Wirkung von Magnesium

Magnesium und seine vielfältige Wirkung auf die Gesundheit

Zuletzt aktualisiert am: 19.06.2018 11:50:30

Lange Zeit war sich die Wissenschaft der Bedeutung des Magnesiums für die Biochemie des menschlichen Körpers kaum bewusst. Das hat sich gewandelt: Der Mineralstoff rückt heute in der Nahrungsergänzungsmittel- und Arzneimittelindustrie immer mehr in den Mittelpunkt des Interesses. Denn Magnesium ist ein lebenswichtiger Mikronährstoff, den unser Körper nicht selbst herstellen kann. Er muss deshalb in ausreichender Menge zugeführt werden – am besten über die der Nahrung, in bestimmten Fällen auch über Nahrungsergänzungsmittel. Ohne ausreichende Versorgung mit Magnesium kann unser Organismus die vielen wichtigen Funktionen, die durch Magnesium gesteuert oder beschleunigt werden, nicht optimal erfüllen. Alles Wissenswerte über die Wirkung von Magnesium auf die Gesundheit, verrät der Artikel. 

Obwohl das Bewusstsein für die Bedeutung eines ausgeglichenen Magnesiumhaushalts auf zahlreiche Körperfunktionen in den letzten Jahren gestiegen ist und Informationen zum Thema gut verfügbar sind, hinkt die Ernährungspraxis vieler Deutscher den aktuellen Erkenntnissen zum Thema Magnesium noch etwas nach. So nehmen laut der Nationalen Verzehrsstudie II aus dem Jahr 2008 (NVS 2008) 28,6 Prozent der Frauen und 26,1 Prozent der Männer über ihre Ernährung weniger Magnesium zu sich als offiziell empfohlen wird. Bei jungen Frauen und Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren sind es sogar 56,4 Prozent. 

Wirkung von Magnesium: Auf einen Blick

  • Der Einsatz von Magnesiumpräparate kann zur Unterstützung der Behandlung verschiedenster Erkrankungen sinnvoll sein. Vor allem Diabetiker, Herz-Kreislaufkranke, Migränepatienten und Übergewichtige können – eine individuell passende Dosierung und regelmäßige ärztliche Kontrollen vorausgesetzt – von einer Mineralstoffgabe profitieren.
  • Auch gesunde Menschen benötigen manchmal eine zusätzliche Gabe an Magnesium. Dazu zählen Sportler, Schwangere und Stillende sowie Jugendliche und Senioren.
  • Seit 2015 ist Magnesium die erste Therapieempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und offizielles nicht-verschreibungspflichtiges Mittel der Wahl bei Wadenkrämpfen.
Was ist Magnesium und wofür brauchen wir es?
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Was ist Magnesium und wofür brauchen wir es?

Magnesium ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Mg. Im Periodensystem der Elemente steht es auf Platz 12. Als achthäufigstes Element der Erde hat das Erdalkalimetall eine beachtliche Bedeutung für die Entwicklung von Leben auf unserem Planeten. Die Herkunft der Elementbezeichnung „Magnesium“ wird seinem Entdecker, dem schottischen Physiker und Chemiker Joseph Black zugeordnet. Er benannte 1755 das Magnesia alba (Magnesiumcarbonat) nach Magnesia, einer kleinasiatischen Stadt, die heute zur Türkei gehört. Das Wort könnte aber auch von „Magnisia“ kommen, einem Gebiet im östlichen Griechenland.

Magnesium gehört als Mineralstoff zu den Elektrolyten. Darunter versteht man Substanzen, die gewöhnlich als Ionen vorliegen, also eine elektrische Ladung und in wässriger Lösung elektrische Leitfähigkeit besitzen. Zu den wichtigsten biologisch aktiven Elektrolyten zählen neben Magnesium vor allem Natrium, Kalium und Kalzium sowie verschiedene Phosphate und Chloride. In der Biologie spielen alle diese Elektrolyte eine wichtige Rolle, sie steuern gemeinsam wesentliche Prozesse auf zellulärer Ebene und stehen untereinander in enger Wechselwirkung.

