Frau mit Migräne probiert Magnesium und Massagen aus
Frau mit Migräne probiert Magnesium und Massagen aus
Anwendungsgebiete

Mit Magnesium Kopfschmerzen und Migräne bekämpfen

Morgana Hack, Ärztin
Zuletzt aktualisiert am: 27.08.2018
Dieser Text wurde nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern auf Richtigkeit überprüft.

Rund sechzig Prozent aller Deutschen leiden zumindest gelegentlich an Kopfschmerzen. Hier sind die sogenannten primären Kopfschmerzen gemeint, denen keine andere Erkrankung zugrunde liegt. Am häufigsten handelt es sich dabei um klassische Spannungskopfschmerzen oder um Migräne. Eine mögliche Ursache für Migräne- und Kopfschmerzattacken kann auch ein Mangel an dem wichtigen Mineralstoff Magnesium sein. Wie sich der Einfluss von Magnesium auf Migräne gestaltet, wie hoch der Bedarf dieses Nährstoffes ist und wie sich Mangelerscheinungen ausdrücken, wird im Folgenden erläutert.

Wie unterscheiden sich Kopfschmerzen und Migräne?
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Wie unterscheiden sich Kopfschmerzen und Migräne?

Der wichtigste Unterschied zwischen Spannungskopfschmerzen und Migräne liegt in der Charakteristik der Schmerzen: Spannungskopfschmerzen treten meist im gesamten Kopfbereich auf und werden als dumpf und drückend beschrieben. Migräne ist dagegen durch einen charakteristischen, einseitig auftretenden, pulsierenden Kopfschmerz gekennzeichnet, der in regelmäßigen Abständen auftritt. Häufige Begleitsymptome sind starke Licht- und/oder Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen.

Für primäre Kopfschmerzen kann es viele Ursachen geben. Zu den wichtigsten Faktoren zählen Stress, muskuläre Verspannungen, Alkoholkonsum und bestimmte Ernährungsgewohnheiten, aber auch genetische Faktoren.

Etwa acht Million Menschen in Deutschland leiden an Migräne, Frauen sind dreimal so häufig betroffen wie Männer. Die Erkrankung führt bei Betroffenen zu einem hohen Leidensdruck, da sie die Bewältigung des Alltags stark einschränken kann. Migräne ist zudem oft nicht so leicht von anderen Kopfschmerzerkrankungen abzugrenzen, wodurch Diagnosestellung wie Therapie verzögert werden können.

Warum kann Magnesium bei Migräne helfen?

Warum kann Magnesium bei Migräne helfen?

Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff und an vielen Stoffwechselprozessen im menschlichen Organismus beteiligt. Es kann vom Körper nicht selbst hergestellt werden und muss deshalb in ausreichender Menge mit der Nahrung zugeführt werden.

Im Körper sorgt Magnesium unter anderem für ein stabiles Ruhepotenzial von Muskeln und Nerven. Es ist bei der Erregungsleitung von zentraler Bedeutung und vermeidet – wenn es in ausreichender Menge vorhanden ist – eine Übererregbarkeit des zentralen Nervensystems. Das erklärt auch die Rolle von Magnesium bei Kopfschmerzen. Ist der Magnesiumspeicher gefüllt, gleicht der Mineralstoff die Auswirkungen von Stress und körperlichen Belastungen aus. 

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass viele Migränepatienten einen zu geringen Anteil an Magnesium im Blut haben. Da Magnesium auch an der Erregungsleitung von der Nerven- auf die Muskelzelle beteiligt ist und somit die Muskelfunktion beeinflusst, kann ein Mangel zu Muskelkrämpfen und in der Folge zu Verspannungen führen, unter anderem im Nacken- und Schulterbereich. 

Solche Verspannungen sind oft Begleitsymptom von Migräneattacken und gelten zudem als Auslöser von Spannungskopfschmerzen. Vermittlerin ist dabei die Aktivität des Trigeminusnervs, der wesentlich am Kopfschmerzgeschehen beteiligt ist. Eine ausreichende Zufuhr von Magnesium kann diesen Prozessen entgegenwirken.

