Symbolbild: Magnesium bei Schlafstörungen
Symbolbild: Magnesium bei Schlafstörungen
Wirkungen

Hilft Magnesium bei Schlafstörungen?

Isabell Goyn, Gesundheitswissenschaftlerin
Zuletzt aktualisiert am: 05.02.2020
Dieser Text wurde nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern auf Richtigkeit überprüft.

Hilft die Einnahme von Magnesium bei Schlafstörungen? Der Mineralstoff zeigt Wirkungen auf für den Schlaf bedeutende Neurotransmitter und spielt eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung von Stress. Daher ist eine schlafregulierende Wirkung durchaus wahrscheinlich. Ob diese Annahme berechtigt ist, erklärt dieser Artikel.

 
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Was versteht man unter Schlafstörungen?

Unter dem Begriff Schlafstörungen werden in der Medizin über einen längeren Zeitraum bestehende Abweichungen vom physiologischen Verlauf des Schlafes zusammengefasst. 

Zeitweise Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen, Tagesmüdigkeit und geringere Belastbarkeit während des Tages als Folge von Schlafmangel sind den meisten Menschen nicht unbekannt. 

Nicht immer muss sich eine kurzzeitige Beeinträchtigung der Fähigkeit, ein- oder durchzuschlafen, negativ auf den Alltag auswirken. Manchmal handelt es sich um vorübergehende Phasen eines gestörten Schlafrhythmus, der sich von selbst normalisiert, sobald die auslösenden Faktoren wegfallen. Viele Menschen wachen auch nachts regelmäßig auf, schlafen aber gleich wieder ein und empfinden diesen Umstand nicht als problematisch.

Behandlungsbedürftig wird die Schlafstörung, sobald Sie diese als störend empfinden. Spätestens, sobald der beeinträchtigte Schlaf Auswirkungen auf Konzentrationsvermögen und Leistungsfähigkeit am Tag zeigt, sollten die Ursachen ermittelt und mit geeigneten Maßnahmen eingegriffen werden.

Unbehandelte Schlafstörungen können erhebliche gesundheitliche Konsequenzen zur Folge haben. Die Einnahme von Medikamenten sollte in der Behandlung von Schlafstörungen aber immer erst der letzte Schritt sein und niemals ohne ärztliche Überwachung erfolgen, da viele der gängigen Schlafmittel ein großes Suchtpotential besitzen.

Menschen, die unter Schlafproblemen leiden, suchen deshalb häufig nach nebenwirkungsarmen Alternativen.

 

Magnesium und Schlaf

Magnesium hat unter anderem eine wichtige Funktion für die Erregbarkeit von Nervenzellen. Im Zusammenspiel mit anderen funktionell wichtigen Stoffen übt der Mineralstoff eine entspannende Wirkung auf die Muskeln aus. Diese Wirkung ist eine von mehreren Grundvoraussetzungen für einen erholsamen Schlaf.

Zur Wirkung von Magnesium auf die Schlafqualität gibt es einige medizinische Studien. Die Ergebnisse der vorhandenen Studien liefern gute Belege dafür, dass Magnesium über seine vielfältigen Funktionen für verschiedene Neurotransmitter unseres Nervensystems eine Schlüsselrolle bei der Regulation des Schlafes spielt. Probanden, die mit Magnesium versorgt wurden, schliefen besser.

Es ist außerdem bekannt, dass Personen, bei denen ein Magnesiummangel festgestellt wurde, deutlich häufiger unter Ein- und Durchschlafstörungen leiden. Charakteristisch sind hier vor allem Tagesmüdigkeit und rasche Erschöpfbarkeit sowie häufiges Aufwachen während der Nacht. 

In solch einem Fall ist es sinnvoll, auf eventuell vorhandene weitere Symptome aufmerksam zu werden: Unruhe, Nervosität und Gereiztheit treten beispielsweise häufig als Folge eines Magnesiumdefizits auf und sind typische Verursacher für Einschlafprobleme und eine verminderte Schlafqualität.

