Anwendungsgebiete für Magnesium

Mit Magnesium Folgeschäden von Diabetes mellitus vorbeugen

Zuletzt aktualisiert am: 26.07.2016 13:19:39
Mit Magnesium Folgeschäden von Diabetes mellitus vorbeugen

Magnesium und Diabetes

Weltweit leiden rund 370 Millionen Menschen unter der Zuckerkrankheit (Diabetes). Bei sogenannter „Altersdiabetes“ (Diabetes Typ 2) kommt es aufgrund eines Überangebots an Glucose (Blutzucker) an die Zellen zu einer Insulinresistenz. Dem liegt eine Abwehrreaktion zugrunde – die Zellen wehren sich gegen die Übersättigung und werden widerstandsfähig (resistent) gegen Insulin. Dieses Hormon befördert den Zucker normalerweise in die Zellen hinein. Bei dem selteneren „jugendlichen Diabetes“ (Diabetes Typ 1) liegt eine fehlende Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse vor. Beides führt langfristig zur selben Problematik: Der Körper kann den lebensnotwendigen Zucker nicht mehr in die Zellen aufnehmen und scheidet diesen vermehrt mit dem Urin aus. Daher kommt auch der Name der Krankheit: „Diabetes mellitus“ (honigsüßer Durchfluss).

Auf einen Blick:

  • Bei Diabetikern geht vermehrt Magnesium mit dem Urin verloren
  • Ein Magnesiummangel fördert das Diabetesrisiko und erhöht die Wahrscheinlichkeit von Folgeschäden
  • Wer an Diabetes leidet, sollte auf eine magnesiumreiche Ernährung achten
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Zivilisationskrankheit Diabetes

Der erhöhte Blutzucker verursacht über Jahre hinweg Folgeschäden an Gefäßen und Nerven. Vorbeugen kann der Diabetiker dieser Entwicklung mit einer ausgewogenen Ernährung und blutzuckersenkenden Medikamenten oder Insulin. Altersdiabetes tritt bereits bei immer jüngeren Menschen auf. Risikofaktoren sind eine falsche Ernährung, Bewegungsmangel und das metabolische Syndrom.

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Magnesiumverlust über die Niere

In den letzten 10 bis 15 Jahren fiel den Forschern ein weiterer wesentlicher Faktor auf, der die Entstehung und den Verlauf von Diabetes beeinflussen kann: Bei Diabetikern geht neben der erhöhten Zucker- und Wasserausscheidung vermehrt Magnesium mit dem Urin verloren. 

Magnesiummangel fördert Diabetes Typ 2

Wissenschaftler fanden über Langzeitstudien heraus, (Lopez-Ridaura 2004, Guerrero-Romera 2008, Dae Jung Kim 2010) dass Menschen mit ausreichender Magnesiumversorgung wesentlich seltener an Diabetes erkrankten als Menschen mit Magnesiummangel. Die Resultate sind mittlerweile gut belegt: Magnesiummangel fördert nicht nur die Entstehung, sondern auch die Folgeschäden der Zuckerkrankheit.

Wie Magnesium das Insulin beeinflusst

Der Mineralstoff spielt eine wichtige Rolle bei der Blutzuckerregulierung. Der auf den Zellen sitzende Insulin-Rezeptor gibt im Zellinnenraum durch eine Enzym-Reaktion das Signal des Zuckerhormons Insulin an den Glucosetransporter weiter, sodass durch diesen der Zucker aus dem Blut in die Zelle aufgenommen werden kann. Magnesium hilft dem Körper somit, den Blutzucker zu verwerten. Bei Magnesiummangel kommt es häufiger zur gefürchteten Insulinresistenz, der Ursache für Altersdiabetes. Deshalb ist es wichtig, als Diabetiker für eine ausreichende Magnesiumzufuhr zu sorgen.

Was Magnesium bewirken kann

Mehr Magnesium bewirkt eine bessere Blutzuckerverwertung. Ohne diese Kontrolle des Blutzuckers führt Diabetes zu Folgeschäden wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen, Nervenschäden, Schäden an der Netzhaut des Auges mit Sehstörungen und Nierenfunktionsstörung bis zum Nierenversagen. Eine gute Magnesiumversorgung kann bei Zuckerkranken das Risiko für diabetische Folgeschäden senken.

Magnesiumsubstitution bei Diabetikern

Neben den Richtlinien für die Ernährung bei Diabetes sollten Zuckerkranke auch auf eine magnesiumreiche Ernährung achten. Gemäß der Leitlinie der Gesellschaft für Magnesium-Forschung e.V. sollten Diabetiker sehr früh mit einer langfristigen Magnesiumsubstitution beginnen. Schon bei Blutwerten von 0,8 mmol Magnesium pro Liter Blutserum macht eine Einnahme von Magnesium Sinn, vor allem wenn andere Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Schwangerschaft oder die Einnahme von Entwässerungsmedikamenten vorliegen. 300 bis 500 Milligramm Magnesium pro Tag entsprechen den offiziellen Empfehlungen.

Quellen:

  • Chaudhary DP et al. Implications of magnesium deficiency in type 2 diabetes: a review. Biol Trace Elem Res 2010; 134:119-129
  • Dae Jung Kim, MD et al. Magnesium Intake in Relation to Systemic Inflammation, Insulin Resistance, and the Incidence of Diabetes. Diabetes Care. 2010 December; 33(12): 2604–2610
  • Guerrero-Romero F, et al. Hypomagnesaemia and risk for metabolic glucose disorders: a 10-year follow-up study. Eur J Clin Invest. 2008 Jun;38(6):389-96
  • Lopez-Ridaura R et al. Magnesium intake and risk of type 2 diabetes in men and women. Diabetes Care. 2004 Jan;27(1):134-40.
  • Praveena S et al. Trace Elements in Diabetes Mellitus. J Clin Diagn Res. 2013 September; 7(9): 1863–1865.
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Ihre Morgana Hack, Ärztin und Autorin