zwei Kinder stehen im Unterrichtsraum der Schule und experimentieren mit Magnesium
zwei Kinder stehen im Unterrichtsraum der Schule und experimentieren mit Magnesium
Anwendungsgebiete

Magnesium für Kinder: Warum und wie viel?

Morgana Hack, Ärztin
Zuletzt aktualisiert am: 14.11.2018
Dieser Text wurde nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern auf Richtigkeit überprüft.

Eine ausreichende Versorgung mit dem essenziellen Mineralstoff Magnesium ist für Menschen jedes Lebensalters wichtig. Kinder und Jugendliche haben jedoch in Relation zu ihrer Körpergröße und ihrem Gewicht einen höheren Bedarf als Erwachsene – vor allem in der Wachstumsphase. Viel Bewegung ist bei Kindern an sich normal, gesun und wünschenswert. Durch die körperliche Aktivität verbrauchen sie aber zusätzlich Mineralstoffe und Nährstoffe. Für Kinder und Jugendliche gilt daher besonders: Eine ausgewogene Ernährungsweise mit viel frischen, möglichst wenig industriell verarbeiteten Lebensmitteln ist die beste Basis für eine gesunde Entwicklung.

Allerdings entspricht eine abwechslungsreiche, gemischte Kost nicht unbedingt den Vorlieben dieser Altersklasse. Eltern haben es oft nicht leicht, gegen Pommes, Burger und Schokoriegel mit Argumenten anzutreten. Die Folgen einer einseitigen Ernährungsweise können jedoch gravierend sein: Übergewicht, psychische Probleme und eine eingeschränkte physische Leistungsfähigkeit durch Nährstoffmängel sind heute keine Seltenheit mehr. Es wird angenommen, dass rund zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland nicht regelmäßig frisches Obst und Gemüse zu sich nehmen. Wie man ernährungsbedingtem Nährstoffmangel vorbeugen kann und ob Kinder von einer Magnesiumgabe profitieren können, erklärt Ihnen dieser Artikel. 

Warum Kinder und Jugendliche Magnesium brauchen
Anzeige

Warum Kinder und Jugendliche Magnesium brauchen

Magnesium erfüllt im Körper viele wichtige biologische Funktionen. Auch die Energiegewinnung und -freisetzung durch Mitochondrien, den „Kraftwerken” unserer Zellen, ist an Magnesium gebunden. Dazu hat der Mineralstoff wesentlichen Einfluss auf die Erregungsleitung zwischen Nerven- und Muskelzellen. Im Nervensystem sorgt es als Gegenspieler von Kalzium für Entspannung. Die Effekte eines ausgeglichenen Magnesiumhaushalts sind vielfältig und können auch gut beobachtet werden: Ist ausreichend Magnesium im Körper vorhanden, fördert das das Entspannungs- und Konzentrationsvermögen und verringert Muskelkrämpfe, innere Unruhe und Müdigkeit und sogar die Anfälligkeit für Infektionen.

Kinder benötigen eine ausreichende Menge an Magnesium ebenso wie Erwachsene, um gesund zu bleiben und ihren vor allem während des Wachstums stark erhöhten Energiebedarf abdecken zu können. Welche Mengen sind aber für welche Altersgruppe empfehlenswert? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) hat dazu eine Tabelle mit Referenzwerten herausgegeben:

Magnesiumbedarf bei Kindern und Jugendlichen

Magnesiumbedarf bei Kindern und Jugendlichen

Alter Magnesiumbedarf in mg/Tag

Säuglinge

unter 4 Monate (Schätzwert)