Migräne als Folge eines Magnesiummangels

Migräne als Folge eines Magnesiummangels

Migräne- und Kopfschmerzattacken können eine von mehreren möglichen Symptomen eines Magnesiummangels sein. Eine zu geringe Konzentration des wichtigen Mineralstoffes im Organismus kann zu sehr unterschiedlichen körperlichen Konsequenzen führen, die sich nicht bei allen Betroffenen gleich darstellen. Teilweise zeigen Betroffene nur geringe Anzeichen eines Magnesiummangels, bei anderen treten nahezu alle Symptome auf.

Mögliche Anzeichen eines Magnesiummangels neben Migräne:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Reizbarkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Nervosität, Unruhe und Schlafstörungen
  • Muskelkrämpfe und Zucken der Augenlider
  • Organerkrankungen als Folge eines langjährigen Magnesiummangels
Migräne mit Magnesium vorbeugen
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Kopfschmerzen und Migräne vorbeugen durch hochdosierte Magnesiumzufuhr

Zur Wirksamkeit von prophylaktischen Magnesiumgaben bei Migräne wurden zahlreiche Studien durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass Personen, die unter Migräneattacken leiden, auch häufig einen Magnesiummangel aufweisen: Ein Zusammenhang zwischen Kopfschmerzen oder Migräne und einem Magnesiummangel scheint mittlerweile belegt. Die vorbeugende Einnahme von Magnesium zur Verhinderung von Migräneattacken hat inzwischen ihren Einzug in die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie gefunden. 

Auch aus der medizinischen Praxis gibt es positive Erfahrungen hinsichtlich der Einnahme von Magnesiumpräparaten zur Prävention von Migräne und Kopfschmerzen. Im akuten Migräne- oder Kopfschmerzanfall scheint eine gezielte Magnesiumgabe bei manchen Patienten ebenfalls eine gute Wirkung zu zeigen, wenn es mit anderen Substanzen kombiniert wird.

Der Mechanismus, der hinter der präventiven Wirkung von Magnesium bei Migränepatienten steht, ist relativ einfach zu erklären: Der Mineralstoff besitzt eine entspannende Wirkung auf Muskelgewebe, und Migräneanfälle werden unter anderem durch Gefäßspasmen (Krämpfe an der glatten Muskulatur der Blutgefäße) im Kopfbereich eingeleitet.

Zur Vorbeugung von Migräneattacken werden von der Deutschen Migräne Liga e.V. hochdosierte Magnesiumgaben (600 bis 900 Milligramm täglich) empfohlen. Andere Experten setzen die Höchstgrenze etwas geringer an, so etwa die Deutsche Gesellschaft für Neurologie, die 600 Milligramm täglich empfiehlt. 

Kann Magnesium Migräne auslösen?

Darauf finden sich in der wissenschaftlichen Literatur keine Hinweise. Denkbar ist allerdings, dass eine sehr hohe Dosierung von Magnesiumpräparaten zu Nebenwirkungen führen kann, die von den sehr unterschiedlichen Zusatzstoffen der einzelnen Präparate herrühren. Diese können sich unter anderem in Kopfschmerz- oder Migräneattacken äußern. 

Wird die empfohlene Tagesdosis von 600 mg Magnesium nicht überschritten, sind solche Nebenwirkungen jedoch sehr unwahrscheinlich. Eine Unverträglichkeit gegen einzelne Zusatzstoffe dieser Präparate kann unter Umständen ebenfalls die Neigung zu Kopfschmerz- oder Migräneattacken erhöhen.

Magnesium bei Migräne mit Aura

Magnesium bei Migräne mit Aura

Man unterscheidet zwei Formen der Migräne: die „klassische” Migräne (mit Aura) und die „gewöhnliche” Migräne (ohne Aura). Unter einer Aura versteht man dabei neurologische Phänomene, die sich am häufigsten durch visuelle Störungen bemerkbar machen. 