Magnesium ist ein sogenanntes Mengenelement, im menschlichen Körper sind ständig zwischen 20 und 25 Gramm des Mineralstoffes gespeichert. Der Großteil davon befindet sich in den Knochen und in der Skelettmuskulatur, etwa ein Prozent zirkuliert frei oder an Proteine gebunden im Blut.

Tatsächlich ist Magnesium einer der wichtigsten Mineralstoffe des Körpers. Aufgrund seiner vielseitigen Wirkungen kann es zur Unterstützung zahlreicher medizinischer Behandlungen eingesetzt werden.

Wirkungen von Magnesium

Wofür ist Magnesium also im Einzelnen gut? 

Magnesium wirkt mit:

  • bei der Knochenbildung
  • im Energiestoffwechsel
  • bei der Herstellung von Proteinen, den wichtigsten Bauelementen des Körpers
  • der Muskeltätigkeit und im Nervensystem
  • der Bereitstellung von Nukleinsäuren und dadurch beim Aufbau unserer Erbsubstanz

Im Grunde genommen gibt es keinen Bereich im Körper, der nicht auf Magnesium angewiesen ist. Alle Zellen benötigen Magnesium, um ihrer Funktion entsprechend arbeiten zu können. Eine geregelte Verdauung? Nicht ohne Magnesium. Ein widerstandsfähiges Immunsystem? Nur mit Magnesium. Körperliche Fitness und eine gute Figur? Ja, mit genügend Magnesium im Blut. Gesundheit und Magnesium sind untrennbar miteinander verbunden.

Wirkung von Magnesium auf Psyche und Fitness

Magnesium hat Einfluss auf die Ausschüttung von Adrenalin, dem „Stresshormon“. Zudem beeinflusst der Mikronährstoff das hormonelle Gleichgewicht der Nebennieren, Nebenschilddrüse und der Schilddrüse und spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Blutzuckers. Diese Hormonsysteme „managen“ viele Körperfunktionen, die in Zusammenhang mit unserem psychischen Wohlbefinden und unserer Regenerationsfähigkeit stehen.

Der Mineralstoff ist zudem mitbeteiligt an der Übertragung des Aktionspotentials von der Nerven- auf die Muskelzelle und hat somit Einfluss auf die Erregungsleitung. Er reguliert das Zusammenziehen und Erschlaffen der Skelett-, Herz-, Gefäß- und Gebärmuttermuskulatur und sorgt so für ein reibungsloses Funktionieren aller Muskeln sowie des zentralen Nervensystems im menschlichen Körper. Eine gut abgestimmte Funktion dieser Regulationsmechanismen wirkt sich unter anderem auf die Qualität des Schlafes und damit indirekt auf unser psychisches Wohlbefinden aus.

Ein ausreichender Magnesiumspiegel ist außerdem wichtig für unsere körperliche und geistige Fitness. Stress und sportliche Betätigung steigern den Magnesiumverlust durch eine erhöhte Ausscheidung über die Niere. Auch durch Schwitzen geht Magnesium verloren. Deshalb nehmen Sportler vor und nach Wettkämpfen gern eine „Extraportion“ Magnesium zu sich. Wer unter Dauerstress leidet oder sich ausgebrannt fühlt, kann sich ebenfalls mit einer zusätzlichen Magnesiumzufuhr behelfen: Der Mineralstoff hat eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem. Bei hohem Alkoholkonsum sollten der erhöhte Magnesiumverlust über die Niere ebenfalls rechtzeitig ausgeglichen werden. Auch gesunde Menschen profitieren in solchen Situationen von der Einnahme von Magnesium.

