Beispielhafte Abbildung von Alkoholika, die zu Magnesiummangel führen können
Beispielhafte Abbildung von Alkoholika, die zu Magnesiummangel führen können
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Magnesium und Alkohol: Hilft der Mineralstoff gegen Kater?

Von Redaktion
Zuletzt aktualisiert am: 14.08.2018
Dieser Text wurde nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern auf Richtigkeit überprüft.

Nach einer durchfeierten Nacht, bei der das eine oder andere Glas zu viel getrunken wurde, beschäftigt die meisten Menschen nur eines: Wie sie die Folgewirkungen bekämpfen und möglichst schnell wieder einen klaren Kopf bekommen können. Der Griff zum Schmerzmittel ist typisch, aber nicht immer effektiv. Die Einnahme von Kopfschmerztabletten kann sogar eine zusätzliche Belastung für den angegriffenen Stoffwechsel bedeuten. Sinnvoller ist es, nicht nur auf kurzfristige Linderung der unangenehmen Symptome zu setzen, sondern den Körper dabei zu unterstützen, die alkoholbedingten Mangelzustände wieder auszugleichen – auch wenn die Wirkung nicht sofort spürbar ist. Dabei kann auch die gezielte Einnahme von Magnesium helfen: Typische Kater-Symptome wie Kopfschmerzen und Übelkeit treten weniger stark auf, wenn auf einen ausgeglichenen Magnesiumhaushalt geachtet wird.

Wie entsteht ein Kater?
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Wie entsteht ein Kater?

Nur ein sehr geringer Anteil des konsumierten Alkohols wird abgeatmet oder geht durch Schwitzen verloren – insgesamt nur knapp über ein Prozent. Der Großteil wird in der Leber abgebaut. Das geschieht in mehreren Schritten: Zunächst entsteht das toxische Acetaldehyd, das weiter zu Acetat abgebaut wird. Dieses wird dann in weiteren Stoffwechselschritten zu Kohlendioxid und Wasser oxidiert und ausgeschieden oder vom Körper verwertet.

Sind die zugeführten Mengen Alkohol aber zu hoch, kann das für den Körper schädliche Acetaldehyd nicht rasch genug abgebaut werden – die Folgen sind bekannt und werden als „Kater” oder „Hangover” bezeichnet. Der Kater ist somit nichts anderes als eine leichte Alkoholvergiftung. Die typischen Symptome sind:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Schwächegefühl, Mattigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Erinnerungslücken
Entzieht Alkohol dem Körper Magnesium?

Entzieht Alkohol dem Körper Magnesium?

Alkohol gilt als Magnesiumräuber – warum ist das so? Zum einen reduziert Alkoholgenuss die Wirkung eines Hormons, dass die Nierentätigkeit reguliert – das sogenannte antidiuretische Hormon oder ADH. Durch diesen Einfluss kommt es zu einer verstärkten Flüssigkeitsausscheidung über die Nieren, in Extremfällen kann das bis zur Dehydration führen.

Zum anderen begünstigt hoher Alkoholkonsum verschiedene Stoffwechselstörungen. Da Magnesium an sehr vielen Stoffwechselprozessen beteiligt ist, ist ein verstärkter Verbrauch aufgrund der alkoholbedingten Veränderungen in diesen Prozessen anzunehmen. Weiters kann langjähriger Alkoholkonsum die Nährstoffaufnahme im Darm beeinträchtigen, wodurch sich das Risiko erhöht, einen Magnesiummangel zu erleiden.

Magnesium gegen Kater einnehmen?
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Magnesium gegen Kater einnehmen?

Je nach Ausmaß des Alkoholkonsums können die unangenehmen Folgen unterschiedlich stark ausgeprägt sein und manchmal auch sehr lange - bis zu mehreren Tagen - anhalten. Ein ausreichend hoher Magnesiumspiegel sorgt dafür, dass die Symptome übermäßigen Alkoholkonsums abgemildert werden.

Wer sich aus diesem Grund für die Einnahme eines Magnesiumpräparates entscheidet, darf jedenfalls mit keiner raschen Wirkung rechnen. Der Großteil des im Körper vorhandenen Magnesiums ist im Skelettknochen gespeichert, nur ein sehr kleiner Anteil ist im Blut als gelöstes Magnesiumion verfügbar. Bei mangelnder Zufuhr und erhöhtem Bedarf wird das benötigte Magnesium aus den körpereigenen Speichern gelöst und über die Blutbahn verfügbar gemacht. Es müsste also schon ein sehr starker Mangel vorliegen, damit nicht mehr ausreichend Magnesium zur Verfügung gestellt werden kann.