Dabei werden zum Beispiel gezackte Figuren im Gesichtsfeld wahrgenommen, oder ein Teil des Gesichtsfeldes fällt komplett aus. Zusätzlich können zahlreiche andere sensorische Merkmale auftreten. Zum Beispiel Störungen des Gleichgewichts, der Sprache, der Geruchswahrnehmung oder der Berührungsempfindung. Diese Symptome werden von Betroffenen meist als sehr unangenehm und irritierend empfunden und es stellt sich daher die Frage, ob sie sich durch die Einnahme von Magnesium verhindern oder zumindest lindern lassen. 

Auch zu diesem Thema liegen einige Studien vor, die allesamt zu dem Ergebnis kommen, dass die Zufuhr von Magnesium – hauptsächlich in Kombination mit anderen bei Migräne wirksamen Substanzen – das Auftreten von Anfällen mit Aura verringern beziehungsweise die Symptome abschwächen kann. Bei Patienten mit schweren Symptomen hat sich der klinische Gebrauch von Magnesium über die Vene ebenfalls als effektiv erwiesen.

Studien zum Thema Magnesium bei Kopfschmerzen und Migräne

Kann ein Mangel an Magnesium im Körper tatsächlich vermehrt zu Kopfschmerzen und Migräne führen? Das gilt inzwischen als belegt. Magnesium hat eine positive Wirkung auf unser Nervensystem und wirkt entspannend und krampflösend auf die Muskulatur, auch auf jene der Gefäße. Stressbedingte Kopfschmerzen können bei Magnesiummangel häufiger auftreten.

Ob Magnesium nicht nur Stress verringern, sondern auch Migräne vorbeugen kann, wurde von mehreren Wissenschaftlern (unter anderem Taubert 1991; Peikert 1996, Wöber 2001 und 2011) untersucht: Die Häufigkeit der Migräneattacken nahm in allen Studien unter Einnahme von Magnesium ab.

In einer Studie (Köseoglu 2008) erhielten 40 Migränepatienten über zwölf Wochen täglich zweimal 300 Milligramm Magnesium oder ein Scheinmedikament (Placebo). Vor und nach der Magnesiumgabe wurde ihr Blutfluss im Gehirn untersucht.

Dabei zeigte sich, dass nicht nur die Häufigkeit der Migräneanfälle und die Schmerzstärke durch die Einnahme von Magnesium sanken. Man konnte mit dieser Studie bildhaft darstellen, wie sich der Blutfluss in der Hirnrinde der Patienten unter Magnesiumgabe veränderte, während sich in der Vergleichsgruppe nichts dergleichen tat.

Magnesium bei Migräne in der Schwangerschaft

Magnesium bei Migräne in der Schwangerschaft

Migräne-Patienten können von vorbeugender Magnesiumeinnahme profitieren. Magnesium ist gut verträglich, leicht einzunehmen und hat kaum Nebenwirkungen. Davon profitieren besonders Schwangere. Da der Magnesiumbedarf in der Schwangerschaft ohnehin erhöht ist, sollten Magnesiumpräparate gegenüber den nebenwirkungsreicheren Migränemedikamenten bevorzugt werden.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Neurologie empfiehlt in ihrer Leitlinie „Behandlung der Migräne und idiopathischer Kopfschmerzsyndrome in Schwangerschaft und Stillzeit“ die Einnahme von Magnesium aufgrund der Unbedenklichkeit als Mittel der ersten Wahl für die Migräneprophylaxe in Schwangerschaft und Stillzeit.

Welches Magnesium bei Kopfschmerzen und Migräne?

Welches Magnesium bei Migräne?

