Einnahme von Magnesium

Magnesium – wie schnell wirkt der Mineralstoff im Körper?

Zuletzt aktualisiert am: 19.08.2016 09:49:13
Magnesium – wie schnell wirkt der Mineralstoff im Körper?

Bioverfügbarkeit und Anwendungsdauer von Magnesium

Wird Magnesium auf oralem Wege, also in Form von Tabletten, Dragees, Kapseln, Micropellets oder als Trinkgranulat eingenommen, gelangt es nach Freisetzung des eigentlichen Inhaltsstoffs, dem freien Magnesium-Ion, über die Darmschleimhaut in die Blutbahn. Abhängig von körperlicher Konstitution, Mineralstoffhaushalt und allgemeinem Gesundheitszustand kann sich die Resorptionsrate, also die Mineralstoffmenge, die der Körper aufnehmen kann, von Mensch zu Mensch unterscheiden. Liegt eine Unterversorgung von Magnesium vor, werden bis zu 75 Prozent der zugeführten Nährstoffmenge resorbiert, bei Magnesiumüberschuss sinkt der Wert auf ein Viertel. Ist der Mineralstoffspiegel ausgeglichen, liegt die Resorptionsrate bei 30 bis 60 Prozent. Chronisch entzündliche Darmkrankheiten können die Magnesiumaufnahme stark hemmen und die Substitution über orale Darreichungsformen erschweren. Bei schwerem Magnesiummangel, der eine gestörte Aufnahmefähigkeit zur Ursache hat, bieten sich Injektionen durch den Arzt an.

Auf einen Blick:

  • Die Mineralstoffmenge, die der Körper aufnehmen kann, hängt nicht vom eingenommenen Wirkstoff ab. Sie hängt vielmehr mit dem Versorgungszustand des Körpers zusammen: Bei Magnesiummangel werden vom Körper höhere Mengen Magnesium aufgenommen
  • Bis die Magnesiumspeicher gefüllt und ein Mangel behoben ist, kann es eine Weile dauern. Eine Substitution mit Magnesium sollte daher über mindestens sechs Wochen durchgeführt werden
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Welche Magnesiumpräparate eignen sich zur Substitution?

Aus der Vielzahl an Präparaten, die teilweise auf unterschiedlichen Magnesiumverbindungen basieren, ist es gar nicht so leicht, das Richtige auszuwählen: Ob nun organische Magnesiumsalze wie Magnesiumcitrat oder -aspartat oder eine anorganische Verbindung wie Magnesiumoxid oder Magnesiumcarbonat.
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Bioverfügbarkeit von Magnesium bei oraler Aufnahme

Die orale Bioverfügbarkeit ist der Anteil eines Wirkstoffes, der dem Körper nach Aufnahme über den Mund und Darm effektiv zur Verfügung steht. Im Unterschied zur intravenösen Zufuhr liegt diese auf jeden Fall unter 100 Prozent. 
Die oftmals aufkommende Behauptung, dass Magnesium aus anorganischen Magnesium-Verbindungen wie Magnesiumoxid oder -carbonat nicht oder schlechter als aus organischen Salzen wie Magnesiumcitrat oder -aspartat aufgenommen wird, stellt leider eine sehr einseitige Ansicht dar, die nach genauer Betrachtung nicht gerechtfertigt ist.
 
Es gibt viele wissenschaftlichen Studien, die sich damit befasst haben, ob es einen Unterschied macht, welches Magnesiumsalz dem Körper zu einer Magnesium-Versorgung zugeführt wird. So gibt es Studien, die den Anschein vermitteln, dass Magnesium nur in Form von organischen Salzen vom Körper verwertet werden kann, jedoch nach der Resorptionszeit, die bei Magnesiumoxid ca. zwei bis drei Tage, bei Magnesiumcitrat ca. fünf Stunden andauert, gelingt es dem menschlichen Körper, das Magnesium aus Magnesiumoxid in vergleichbarem Umfang wie aus anderen Verbindungen aufzunehmen.
 
Chemisch gesehen ist Magnesiumoxid zwar schlechter wasserlöslich, doch bedeutet dies nicht, dass es wasserunlöslich ist. Im Körper liegen ohne Zweifel andere Verhältnisse vor. Der Lösungsvorgang erfolgt hauptsächlich im Magen durch die Magensäure. Nach der Einnahme eines Magnesiumpräparates hängt die Aufnahmemenge ins Blut hauptsächlich vom Versorgungszustand des Körpers ab. Bei einem Magnesiummangel werden vom Körper höhere Mengen des Mineralstoffs aufgenommen, sind die Magnesiumspeicher des Körpers aufgefüllt worden, geht die Resorption aus der Nahrung hingegen wieder auf niedrigere Ausgangswerte zurück.
Der Magnesiumspiegel wird durch körpereigene Regulationsmechanismen des Mineralstoffhaushalts reguliert

Anwendungsdauer von Magnesium

Unabhängig von der Aufnahmedauer sollte die Substitution von Magnesium über mindestens sechs Wochen durchgeführt werden, um einen Magnesiummangel zu beheben. Dabei heißt es geduldig sein, denn Symptome wie Wadenkrämpfe und Konzentrationsschwäche werden sich vielleicht bereits nach ein paar Tagen bessern, doch dauert es einen längeren Zeitraum (sechs bis acht Wochen), bis auch die Magnesiumspeicher im Gewebe gefüllt sind.
Bei der Auswahl des Magnesiumpräparats ist es am besten, es nach den eigenen Bedürfnissen bezüglich Dosierung und Darreichungsform entsprechend auszuwählen. Auch von einer Mischung an Magnesiumverbindungen mit unterschiedlichen Resorptionszeiten kann man profitieren.

Dosierung von Magnesium

Grundsätzlich kann der Körper Magnesium nicht selbst bilden, es wird über die Nahrung aufgenommen. Magnesium ist essentiell wichtig für die Muskelarbeit (auch z.B. des Herzens). Im Nervensystem spielt es eine wichtige Rolle, es reguliert verschieden Vorgänge in Nervenzellen und Nervenbahnen.  Knochen und Zähne lagern Magnesium ein, es sorgt dort für Stabilität.
Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Erwachsene empfohlene Zufuhr von Magnesium über die Ernährung liegt bei 300 bis 400 Milligramm Magnesium pro Tag. Dies sollte in erster Linie über eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung erfolgen. Es gibt aber Umstände, in denen mehr Magnesium verbraucht oder ausgeschieden wird. 
Sollte der individuelle Tagesbedarf nicht gedeckt werden können, besteht die Möglichkeit, die Ernährung durch ein Magnesiumpräparat zu ergänzen. Die Einnahme ist grundsätzlich unabhängig von den Mahlzeiten und der Tageszeit. Da u.a. Muskelkrämpfe meist gehäuft in der Nacht auftreten, wird von manchen Ärzten eine Einnahme vor dem Schlafengehen empfohlen. Dies steht in Zusammenhang mit dem circadianen Rhythmus des Magnesiumstoffwechsels, d.h. der Magnesiumspiegel unterliegt tageszeitlichen Schwankungen und ist nachts in der Regel niedriger als am Tag. 
 

Quellen:

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die Inhalte unseres Magnesium-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem Arzt oder Apotheker.
Ihre Morgana Hack, Ärztin und Autorin