Wirkung von Magnesium auf die Muskeln

Da Magnesium die Übertragung des Aktionspotentials von der Nerven- auf die Muskelzelle beeinflusst, wirkt es auf die Steuerung von Kontraktions- und Relaxationsphasen der Muskulatur. Dies ist wichtig, weil eine Störung dieser Steuerung zu Muskelkrämpfen führen kann. Störungen im Elektrolythaushalt gelten als die häufigste Ursache für Krämpfe. Meist handelt es sich dabei um ein Ungleichgewicht von Magnesium und Kalzium.

Durch gezielte Zufuhr von Magnesium lassen sich Wadenkrämpfe, Zehenkrämpfe, Lidzucken, Bauchkrämpfe und verspannte Muskelpartien im Schulter-Nackenbereich sowie im Rücken lösen. Auch Schmerzpatienten, insbesondere Migränepatienten, können von einer zusätzlichen Magnesiumgabe profitieren.

Zur Vorbeugung von Migräne wird eine Substitution mit bis zu 600 Milligramm Magnesium empfohlen. Die krampflösende Wirkung von Magnesium kann auch zur Linderung von Menstruationsbeschwerden eingesetzt werden. Bei PMS (Prämenstruelles Syndrom) berichten Frauen häufig über eine zusätzliche positive Wirkung von Magnesium auf die psychischen Symptome. Ob das eine Folge der krampflösenden Wirkung ist oder eine andere Ursache hat, ist aber noch nicht ausreichend geklärt. Ferner kann eine kontrollierte Magnesiumsubstitution helfen, Asthmabeschwerden zu lindern. 

Wirkung von Magnesium auf die Knochen

Magnesium ist zusammen mit Kalzium von Bedeutung für die Knochenfestigkeit von Skelett und Zähnen. Bei Magnesiummangel kann es zum Abbau eines Teils des in den Knochen gespeicherten Magnesiums kommen, da der Körper es dringend für die Energiegewinnung mit ATP benötigt. Dieser „Raubbau“ ist auf Dauer schädlich für die Knochen. Magnesiummangel erhöht daher das Osteoporose-Risiko und kann zur Abnahme der Knochenfestigkeit führen.

Wirkung von Magnesium auf das Herz

Magnesium ist ein natürlicher Kalziumantagonist. Am Herzen hat Magnesium Einfluss auf Kalzium- und Kaliumkanäle und ist wichtig für den ungestörten Ablauf der Erregungsleitung im Herzmuskel. Verschiebt sich dieses Gleichgewicht der Elektrolyte, kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen.

Insbesondere DiabetikerHerz-Kreislaufkranke, Betroffene von Bluthochdruck, Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen sollten rechtzeitig in Absprache mit dem behandelnden Arzt eine Magnesiumsubstitution in Betracht ziehen. Ein Magnesiummangel kann bei bestimmten Grunderkrankungen das Entstehen von Folgeschäden begünstigen. Dies trifft besonders auf Patienten mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems zu. So belegt eine Meta-Analyse von sieben prospektiven Studien aus dem Jahr 2012 eine statistisch relevante Reduktion des Risikos, einen Schlaganfall zu erleiden, wenn Magnesium substituiert wird.

Wirkung von Magnesium in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen haben einen erhöhten Magnesiumbedarf. Sie sollten täglich mindestens 310 Milligramm Magnesium zuführen. In Studien konnten positive Wirkungen von Magnesium auf den Schwangerschafts- und Geburtsverlauf festgestellt werden. Bluthochdruck und Schwangerschaftsdiabetes treten unter Magnesiumsubstitution seltener auf. Schon lange wird in der Geburtsmedizin Magnesiumsulfat über die Vene verabreicht, um vorzeitige Wehen und Fehlgeburten zu verhindern.

Wirkung von Magnesium für Kinder und ältere Menschen

Jugendliche und Senioren zählen zu den Risikogruppen für einen Magnesiummangel. Magnesium hat eine mindestens ebenso große Bedeutung für den gesunden Knochenaufbau wie Kalzium. Eine zusätzliche Magnesiumzufuhr kann für Jugendliche hilfreich sein, um ein gesundes Knochenwachstum sicherzustellen. Bei Senioren kann die Einnahme von Magnesiumpräparaten dabei helfen, einer Osteoporose vorzubeugen. 