Dennoch sollten die Ursachen einer bestehenden Schlafstörung vollständig abgeklärt werden, bevor ein Selbstversuch mit Magnesium in Angriff genommen wird. Liegen keine anderen Ursachen für die Schlafstörung vor, könnte die Einnahme von Magnesium helfen. 

Ist die Schlafstörung Folge eines ernährungsbedingten Magnesiummangels, bietet sich eine Umstellung der Nahrungsgewohnheiten als erste Maßnahme an. Das muss nicht auf radikale Art und Weise geschehen: Meist reicht es schon, einige häufig zugeführte, aber weniger wertvolle Lebensmittel wie Fertiggerichte oder Schokoriegel durch Nahrungsmittel zu ersetzen, die reich an Magnesium sind – etwa Nüsse, Haferflocken, Vollkornprodukte oder Reis.

 
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Vor- und Nachteile der Einnahme von Magnesium

Kann auch mit ausgewogener, magnesiumreicher Ernährung nicht ausreichend Magnesium zugeführt werden, sollte die notwendige Versorgung mit dem Mineralstoff über ein Magnesiumpräparat abgedeckt werden.

Das ist zum Beispiel bei Krankheit, in Zeiten außergewöhnlicher Belastungen oder in Stresssituationen der Fall. Wichtig ist dabei weniger die Art des Präparates als die ausreichende Menge: Die aktuelle Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) liegt je nach Lebensalter und Geschlecht bei einer täglichen Aufnahme von 300 bis 400 mg.

Wer von einem Magnesiummangel betroffen ist, sollte überprüfen, ob nicht auch noch andere Mineralstoffmängel vorliegen. Ein Magnesiummangel ist häufig mit einem Mangel an Kalzium und Zink verbunden. Auch die Funktion einiger Vitamine, zum Beispiel Vitamin C und Vitamin D, ist von einem ausreichenden Magnesiumangebot abhängig.

Es ist also durchaus sinnvoll, nicht nur bestehende Schlafstörungen durch eine zusätzliche Magnesiumzufuhr zu therapieren, sondern bei dieser Gelegenheit gleich eine sinnvolle Ernährungsanpassung durchzuführen.

Weitere gesundheitliche Probleme, die durch Nährstoffmangel bedingt sind, lassen sich damit für die Zukunft weitgehend ausschließen. Eine Überversorgung ist eher unwahrscheinlich und für Gesunde auch kein Grund zur Sorge. Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion sollten Magnesiumpräparate allerdings nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt einnehmen.

Fazit

Mit Magnesium Schlafstörungen zu behandeln, kann zum Anlass genommen werden, einen ersten Schritt in ein gesünderes Leben mit einem erholsamen Schlaf zu unternehmen. Da eine ausreichende Versorgung mit Magnesium nicht nur die Schlafqualität verbessern kann, sondern auch insgesamt für mehr Ruhe im Leben sorgt, finden viele Betroffene so eher Kraft, sich mit ihrer Ernährung und Lebensweise zu befassen.

In Zeiten erhöhten Bedarfs sollte Magnesium zusätzlich zugeführt werden, um eine ausreichende Versorgung und damit eine gute Schlafqualität sicherzustellen.

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Quellen:

  • Abbasi, B./ Kimiagar, M./ Sadeghiiat, K. / Shirazi, M.M. / Hedayati, M./ Rashidkhani, B.: The effect of magnesium supllementation on primary insominia in elderly: A double-blind placebo-controlled clinical trial
  • DocCheck Flexikon, Schlafstörung: https://flexikon.doccheck.com/de/Schlafstörung (Abruf: 09.01.2019)
  • Medical News Today: Insomnia: Studies Suggest Calcium and Magnesium Effective: https://www.medicalnewstoday.com/releases/163169.php (Abruf: 09.01.2019)
  • Nielsen FH. Magnesium deficiency and increased inflammation: current perspectives. Journal of Inflammation research. J Inflamm Res. 2018 Jan 18;11:25-34. doi: 10.2147/JIR.S136742. eCollection 2018. Review.

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