24

4 bis 12 Monate

60

Kinder

bis unter 4 Jahre

80

4 bis unter 7 Jahre

120

Kinder 7 bis unter 10 Jahre

170

10 bis unter 13 Jahre

m: 230
w: 250

13 bis unter 15 Jahre

m: 310
w: 310

Jugendliche und Erwachsene

bis unter 19 Jahre

m: 400
w: 350

Der Großteil des Magnesiums in unserem Körper ist in den Knochen und in der Skelettmuskulatur gebunden, nur circa ein Prozent zirkuliert frei oder proteingebunden im Blut. Die Gesamtmenge ist relativ hoch: Magnesium ist kein Spuren- sondern ein sogenanntes Mengenelement - das bedeutet, dass für seine Funktion in biologischen Systemen ein großer Anteil des jeweiligen Elementes vorhanden ist. Neben Magnesium zählen Kalzium, Chlor, Kalium, Natrium, Phosphor und Schwefel zu den Mengenelementen. Ohne diese könnte unser Körper nicht funktionieren. Wir müssen sie daher in ausreichender Menge über die Nahrung aufnehmen.

Neugeborene haben etwa 0,7 Gramm Magnesium im Körpergewebe gespeichert, bei Kleinkindern sind es bereits fünf Gramm. Erwachsene erreichen durchschnittlich einen Gesamtanteil von 25 Gramm Magnesium. Mit der Muttermilch führen Stillende ihrem Baby immerhin 33 bis 37 Milligramm Magnesium pro Liter zu – Muttermilch ist gleichzeitig die optimale Nährstoffquelle für die Allerkleinsten. Magnesium ist für ein gesundes Knochengewebe genauso wichtig wie Kalzium: Gerade für Kinder ist eine ausreichende Versorgung mit dem Mineralstoff wichtig, da er den Aufbau von Knochen und Milchgebiss unterstützt. Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren benötigen wachstumsbedingt schon 310 Milligramm Magnesium täglich, genau so viel wie schwangere Frauen.

Risiken bei Unter- oder Überversorgung mit Magnesium

Der Tagesbedarf an Magnesium hängt nicht nur vom Alter ab, sondern auch von einigen anderen Faktoren wie Geschlecht, Allgemeinzustand und der körperlichen Aktivität. Dies trifft auch auf Jugendliche zu: Ein sportlicher 15-jähriger braucht wesentlich mehr Mineralstoffe als ein gleichaltriges Kind, das sich nur wenig bewegt. Selbst Kleinkinder unterscheiden sich schon in ihrem Bewegungsdrang – ein durchschnittlich aktives Kleinkind bis zu einem Alter von vier Jahren weist bereits einen Bedarf von etwa 80 mg Magnesium pro Tag auf.

Bei den empfohlenen Mengen handelt es sich immer um Durchschnittswerte, die individuell abweichen können. Auf jeden Fall sollten starke Unterschreitungen über einen längeren Zeitraum vermieden werden, da es sonst zu Mangelerscheinungen mit teils schwerwiegenden gesundheitlichen Konsequenzen kommen kann. Überschreitungen der empfohlenen Magnesiumaufnahme sind auch bei ausgewogener, gesunder Ernährung möglich, im Normalfall aber vollkommen ungefährlich.

Erst bei künstlicher Zufuhr von Magnesium in starker Überdosierung bestehen gesundheitliche Risiken – dies gilt sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Die Folgen zeigen sich in deutlich gesteigerter Nervosität, Magen- und Darmbeschwerden oder Durchfällen. Diese Symptome ähneln teilweise den Anzeichen einer Unterdosierung. Das kann besonders problematisch sein, wenn zum Ausgleich weiter Magnesium zugeführt wird.

Überschüssiges Magnesium wird bei Gesunden über die Niere ausgeschieden und stellt somit keine grundsätzliche Gesundheitsgefahr dar. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn sehr hohe Dosierungen eingenommen werden oder wenn Einschränkungen der Nierenfunktion bestehen. Es sollte immer erst ein Arzt gefragt werden, bevor Kindern Magnesium gegeben wird, um Risiken auszuschließen. 

