Die richtige Einnahme von Magnesium

Zuletzt aktualisiert am: 21.11.2016 08:40:18
Die richtige Einnahme von Magnesium

Arznei- oder Nahrungsergänzungsmittel – welche Magnesiumpräparate gibt es?

Grundsätzlich kann der Körper Magnesium nicht selbst bilden, es wird über die Nahrung aufgenommen. Magnesium ist essenziell wichtig für die Muskelarbeit (auch z.B. des Herzens).
Im Nervensystem spielt es eine wichtige Rolle, es reguliert verschiedene Vorgänge in den Nervenzellen und Nervenbahnen.  Knochen und Zähne lagern Magnesium ein, dort sorgt es für Stabilität. Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt für Jugendliche und Erwachsene zwischen 300 und 400 mg Magnesium pro Tag. Es gibt aber Umstände, in denen mehr Magnesium verbraucht oder ausgeschieden wird.

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Wie kann Magnesium eingenommen werden?

Auf dem Markt ist eine Vielzahl an Magnesiumpräparaten erhältlich. In der Apotheke, im Internet, im Reformhaus und im Supermarkt findet man Magnesium als Tabletten, Brausetabletten, Trinkgranulate, Direktgranulate, Pulver, Kapseln, Dragees und Injektionslösungen. Magnesium ist aber nicht gleich Magnesium: Wer einen erhöhten Mineralstoffbedarf hat oder an einer Unterversorgung leidet, muss sich entscheiden. Die Preisspanne ist groß, aber auch die Dosierung und die Darreichungsformen sind unterschiedlich. Sollte man lieber zu einem reinen Magnesiumpräparat greifen, um seinen persönlichen Bedarf zu decken oder doch lieber zum Kombinationspräparat mit Vitaminen, Spurenelementen oder Aminosäuren?

Auf einen Blick:

  • Zur Therapie eines Magnesiummangels sind Arzneimittel in der Apotheke rezeptfrei erhältlich
  • Zur Unterstützung einer magnesiumbewussten Ernährung können Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden
  • Es gibt unterschiedliche Produkte und Dosierungen
  • Es kommt vor allem darauf an, wie sie das Präparat am liebsten einnehmen möchten
  • Die Dosierung des Magnesiums wird durch die Lebensumstände  bestimmt
  • Zur Dosierung können Sie bei Unsicherheit auch mit Ihren Arzt oder Apotheker sprechen
  • Bei einem Magnesiummangel wird die Einnahme über mindestens 4-6 Wochen empfohlen, damit der Körper seine Magnesium Speicher auffüllen kann
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In welchen Fällen kann die Einnahme von Magnesium hilfreich sein?

Im Normalfall nimmt ein gesunder, sich ausgewogen ernährender Mensch ausreichend Magnesium über die tägliche Nahrung auf. Bestimmte Lebensweisen oder Lebenssituationen können allerdings das Risiko für einen Magnesiummangel und Symptome wie Muskelkrämpfe und Verspannungen, Mattigkeit, Konzentrationsschwäche oder Niedergeschlagenheit begünstigen. Ob ein Magnesiummangel vorliegt und die zusätzliche Versorgung mithilfe von Magnesiumpräparaten nötig ist, sollte auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden. 

Risikofaktoren, bei denen die Magnesium über die Aufnahme von Magnesium möglicherweise nicht ausreicht, sind zum Beispiel: 

  • einseitige Ernährung – etwa infolge von Diäten
  • Situationen, die zu einem erhöhten Mineralsotffbedarf führen, wie Schwangerschaft, Leistungssport oder dauerhafte Stressbelastung
  • Erkrankungen, die zu erhöhter Magnesiumausscheidung führen, wie Diabetes, Nierenerkrankungen und Alkoholsucht
  • Erkrankungen, die die Aufnahme von Magnesium stören, wie chronische Darmkrankheiten
  • bei Jugendlichen und im fortgeschrittenen Lebensalter besteht erhöhter Magnesiumbedarf

Magnesium als Arzneimittel

Arzneimittel mit dem Wirkstoff Magnesium sind in der Apotheke rezeptfrei erhältlich. Diese zielen auf die Therapie eines nachgewiesenen Magnesiummangels ab, der sich z.B. in Form von Wadenkrämpfen und nervlich-muskulären Störungen äußern kann.
Für die Therapie des Magnesiummangels sollten nach Angaben der WHO (World Health Organisation) bei Erwachsenen mindestens 300 Milligramm Magnesium täglich ergänzt werden, unabhängig vom Geschlecht. Aber nicht nur der Ausgleich des Mangels ist bei magnesiumhaltigen Arzneimitteln von Bedeutung. Eine Vielzahl wissenschaftlich fundierter Studien mit Magnesium zeigen einen positiven Einfluss auf die Herzgesundheit als auch die Prävention von Erkrankungen wie z.B. Diabetes und Bluthochdruck.

Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel

Der Unterschied zum Arzneimittel liegt darin, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht zur Therapie eines Magnesiummangels eingesetzt werden, sondern wie der Name bereits sagt, der Ergänzung unserer Ernährung dienen. Bei einseitiger oder unausgewogener Ernährung oder durch einen erhöhten Bedarf kann es zur Unterversorgung mit Nährstoffen wie Magnesium kommen und somit die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels sinnvoll sein.

Die gängigsten Darreichungsformen von Magnesium

  • Brausetabletten: Brausetabletten werden in einem großen Glas Wasser aufgelöst. Meist werden sie mit Geschmack angeboten. Das Magnesium ist bereits aufgelöst und kann vom Körper sehr gut aufgenommen werden.
  • Kapseln und Tabletten: Magnesiumtabletten und -kapseln sind einfach einzunehmen. Sie können gut dosiert werden, je nach persönlichem Magnesiumbedarf.
  • Direktgranulat: Kann ohne Wassser eingenommen werden und eignet sich daher gut für unterwegs. 
  • Trinkgranulat: Wird in einem Glas Wasser aufgelöst, sprudelt aber nicht. Das Magnesium ist darin bereits aufgelöst und kann vom Körper sehr gut aufgenommen werden.

Anorganisches und organisches Magnesium

Bei Magnesiumwirkstoffen wird zwischen organischen und anorganischen Verbindungen unterschieden. Zu den anorganischen Magnesiumverbindungen zählen z.B. Magnesiumoxid und Magnesiumcarbonat. Daneben gibt es organische Magnesiumverbindungen wie Magnesiumcitrat und Magnesiumaspartat. Für welches Präparat man sich bei Magnesiummangel entscheidet, spielt letztendlich keine Rolle, da es einzig und allein auf den Wirkstoff ankommt, das freie Magnesium-Ion. So kann man aus der Vielzahl der erhältlichen Magnesiumpräparate entsprechend den individuellen Vorlieben zwischen verschiedenen Darreichungsformen wählen. 

Wie und wann erfolgt die Einnahme von Magnesium?

Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene Tageszufuhr des Mineralstoffs Magnesium beträgt bei Männern je nach Alter 350 bis 400 Milligramm, bei Frauen 300 und bei Schwangeren 310 Milligramm egal welcher Magnesiumverbindung. Bevor man sich für die Substitution entscheidet, sollte ein Arzt andere mögliche Ursachen für die Beschwerden ausschließen. Liegt ein Magnesiummangel vor, gilt es zuallererst auf eine magnesiumreiche Ernährung mit Vollwertkost zu setzen. Wird ein Magnesiumpräparat eingesetzt, liegt die Dosierung für Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene bei 300 bis 400 Milligramm am Tag. Je nach Bedarf und Anwendungsgebiet kann aber auch eine höhere Dosis nötig sein. Magnesium muss dabei über mehrere Wochen täglich eingenommen werden, um den Magnesiumhaushalt wieder auszugleichen. Die Einnahme kann unabhängig von der Tageszeit und von den Mahlzeiten erfolgen. Dient die Einnahme jedoch der Behandlung nächtlicher Wadenkrämpfe, wird die Einnahme am Abend empfohlen.

Kann zu viel Magnesium dem Körper schaden?

Da der Körper überschüssiges Magnesium ausscheidet, ist eine Überdosierung bei gesunden Menschen im Grunde ausgeschlossen. Dennoch kann es zu Nebenwirkungen wie weichem Stuhl oder Durchfall kommen. Diese sind jedoch unbedenklich und lassen sich durch Reduzierung der Dosis wieder beheben. Menschen mit  einer Nierenfunktionsstörung sollten vor der Einnahme von Magnesiumpräparaten unbedingt ihren Arzt konsultieren. Auch weil es bei bestimmten Medikamenten zu Wechselwirkungen kommen kann. Wird Magnesium injiziert, könnte eine gefährliche Überdosierung auftreten. Deshalb sollte diese Form der Magnesiumanwendung nur durch einen Arzt erfolgen.

Magnesium und Calcium gleichzeitig einnehmen?

Der Mineralstoff Calcium ist in Nahrungsmitteln wie Milch, Hartkäse oder Brokkoli enthalten, wird aber oft zusätzlich als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt, um die Knochen vor Osteoporose zu schützen oder einen Calciummangel (Hypokalzämie) zu bekämpfen. Calcium ist unter anderem wichtig für die Stabilität von Knochen und Zähne und spielt eine ähnlich wichtige Rolle für den menschlichen Körper wie Magnesium. Gemeinhin sind Magnesium und Calcium als Gegenspieler (Antagonisten) bekannt, was auch in Fachkreisen zur Annahme führte, dass ihre Aufnahme bei gleichzeitiger Substitution beeinträchtigt sein könnte. Tatsächlich sind beide Mineralstoffe an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt, entweder miteinander oder als Gegenspieler. Grundsätzlich ist die gleichzeitige Einnahme von Magnesium und Calcium aber möglich. Besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt.

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Liebe Leser,
die Inhalte unseres Magnesium-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem Arzt oder Apotheker.
Ihre Morgana Hack, Ärztin und Autorin