Magnesium-Wissen

Welche Aufgaben erfüllt Magnesium im menschlichen Körper?

Zuletzt aktualisiert am: 20.09.2016 12:23:55
Welche Aufgaben erfüllt Magnesium im menschlichen Körper?

Magnesium – nicht länger das „vergessene Ion“

Lange Zeit war sich die Wissenschaft der Bedeutung des Magnesiums für die Biochemie des menschlichen Körpers kaum bewusst.
Zu Unrecht: Das „vergessene Ion“ rückt heute immer mehr in den Mittelpunkt der Nahrungsergänzungsmittel- und Arzneimittelindustrie. Denn Magnesium ist ein lebenswichtiger Mikronährstoff, den unser Körper nicht selbst herstellen kann. Deshalb muss er in ausreichender Menge mit der Nahrung oder über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden – denn ohne Magnesium kann unser Organismus nicht funktionieren.

Auf einen Blick:

  • Magnesium zählt zu den wichtigsten Mineralstoffen für den Organismus
  • Ein Erwachsener hat etwa 25 Gramm Magnesium im Körper, davon befinden sich 99 Prozent in den Zellen
  • Magnesium wird für den Energiestoffwechsel, gesunde Muskulatur und Knochenfestigkeit, das hormonelle Gleichgewicht und die Herzgesundheit benötigt
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Mikronährstoff Magnesium

Magnesium gehört als Mineralstoff zu den Elektrolyten. Zu diesen zählen außerdem Natrium, Kalium, Kalzium, Phosphat und Chlorid. Magnesium ist ein positiv geladenes Ion. Mengenmäßig ist es nach Kalzium der zweitwichtigste Mineralstoff einer Zelle. Man unterscheidet die Mineralstoffe von Spurenelementen wie Kupfer oder Selen.

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Magnesium-Physiologie

Ein 70 Kilo schwerer Erwachsener hat etwa 25 Gramm Magnesium im Körper. Zu 99 Prozent sitzt es innerhalb der Zelle, nur etwa ein Prozent des Gesamtmagnesiums befindet sich im Blut. 60 Prozent des Magnesiums sind im Knochengewebe lokalisiert, der Rest in der Muskulatur und in den restlichen Körperzellen. Deshalb nennt man Magnesium auch Knochen- und Muskelmineral.

Der messbare Gesamtmagnesiumgehalt im Blutplasma beträgt 0,7 bis 1 mmol/Liter. Vom „Plasma-Magnesium“ wiederum sind 55 Prozent frei schwimmend (als Magnesium-Ion), die übrigen 45 Prozent sind an Eiweiße und andere Moleküle gebunden. Der größte Anteil an Magnesium, das innerhalb der Zellen, wird bei einer Messung des Blutplasmaspiegels nicht erfasst. Rückschlüsse, ob im Körper ein Magnesiummangel vorliegt, kann dieses Ergebnis daher nicht zuverlässig geben. Solange die Magnesiumzufuhr unterhalb des täglichen individuellen Magnesiumbedarfs liegt, wird aus Magnesiumspeichern des Körpers (Knochen und Zellen) Magnesium freigesetzt, um den Magnesiumspiegel im Blut konstant zu halten. Erst wenn aus diesen Speichern kein weiteres Magnesium mehr freigesetzt werden kann, sinkt auch der Magnesiumspiegel im Blut. Erst jetzt lässt sich ein Magnesiumdefizit auch über eine Blutspiegelmessung feststellen.

Welche Funktion hat das Magnesium in unseren Zellen? Mehr als 300 Enzyme (Eiweiße, die Stoffwechselvorgänge steuern) sind auf Magnesium als Co-Faktor angewiesen.

Magnesium und Erbsubstanz

Magnesium spielt eine bedeutende Rolle in der Eiweiß- und DNS-Synthese. Es ist somit an der Bildung und Reparatur der Erbsubstanz und an der Zellteilung beteiligt.

Magnesium und Energiestoffwechsel

Zur Energiegewinnung und -freisetzung wird Magnesium benötigt. Das Adenosintriphosphat (ATP) in den Mitochondrien, unseren „Zellkraftwerken“, bildet zusammen mit dem Magnesium-Ion einen stabilen Komplex. Niedrige Magnesiumkonzentration führt zur Verlangsamung der Energiebereitstellung. Ohne Magnesium gäbe es keine Zellatmung und unsere Zellen würden früher sterben.

Magnesium und Zellmembranen

Magnesium stabilisiert biologische Membranen wie die Haut der Zellen (Zellmembran). Magnesium regelt die Durchlässigkeit der Zellmembran für Elektrolyte. Es ist Co-Faktor der Natrium-Kalium-Zellpumpe. Es ist wichtig für das biologische Gleichgewicht des Mineralstoffhaushaltes der Zellen.

Magnesium für Nervensystem und Muskulatur

Magnesium ist mitbeteiligt an der Übertragung des Aktionspotentials von Nerv zur Muskelzelle und hat somit Einfluss auf die Erregungsleitung. Es reguliert das Zusammenziehen und Erschlaffen unserer Muskeln in der Skelettmuskulatur, Herzmuskulatur, Gefäßmuskulatur oder Gebärmuttermuskulatur. Magnesium sorgt für das entspannte Funktionieren jeglicher Muskeln und des zentralen Nervensystems im menschlichen Körper.

Magnesium und Stressregulierung

Magnesium hat Einfluss auf die Ausschüttung von Adrenalin, dem „Stresshormon“. Zudem beeinflusst der Mikronährstoff das hormonelle Gleichgewicht der Nebennieren, Nebenschilddrüse und Schilddrüsenfunktion sowie die Blutzuckerregulierung. Diese Hormonsysteme „managen“ den gesamten Haushalt.

Magnesium und Herzmuskel

Magnesium ist ein natürlicher Kalziumantagonist. Am Herzen hat Magnesium Einfluss auf Kalzium- und Kaliumkanäle und ist wichtig für den ungestörten Ablauf der Erregungsleitung im Herzmuskel. Verschiebt sich dieses Gleichgewicht der Elektrolyte, kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen.

Magnesium und Knochen

Magnesium ist zusammen mit Kalzium von Bedeutung für die Knochenfestigkeit von Skelett und Zähnen. Bei Magnesiummangel kann es zum Abbau eines Teils des in den Knochen gespeicherten Magnesiums kommen, da der Körper es dringend für die Energiegewinnung mit ATP benötigt. Dieser „Raubbau“ ist auf Dauer schädlich für die Knochen. Magnesiummangel erhöht daher das Osteoporose-Risiko und kann zur Abnahme der Knochenfestigkeit führen.

Magnesiumaufnahme und Ausscheidung

Die Magnesiumaufnahme (Resorption) findet im Dünndarm statt, wird dort allerdings nur zu einem Drittel resorbiert. Führen wir mit der Nahrung 300 Milligramm Magnesium zu, stehen bei ungestörter Aufnahme nur etwa 100 Milligramm dem Organismus tatsächlich zur Verfügung. Eiweiß und Vitamin D fördern die Magnesiumaufnahme im Darm, ebenfalls Parathormon und Wachstumshormon. Mit dem Urin wird ein Magnesiumüberschuss aus dem Körper beseitigt, allerdings scheidet die Niere den Nährstoff nicht einfach vollständig aus – dies hätte fatale Folgen.
Bei normaler Nierenfunktion wird in den Nierentubuli ein Teil des Magnesiums wieder zurückgewonnen und steht dem Körper nach wie vor zur Verfügung.

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die Inhalte unseres Magnesium-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem Arzt oder Apotheker.
Ihre Morgana Hack, Ärztin und Autorin