Kater vorbeugen mit Magnesium?

Dennoch ist es sinnvoll, darauf zu achten, dass erhöhter Verbrauch oder ungenügende Zufuhr rechtzeitig abgedeckt werden. Magnesium kann nämlich nicht vom Körper selbst hergestellt werden. Es ist ein sogenannter essenzieller Mineralstoff, den wir über die Nahrung zu uns nehmen müssen. Gelingt das nicht in ausreichender Menge, stellt die Einnahme eines Magnesiumpräparates eine geeignete Alternative dar.

Magnesiummangel gilt als einer der Hauptauslöser für Kopfschmerzen, die auch zu den klassischen Symptomen eines Katers zählen. Ein bestehender Magnesiummangel kann also mit Ursache für diese Beschwerden sein, und ein starker Mangel kann nicht über die Ernährung alleine ausgeglichen werden.

Zur Vorbeugung sollten gesunde Erwachsene auf eine tägliche Zufuhr von 350 bis 400 mg Magnesium achten. Manche Personen benötigen eine höhere Magnesiumzufuhr; dazu zählen Sportler, Schwangere, Kinder und Jugendliche sowie ältere Menschen. Eine Risikogruppe für Magnesiummangel sind weiters Personen, die regelmäßig größere Mengen Alkohol zu sich nehmen.

Wer auf einen gesunden Magnesiumspiegel achtet, sich ausgewogen ernährt und mit dem Alkoholkonsum nicht übertreibt, kann einem Kater zumindest etwas vorbeugen.

Magnesium gegen Übelkeit einsetzen?

Übelkeit gehört zu den typischen Kater-Symptomen. Ein Magnesiummangel kann zu verschiedenen Beschwerden im Magen-Darm-Trakt führen, darunter auch Übelkeit. Der Mineralstoff spielt nämlich eine wichtige Rolle bei der Erregungsleitung von der Nerven- auf die Muskelzelle. Ein Mangel hat somit auch Auswirkungen auf die Verdauung und die Beweglichkeit des Darms.

Als Erste Hilfe-Maßnahme gegen alkoholbedingte Übelkeit ist Magnesium jedoch nicht zu empfehlen, weil weder eine direkte noch eine schnelle Wirkung dadurch zu erwarten ist.

Um den Stoffwechsel wieder auf ein ausgeglichenes Niveau zu bringen und die körperliche Regeneration nach einem Alkoholexzess zu fördern, ist der Aufbau des Magnesiumspiegels aber eine sinnvolle zusätzliche Maßnahme.

Wie viel Magnesium nach Alkoholgenuss?

Wie viel Magnesium nach Alkoholgenuss?

Grundsätzlich ist eine ergänzende Zufuhr von Magnesium nur dann sinnvoll, wenn bereits ein Mangel besteht oder durch besondere Umstände wie anhaltender Stress oder anstrengende körperliche Tätigkeiten derzeit ein erhöhter Mineralstoffverbrauch besteht 

Wer unter einem Kater leidet, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch viel Magnesium verloren. Eine Einnahme kann also über einen gewissen Zeitraum durchaus sinnvoll sein, um die bekannten Symptome zu reduzieren beziehungsweise ihnen vorzubeugen.

Magnesium gilt als nebenwirkungsarm, mit unerwünschten Wirkungen ist in den empfohlenen Dosierungen nicht zu rechnen. Je nach persönlichem Bedarf stellen Einnahmen von bis zu 800 mg täglich gewöhnlich kein Problem dar. Die dauerhafte Einnahme hoher Dosen sollte jedoch vermieden werden, da es bei Überdosierung von Magnesium zu Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Problemen und Durchfall kommen kann. Wer unter Nierenproblemen leidet, sollte vor Einnahme eines Magnesiumpräparates unbedingt ärztlichen Rat einholen.

Wichtig zu wissen ist, dass ein Überschuss an Magnesium bei gesunden Menschen über die Nieren ausgeschieden wird. Umgekehrt gilt: Auch im Falle akuter Alkoholisierung ist nicht mehr mit verstärkten Nährstoffverlusten zu rechnen, sobald der Harndrang nachlässt und der Flüssigkeitsmangel ausgeglichen ist. 