Magnesiummangel bei Kindern und Jugendlichen vorbeugen
Anzeige

Magnesiummangel bei Kindern und Jugendlichen vorbeugen

Ein erhöhter Magnesiumbedarf muss nicht bedeuten, dass unverzüglich eine Einnahme von Magnesiumpräparaten nötig ist. Falls keine eindeutigen Symptome vorliegen und nur eine Vermutung besteht, ist es sinnvoller, zunächst auf eine besonders magnesiumreiche Ernährung zu achten. Die beste Magnesiumquelle ist immer eine möglichst naturbelassene und ausgewogene Ernährung.

Nahrungsmittel, die einen hohen Magnesiumanteil besitzen, sind zum Beispiel:

  • Sonnenblumenkerne (420 Milligramm Magnesium pro 100 Gramm)
  • Kakao (415 Milligramm Magnesium pro 100 Gramm)
  • Weizenkeime (253 Milligramm Magnesium pro 100 Gramm)
  • Sojabohnen (220 Milligramm Magnesium pro 100 Gramm)
  • Hirse (170 Milligramm Magnesium pro 100 Gramm)
Ab welchem Alter kann eine Magnesiumgabe sinnvoll sein?

Ab welchem Alter kann eine Magnesiumgabe sinnvoll sein?

Ein Magnesiummangel bei Säuglingen und Kleinkindern, bei denen keine gesundheitlichen Einschränkungen bestehen und die normal ernährt werden, ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Besteht der Verdacht eines Nähstoffmangels, sollte dieser immer von einem Kinderarzt abgeklärt werden.

Ältere Kinder und Jugendliche sind besonders in Phasen des Wachstums und bei exzessiver sportlicher Betätigung in Gefahr, einen Magnesiummangel zu erleiden. Hier kann eine Magnesiumgabe durchaus sinnvoll sein, die individuelle Dosierung sollte aber ebenfalls mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

Ernährungsbedingte Nährstoffmängel sind gerade bei Jugendlichen nicht selten: Fast Food, Snacks und Süßigkeiten enthalten gewöhnlich viel zu wenig wichtige Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Besonders Mädchen, zunehmend aber auch Jungen sind durch sozialen Druck und extreme Körperideale gefährdet, einseitige Diäten durchzuführen.

In solchen Fällen ist es nicht ratsam, das Kind eigenmächtig mit Mineralstoffen zu versorgen – es ist kaum möglich, eine sinnvolle Supplementierung so vieler wichtiger Stoffe zusammenzustellen. Zudem fördert ein solcher Zugang ein zwanghaftes und ungesundes Ernährungsverhalten – nicht selten der erste Schritt in eine Essstörung. Besser ist es, mit dem Kind gemeinsam gesunde Lebensmittel zu entdecken, die nicht dick machen, die schmecken und zu physischem und psychischen Wohlbefinden beitragen.

Welches Magnesium eignet sich für Kinder am besten?

Welches Magnesium eignet sich für Kinder am besten?

Magnesiumpräparate unterschieden sich grundsätzlich nicht in ihrer Wirkung. Je nach Zusatzstoff unterscheidet sich lediglich die Zeit, die der Körper für die Aufnahme des Mineralstoffs benötigt. Für Kinder ist sicherlich auch der Geschmack und die Darreichungsform ein wichtiges Kriterium – Brausepulver und Granulate sind leichter zu schlucken als Tabletten oder Kapseln. Wichtig ist schließlich auch die Dosierung, es sollten die Empfehlungen für das jeweilige Alter unbedingt eingehalten werden.

Symptome und Folgen – Magnesiummangel bei Kindern

Symptome und Folgen – Magnesiummangel bei Kindern

Eltern sollten nicht erst bei Veränderungen des Verhaltens oder bei Gedeihstörungen aufmerksam werden. Schon ein einseitiges Essverhalten kann auf einen gestörten Mineralhaushalt hindeuten. Magnesium für Kinder ist daher ein wichtiges Thema in der Familie. Fast Food und Süßigkeiten sollten mit Bedacht genossen werden. Kleinkinder reagieren hier besonders empfindlich. Das Thema Magnesiummangel bei Kindern sollte auch bei den gängigen Untersuchungen durch den Kinderarzt angesprochen werden. Konzentrationsprobleme in der Schule und Auffälligkeiten bei der Verdauung können erste Hinweise sein.