Bedarf und Aufnahme von Magnesium
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Bedarf und Aufnahme von Magnesium

Magnesium gehört zu den essenziellen Stoffen und muss mit der täglichen Nahrung aufgenommen werden, da es vom Körper nicht selbst hergestellt werden kann. Aktuelle Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGFE) liegen bei einer täglichen Aufnahme von 300 bis 400 Milligramm bei gesunden erwachsenen Personen. Für Kinder, Jugendliche, Schwangere, Senioren und Menschen mit bestimmten Erkrankungen gelten eigene Richtwerte, ebenso für Leistungssportler. Am besten nimmt man Magnesium über die Nahrung auf.

Lebensmittel mit viel Magnesium

  • Getreide, zum Beispiel Haferflocken (140 mg/100g), Hirse (170mg/100g) oder Naturreis (157mg/100g)
  • Hülsenfrüchte, zum Beispiel Sojabohnen (220mg/100g) oder Kichererbsen (155 mg/100g)
  • Keime, wie Weizenkeime (253mg/100g)
  • Kakao (415 mg/100g)
  • Nüssen und Saaten, zum Beispiel Mandeln (170mg/100g), Kürbiskerne (534 mg/100g), Sonnenblumenkerne (420 mg/100g) oder Leinsamen (350 mg/100g)

Wer trotz magnesiumreicher Ernährung Symptome eines Magnesiummangels feststellt, kann den erhöhten Bedarf auch mit Magnesiumpräparaten decken. Ein solcher liegt zum Beispiel bei Schwangeren, Sportlern, Menschen mit Resorptionsstörungen des Darms, unter Stressbelastung oder im Alter vor. Die Ursachen des Mangels sollten allerdings vor einer Substitution immer ärztlich abgeklärt werden. Magnesium ist in vielfältigen Darreichungsformen zu haben - als Brausetabletten, Kapseln oder auch als Trinkgranulat. 

Magnesiummangel als Risikofaktor für die Gesundheit

Magnesiummangel als Risikofaktor für die Gesundheit

Ein Magnesiummangel ist daher ein Risikofaktor für unsere Gesundheit und entsprechend vielfältig sind die Anwendungsgebiete von Magnesium. Dabei sollte immer bedacht werden, dass die beste Magnesiumquelle eine gesunde, ausgewogene Ernährung darstellt. In besonderen Situationen mag es aber notwendig sein, den täglichen Bedarf durch Einnahme eines Magensiumpräparates abzudecken.

Das gilt besonders bei Krankheit, in Stresssituationen, in der Schwangerschaft oder beim Sport. Eine Magnesiumsubstitution sollte allerdings nicht eigenmächtig erfolgen. Sinnvoller ist es, den exakten zusätzlichen Bedarf zunächst beim Hausarzt feststellen zu lassen und sich im Falle einer notwendigen zusätzlichen Einnahme an die ärztlich empfohlene Dosis zu halten. Hochdosierungen von Magnesium sind nicht nur unnötig, im Extremfall können sie sogar mehr Schaden als Nutzen anrichten.

Unterschätzen sollte man die Bedeutung von Magnesium aber auf keinen Fall: Neben seiner Funktion bei der Energiegewinnung ist es im menschlichen Stoffwechsel als Cofaktor an der Aktivierung von über dreihundert Enzymen, an der Bildung von Nukleinsäuren – den Bausteinen unserer DNA –, an der Erregungsleitung von der Nerven- zur Muskelzelle und am Aufbau von Zellmembranen beteiligt.

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die Inhalte unseres Magnesium-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem Arzt oder Apotheker.
Ihre Morgana Hack, Ärztin und Autorin
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