Grundsätzlich ist der Magnesium-Wirkstoff für die Wirksamkeit von Magnesiumpräparaten unbedeutend. Unterschiede bestehen lediglich in der Zeit, die der Körper benötigt, um es aufzunehmen. Jede oral zugeführte Substanz muss zunächst im Magen aufgelöst und anschließend im Dünndarm aufgenommen (resorbiert) werden, um ihre Wirkung entfalten zu können. 

Wie lange das dauert, hängt unter anderem von der Zusammensetzung des Präparates ab. Magnesium ist in vielen unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich, etwa in Form von Tabletten, Kapseln, Kaudragees oder als Granulat. Häufig verwendet wird die anorganische Verbindung Magnesiumcitrat, die relativ rasch aufgenommen wird (Resorptionszeit etwa fünf Stunden). 

Wird Magnesium zur Prävention von Migräneattacken eingenommen, ist ein möglichst konstanter Blutspiegel über einen längeren Zeitraum erstrebenswert. Dazu eignet sich zum Beispiel Magnesiumoxid, das eine Resorptionszeit von einigen Tagen besitzt, aber auch deutlich länger als andere Präparate im Köper gespeichert wird.

Welches Präparat von Migränepatienten individuell am besten vertragen wird und am wirkungsvollsten ist, sollte ausprobiert und gegebenenfalls mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Wie viel Magnesium bei Kopfschmerzen und Migräne?

Wie viel Magnesium bei Kopfschmerzen und Migräne?

Magnesium ist ein essenzieller Nährstoff, der am besten über die Nahrung – oder wenn das aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich ist, als Nahrungsergänzungsstoff – aufgenommen werden muss. Der Tagesbedarf liegt für einen gesunden Erwachsenen bei etwa 350 mg. 

Wer ein Magnesiumpräparat zur Vorbeugung von Migräneattacken oder Spannungskopfschmerzen einsetzen möchte, sollte allerdings eine höhere Dosis einnehmen, da sich die durchschnittlichen Einnahmeempfehlungen für Gesunde zur Prophylaxe der Migräne als nicht ausreichend erwiesen haben. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie empfiehlt in ihren Leitlinien zur Migräneprophylaxe die Einnahme von 600 mg Magnesium täglich, aufgeteilt auf zwei Einzeldosen zu je 300 mg. Bei hochdosierter Magnesiumgabe kann es zu Durchfall kommen. Um dies zu verhindern, wird eine langsame Aufdosierung angeraten. Das bedeutet, dass zunächst mit einer niedrigeren Dosis Magnesium begonnen werden sollte, die kontinuierlich bis zu einer Tagesdosis von 600 mg gesteigert werden kann.

Jedoch gilt auch bei Migräne: Nicht alle Patienten sprechen auf ein bestimmtes Präparat gleichermaßen gut an. Um den tatsächlichen individuellen Bedarf festzustellen, sind eine eingehende Beratung und gegebenenfalls zusätzliche Blut- und Harnuntersuchungen beim behandelnden Arzt zu empfehlen.

Es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten, um den persönlichen Magnesiumbedarf zu decken: Zum einen existieren Arzneimittel und Nahrungsergänzungspräparate in unterschiedlichen Darreichungsformen und Dosierungen. Sie können parallel zu einer möglichst ausgewogenen Ernährung eingenommen werden. Für gewöhnlich wird zu einem Einnahmezeitraum von drei bis sechs Monaten geraten. Bei einer einwandfreien Nierenfunktion kann der Zeitraum auch bedenkenlos verlängert werden.

Zum anderen kann über bestimmte Lebensmittel verstärkt Magnesium aufgenommen werden.

Magnesiumreiche Lebensmittel im Überblick (Magnesiumgehalt pro 100 g)

  • Sonnenblumenkerne (420 mg)
  • Kakao (415 mg)
  • Leinsamen (350 mg)
  • Weizenkeime (250 mg)
  • Naturreis (157 mg)
  • Haferflocken (139 mg)
  • Vollkornnudeln (ohne Ei) (130 mg)
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Quellen:

Service

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