Magnesium-Wissen

Magnesiummangel erkennen: Die wichtigsten Ursachen und Symptome im Überblick

Zuletzt aktualisiert am: 18.08.2016 16:18:32
Magnesiummangel erkennen: Die wichtigsten Ursachen und Symptome im Überblick

Ein Mensch braucht zwischen 300 und 400 mg Magnesium täglich. Der Mineralstoff ist für unseren Körper lebensnotwendig, kann von ihm aber nicht selber produziert werden. Wer sich gesund und ausgewogen ernährt und viel Gemüse, Vollkorngetreide und Nüsse zu sich nimmt, kann seinen Magnesiumbedarf in der Regel über seine Nahrung decken. Bestimmte Faktoren und Lebenssituationen können den individuellen Bedarf jedoch erhöhen. Wer hier nicht aufpasst, leidet vielleicht an Muskelschmerzen, Wadenkrämpfen oder Lidflattern – klassischen Anzeichen für einen Magnesiummangel.

Magnesiummangel heißt in der medizinischen Fachsprache Hypomagnesiämie. Darunter versteht der Mediziner eine zu geringe Konzentration von Gesamtmagnesium im Blut (unter 0,65 mmol pro Liter). Eine Hypomagnesiämie kann eine ganze Reihe unterschiedlicher Ursachen haben, für die meisten davon tragen wir allerdings selbst die Verantwortung: Manche Ursachen für Magnesiummangel sind allerdings krankheitsbedingt oder durch Einnahme bestimmter Medikamente verursacht. Bei 0,1 bis 1 Prozent der Bevölkerung gibt es einen Magnesiummangel durch erbliche (genetische) Veranlagung. Da ein Magnesiummangel unangenehme Folgen haben kann, ist es wichtig, frühzeitig auf eine ausreichende Versorgung zu achten.

Auf einen Blick:

  • Risikogruppen für einen Magnesiummangel sind jüngere und ältere Menschen, Diabetiker, Schwangere und Stillende, Leistungssportler und Menschen, die physisch anstrengenden Tätigkeiten nachgehen
  • Einseitige Ernährung und anhaltender Stress können einen Magnesiummangel begünstigen
  • Medikamenteneinnahme, häufiger Gebrauch von Abführmitteln, Über- und Untergewicht und Alkoholismus bedingen oft eine Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen wie Magnesium
  • Neben klassischen Symptomen wie Wadenkrämpfe, Müdigkeit und Kopfschmerzen kann ein Magnesiummangel vielfältige Folgeerscheinungen zeigen

Magnesiummangel erkennen: Ein Labyrinth der Beschwerden

Für Fachärzte ist es nicht einfach, einen Magnesiummangel zu erkennen. Ein Mineralstoffmangel kann sich durch eine große, fachübergreifende Vielfalt an unterschiedlichen Symptomen äußern, die sich im ganzen Körper bemerkbar machen können – denn Magnesium wird für mehr als 300 Stoffwechselprozesse benötigt. Mediziner sprechen von einem Magnesiummangel, wenn die Konzentration von Magnesium im Blut unter 0,65 mmol pro Liter gefallen ist.

Muskeln, Gefäße, Herz, Nerven, Knochen, Nieren, die Verdauung, der weibliche Zyklus, die Psyche, der Schlaf und das Immunsystem: Alle Körperregionen können auf einen niedrigen Magnesiumspiegel reagieren – Magnesiummangel lässt im Grunde kein medizinisches Fachgebiet aus. Die Medizin hat zudem Magnesiummangel auch im Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen wie Alzheimer, Diabetes und Bluthochdruck beobachtet. Die Forschung sieht darin einen ernstzunehmenden Symptomkomplex und bemüht sich um neue Methoden, damit Magnesiummangel künftig im Labor effektiver diagnostiziert werden kann.

Allerdings reagieren Menschen individuell unterschiedlich auf Magnesiummangel – bei manchen Menschen einen treten die Symptome schneller in Erscheinung als bei anderen. Wichtig zu wissen: Die Ursachen für Magnesiummangel führen meist erst Jahre oder Jahrzehnte später zu sichtbaren Symptomen.

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Symptome: Wie äußert sich ein Magnesiummangel?


Häufigstes Symptom sind die berühmt-berüchtigten Wadenkrämpfe, die bei Magnesiummangel oft als Warnsymptom auftreten. Folgende Symptome können individuell in Zusammenhang mit einem Magnesiumdefizit auftreten:

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Ursachen: Wie wir uns täglich Magnesium rauben

Zu den Risikogruppen zählen Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 19 Jahren sowie ältere Menschen, vor allem bei Diabetes (Zuckerkrankheit) oder wenn Entwässerungsmittel (Diuretika) eingenommen werden. Zudem müssen sich Schwangere und Stillende durch eine höhere Magnesiumzufuhr gegen Defizite wappnen. Leistungssport und schwere körperliche Arbeit, die mit starkem Schwitzen verbunden ist, führen ebenfalls zu erhöhtem Verbrauch. Sportler erreichen nachweislich eine bessere Leistungsfähigkeit, wenn Sie vor Wettkämpfen Magnesium einnehmen.

In vielen Fällen sind wir selbst dafür verantwortlich, wenn der Magnesiumspiegel aus dem Gleichgewicht gerät. Etwa wenn wir etwa zu wenig Magnesium über unsere Nahrungsmittel aufnehmen oder regelmäßig zuviel von ihm wieder ausscheiden. So sind ungesunde, einseitige Ernährung und Alkoholmissbrauch häufige Auslöser, ebenso der Gebrauch von Medikamenten und Stress. Dazu kommen Erkrankungen wie Diabetes, chronische Darmerkrankungen und hormonelle Störungen als weitere Risikofaktoren für eine Unterversorgung mit Magnesium.