Magnesium und das metabolische Syndrom

Das sogenannte metabolische Syndrom, ein Symptomkomplex, der sich durch Bluthochdruck, Störung des Fettstoffwechsels, Übergewicht und gestörte Glukosetoleranz auszeichnet und als Vorstufe für Diabetes gilt, wird auch im Kindesalter immer häufiger. Ursache ist fast immer eine Fehlernährung, die auch Nährstoffmängel zur Folge hat. Klinische Studien aus den letzten Jahren zeigen, dass Kinder mit Prädiabetes oder Diabetes von einer guten Magnesiumversorgung besonders profitieren. Das gilt auch für Betroffene von Typ I-Diabetes, der genetisch bedingten Variante der Zuckerkrankheit, bei der gewöhnlich kein Übergewicht vorliegt.

Magnesium und ADHS: Hilft der Mineralstoff hyperaktiven Kindern?

ADHS – die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, von der eine immer größere Anzahl an Kindern betroffen zu sein scheint – ist in den letzten Jahren in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen und öffentlichen Interesses gerückt. Viele Eltern nehmen an ihren Kindern Symptome wahr, die mit dem Syndrom assoziiert werden. Die wichtigsten sind:

  • Aufmerksamkeitsschwäche, mangelnde Fokussierung auf wichtige Aufgaben
  • Impulsivität
  • Hyperaktivität

Da sich eine ähnliche Symptomatik auch bei einem Magnesiummangel zeigen kann, verleitet dies häufig zu vorschnellen Schlussfolgerungen. ADHS ist jedoch eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, die in sehr unterschiedlichen Ausprägungen auftreten kann. Der Übergang zu einem „normalen” Verhalten ist oft fließend, manchmal besteht allerdings eine sehr starke Einschränkung und großer Leidensdruck. Es ist deshalb sehr wichtig, dass die Erkrankung richtig diagnostiziert wird und keine Behandlungsversuche „auf gut Glück” gestartet werden. Die beste Wahl für eine Abklärung ist eine kinderpsychiatrische Facheinrichtung.

Ein gewisser Zusammenhang zwischen dem Auftreten von ADHS und einem Magnesiummangel scheint jedoch zu bestehen. Mehrere klinische Studien seit den späten 1990er Jahren weisen auf einen signifikant niedrigeren Magnesiumspiegel bei Kindern mit ADHS und einer Verbesserung der Symptomatik nach Magnesiumgabe hin. Eine Magnesiumsupplementierung von Kindern mit ADHS sollte jedoch nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt und ohne eigenständiges Absetzen oder Verändern der Dosierung von Medikamenten, die zur ADHS-Therapie verschrieben wurden, erfolgen. Die Studienlage zu ADHS bei erwachsenen Patienten ist leider noch immer unzureichend. Es ist aber anzunehmen, dass auch sie bei nachgewiesenem Magensiummangel von einer Supplementierung profitieren könnten.

Weiterlesen

Service

Fünf schnelle Magnesiumtipps für den Alltag
Die Magnesium-Checkliste für den Kühlschrank.
Jetzt downloaden
Bestimmen Sie hier Ihren persönlichen Tagesbedarf an Magnesium.
Mehr erfahren
Machen Sie den Magnesium-Test!
Wie macht sich ein Defizit im Körper bemerkbar?
Mehr erfahren
Symptome bei Magnesiummangel

Das erste sofort trinkfertige Liquid-Express-Magnesium von Biolectra®.

Mehr erfahren
Es ist Zeit für ein neues Magnesium!
Anzeige
Inhalt
Liebe Leser,
die Inhalte unseres Magnesium-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem Arzt oder Apotheker.