Magnesiummangel durch Alkohol

Betrifft nicht nur Alkoholiker: Magnesiummangel durch Alkohol

Eine der Ursachen für einen Magnesiummangel ist hoher Alkoholkonsum. Chronische Alkoholiker leiden fast immer an Mangelerscheinungen. Nicht zuletzt, weil sie seltener auf eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung achten und das Gesundheitsbewusstsein oft nicht so hoch ist.

Aber auch bei gelegentlichem Alkoholkonsum kann es zu Magnesiumverlusten kommen: Schon ab etwa 0,5 Promille Alkohol im Blut verliert der Körper Magnesium. Je mehr Alkohol man zu sich nimmt, desto höher ist der Flüssigkeitsverlust durch verstärkte Ausscheidung über die Nieren - dabei gehen dem Körper auch viele wertvolle Nährstoffe verloren. Das geht relativ schnell: Eine 55 Kilogramm schwere Frau kann bereits nach einem halben Liter Bier 0,6 Promille erreichen und damit die Verlustgrenze überschreiten, ein Mann von 80 Kilogramm erreicht diese ab einer Trinkmenge von etwa einem Dreiviertelliter Bier.

Dabei ist Bier eigentlich reich an Magnesium: Ein Liter Bier enthält 113 Milligramm und gehört damit zu den gehaltvollsten Magnesiumversorgern unter den Nahrungsmitteln, neben einem Liter Wein oder 100 Gramm dunkler Schokolade, die bis zu 300 Milligramm enthalten können. Wie so häufig gilt also: In Maßen genießen, denn schon ein kleines Glas Wein, ein kleines Bier oder ein Stück Zartbitterschokolade können den Magnesiumhaushalt bereichern.


Alkoholkranke Menschen, die einen stationären Entzug durchmachen, erhalten Magnesium und weitere Mineralstoffe und Vitamine als Standardmedikation. Wer ein so großes Problem mit seinem Alkoholkonsum hat, dass er an einen Entzug mittels medikamentöser Hilfe denkt, sollte dies jedoch niemals auf eigene Faust in Angriff nehmen. Ein eigenmächtig zusammengemixter Vitamin- und Mineralstoffcocktail kann mehr Schaden anrichten als nützen. Die hohen Belastungen, die während eines Entzuges auftreten können, lassen sich mit professioneller medizinischer und psychologischer Hilfe weitaus besser bewältigen als alleine.

Natürlich ist nicht jeder zeitweise erhöhte Alkoholkonsum gleich als problematisch zu betrachten, und selbstverständlich ist nicht jeder, der ab und zu einen über den Durst trinkt, gleich Alkoholiker. Man sollte sich aber bewusst machen, dass regelmäßiger hoher Alkoholkonsum die Wahrscheinlichkeit für spätere gesundheitliche Beeinträchtigungen beträchtlich erhöht: Krebs, Schädigungen der Leber und des Nervensystems, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse sowie Persönlichkeitsveränderungen sind einige der möglichen Folgen. Auch Mangelerscheinungen wie Magnesiummangel durch weniger bewusste Ernährung und höherer Nährstoffverlust kommen in in dieser Gruppe bedeutend öfter vor als in der Durchschnittsbevölkerung.

Gesunder Genuss in Maßen

Daher gilt: wer mäßig trinkt, hat mehr Genuss und sogar ein paar gesundheitliche Vorteile. Tatsächlich lassen sich bei maßvollem Alkoholgenuss gesundheitsfördernde Wirkungen nachweisen, wie der Herzschutzfaktor von einem kleinen Glas Wein täglich. Männer bleiben bis 30 Gramm reinen Alkohol innerhalb der risikoarmen Zone, Frauen sollten nicht mehr als 20 Gramm reinen Alkohol trinken, um Gesundheitsschäden zu vermeiden. Denn Alkohol ist ein Zellgift, tötet Nerven- und Leberzellen, erhöht das Krebsrisiko und die Wahrscheinlichkeit eines frühzeitigen Todes.

Rein statistisch gesehen konsumiert jeder Deutsche täglich etwa einen Viertelliter Wein oder einen halben Liter Bier. Berücksichtigt man die vielen Menschen, die weniger oder gar keinen Alkohol trinken, muss man davon ausgehen, dass fast zehn Millionen Deutsche einen zu hohen Alkoholkonsum pflegen, und etwa 1,3 Millionen als alkoholabhängig einzustufen sind.

Quellen:

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Ihre Morgana Hack, Ärztin und Autorin
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