Anwendungsgebiete für Magnesium

Diese Arzneimittel beeinflussen den Magnesiumhaushalt

Zuletzt aktualisiert am: 18.08.2016 17:01:23
Diese Arzneimittel beeinflussen den Magnesiumhaushalt

Magnesium und Dauermedikation

Eine Ursache für Magnesiummangel kann die Einnahme von Medikamenten sein. Menschen mit Herzkrankheiten, anderen chronischen Krankheiten und generell Senioren sind häufiger davon betroffen, denn sie benötigen oft eine Dauermedikation. Arzneimittel können den Magnesiumhaushalt durch zwei Mechanismen stören:

  • Die Aufnahme von Magnesium aus dem Darm kann behindert werden (Resorptionsstörung)
  • Die Ausscheidung von Magnesium über die Niere kann erhöht sein.
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Protonenpumpenhemmer

Protonenpumpenhemmer (PPI, Protonenpumpeninhibitoren) hemmen die Bildung von Magensäure und beeinträchtigen dabei die Resorption von Magnesium, Zink und Vitamin B12 – und können einen Magnesiummangel begünstigen. Hier ist Vorsicht geboten, denn PPI zählen zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln und werden meist als Dauermedikation eingesetzt.

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Wassertabletten

Patienten, die Entwässerungsmittel einnehmen müssen, scheiden neben Kalium auch vermehrt Magnesium über die Nieren aus. Dies betrifft u.a. Schleifendiuretika und Thiazide.

Abführmittel

Häufiger Gebrauch von Abführmitteln (Laxanzien) führt zu Verlusten von Magnesium über den Darm. Gerade Menschen, die an chronischer Verstopfung leiden, neigen zuweilen zum Missbrauch dieser Mittel (Laxantienabusus). Die entsprechend erhöhten Magnesiumverluste machen sie anfällig für einen Magnesiummangel, der die gestörte Regulation der glatten Darmmuskulatur verstärkt und die chronische Verstopfung wiederum fördert.

Insulin

Insulin erhöht die Ausscheidung von Magnesium über die Nieren. Diabetiker leiden oft an Magnesiummangel, der wiederum zu schlechter Blutzuckerverwertung führt. 

Kortison

Bei Entzündungen und Autoimmunkrankheiten werden Kortisonpräparate verordnet. Kortison (Glucocorticoide) fördert die Ausscheidung von Magnesium mit dem Harn. Eine Nebenwirkung der Dauertherapie mit Kortison ist die Osteoporose. Durch einen zusätzlichen Magnesiummangel besteht ein verstärktes Osteoporoserisiko, da der Mineralstoff ebenso wie Kalzium für einen gesunden Knochenaufbau benötigt wird. Bei einer Kortisontherapie ist also eine Substitution von Magnesium besonders wichtig.

Mittel gegen Bakterien

Antibiotika sind Mittel gegen Bakterien. Durch Komplexbildung mit Magnesium kann dies zu Störungen der Aufnahme des Mineralstoffs aus dem Darm führen. Hierzu gehören z.B. die Antibiotikategorien der Tetrazykline oder der Fluorchinolone.

Östrogene senken den Magnesiumspiegel

Auch Frauen, die die Anti-Baby-Pille einnehmen, können von Magnesiummangel betroffen sein. Denn Östrogene, die weiblichen Geschlechtshormone, senken den Magnesiumspiegel im Blut. Dies kann auch Frauen betreffen, die mit einer Hormonersatztherapie behandelt werden, wie sie in den Wechseljahren oder nach Gebärmutterentfernung durchgeführt wird.

Wechselwirkungen mit anderen Nährstoffen

Nicht nur Medikamente, auch bestimmte Nährstoffe können auf den Magnesiumhaushalt Einfluss nehmen. Die Einnahme von Eisentabletten kann die Aufnahme von Magnesium aus dem Darm behindern. Bei einer Substitution mit diesen beiden Nährstoffen, sollte diese mit einem zeitlichen Abstand von drei bis vier Stunden erfolgen. Kalium, Vitamin B6 und Vitamin D dürfen gleichzeitig mit Magnesium angewandt werden, denn sie können die Aufnahme von Magnesium fördern.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Gleichzeitige Medikamenten- und Magnesiumgaben können zu unerwünschten Wechselwirkungen führen.
Bei der Einnahme von bestimmten Antibiotika (Tetrazykline, Fluorchinolone) kann aufgrund einer Komplexbildung die Resorption sowohl von Magnesium als auch von dem Antibiotikum verringert werden.

Wann zum Arzt?

Wer eine Magnesiumeinnahme in Erwägung zieht und gleichzeitig Medikamente einnehmen muss, sollte vorher immer Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder Apotheker halten. Diese können den Patienten über die nötigen Zeitabstände zwischen der Einnahme von Magnesium und den Medikamenten informieren. Ebenso kann der Arzt gegebenenfalls den Magnesiumgehalt im Blut bestimmen und die Magnesiumdosis anpassen.

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Liebe Leser,
die Inhalte unseres Magnesium-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem Arzt oder Apotheker.
Ihre Morgana Hack, Ärztin und Autorin