Magnesiummangel im Essen

Der Magnesiumbedarf wird über die Ernährung oftmals nicht ausreichend gedeckt. Hauptverantwortlich dafür sind unsere modernen Ernährungsgewohnheiten, die häufig einseitig und unausgewogen sind. Gerade häufig gekaufte industriell verarbeitete Lebensmittel bzw. Fertigprodukte haben einen sehr geringen Magnesiumgehalt. Werden dazu auch noch wenig Gemüse und Vollkornprodukte verzehrt, kann dies einen Magnesiummangel begünstigen.

Alkoholabhängigkeit kann zu
Magnesiummangel führen.

Alkoholmissbrauch und dessen Begleiterkrankungen

Regelmäßiger Alkoholkonsum begünstigt einen Magnesiummangel. Schon ab 0,5 Promille entfaltet der Alkohol seine harntreibende Wirkung und schwemmt dadurch vermehrt Magnesium aus dem Körper. Mögliche Folgekrankheiten von Alkoholmissbrauch wie Leberzirrhose oder entzündete Bauchspeicheldrüsen sind ebenfalls schlecht für den Magnesiumhaushalt.

Erbrechen und Durchfall

Durchfall und Erbrechen führen über Wasser- auch zu Elektrolytverlust – und somit zu Verlusten von Magnesium. In der Regel hat sich der Magnesiumhaushalt aber schnell wieder normalisiert. Doch wer an chronischen Durchfällen leidet oder dauerhaft Abführmittel einnimmt, kann selbst ein Magnesiumdefizit begünstigen. Laxantienabusus nennt man den Missbrauch von Abführmitteln, der gelegentlich bei Fällen hartnäckiger Verstopfung oder Teenagern im Schönheitswahn auftritt. Es ist ein Teufelskreis: Der Einsatz von Abführmitteln führt zum Magnesiummangel, bei dem wiederum eine Verstopfung als klassisches Symptom auftritt. Wieder wird zu den Abführmitteln gegriffen, wodurch sich der Magnesiummangel und die Verstopfung verstärken. 

Fasten, Diäten, intravenöse Ernährung

Auch Unter- und Übergewicht können mit einem Magnesiummangel durch falsche Ernährung in Zusammenhang stehen. Diäten können sehr sinnvoll sein, um Übergewicht zu reduzieren – übertreiben sollte man jedoch nicht, da die Gefahr besteht, durch die niedrige Kalorienzufuhr nicht nur insgesamt zu wenig Nährstoffe, sondern auch zu wenig Magnesium aufzunehmen. Bei manchen Erkrankungen ist eine Ergänzung  über die Vene oder über eine Magensonde notwendig, wodurch auch hier die Gefahr einer Unterversorgung mit essentiellen Nährstoffen  besteht.

Krankheiten als Ursache für Magnesiummangel

Darmschäden, Darmresektion und chronische Darmkrankheiten wie Morbus Crohn, Colitits ulcerosa, Zöliakie und andere Störungen der Nahrungsaufnahme im Darm verursachen meist Magnesiummangel, da der Nährstoff nicht in ausreichender Menge aus dem Darm resorbiert werden kann.

Diabetes und vor allem eine schlechte Blutzuckereinstellung sind Kriterien, die zur Unterversorgung mit Magnesium führen können, da es über die Niere verloren geht. Schilddrüsenüberfunktion, Störungen der Nebenschilddrüse und Überproduktion von Aldosteron verursachen ebenfalls Magnesiummangel, ebenso wie die Einnahme von Hormonen oder der Anti-Baby-Pille.

Stress senkt den Magnesiumspiegel

Stress erhöht die Adrenalinausschüttung. Was allerdings die Wenigsten wissen: Stresshormone wie Adrenalin senken den Magnesiumspiegel. So gerät man bei Dauerstress in einen Teufelskreis: Das „Anti-Stress-Mineral“ Magnesium wird übermäßig ausgeschieden und kann dem Stress nicht mehr gegensteuern. Unter Stress leidet auch die Regulation des Blutzuckerspiegels – bei Magnesiummangel verschlimmert sich dieser Effekt weiter.

Magnesiummangel als unerwünschte Nebenwirkung

Medikamente wie „kaliumsparende“ Entwässerungsmittel, die Magnesium mitausschwemmen, Abführmittel, Chemotherapeutika bei Krebs (Cisplatin), Immunsuppressiva (Ciclosporin), einige Antibiotika (Tetracycline), Protonenpumpenhemmer und die Anti-Baby Pille: Sie alle können zu einer Unterversorgung mit Magnesium führen.

Diagnose: Wie wird Magnesiummangel festgestellt?

Einen gravierenden Magnesiummangel kann man im Labor testen. Da die meisten Laboratorien jedoch nur das Gesamtmagnesium im Blut testen, macht sich ein Magnesiummangel erst bemerkbar, wenn die Magnesiumzufuhr bereits über einen längeren Zeitraum unterhalb des täglichen individuellen Magnesiumbedarfs liegt und kein weiteres Magnesium mehr aus den Speichern freigesetzt werden kann. Auf jeden Fall sollte der behandelnde Arzt auch alle anderen möglichen Ursachen der Symptomatik in Betracht ziehen, da je nach auftretender Symptomatik unter anderem auch Herzrhythmusstörungen oder eine chronische Magen-Darmerkrankung als Auslöser infrage kommen können.

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Ihre Morgana Hack, Ärztin und Autorin
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