliche Einnahme von Magnesium vorab mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

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