Anwendungen für Magnesium – wann eine Mineralstoffgabe sinnvoll ist

Zuletzt aktualisiert am: 18.08.2016 16:47:09
Anwendungen für Magnesium – wann eine Mineralstoffgabe sinnvoll ist

Risikofaktoren für einen Magnesiummangel

Laut der zweiten Nationalen Verzehrsstudie zum Thema Magnesium aus dem Jahr 2008 nehmen 28,6 Prozent der Frauen und 26,1 Prozent der Männer über ihre Ernährung weniger Magnesium zu sich als offiziell empfohlen wird. Bei jungen Frauen und Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren sind es sogar 56,4 Prozent.

Die Gesellschaft für Biofaktoren e.V. empfiehlt deshalb, der Magnesiumversorgung mehr Aufmerksamkeit zu schenken und den Mineralstoff, wenn er nicht ausreichend mit der Nahrung aufgenommen wird, in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zuzuführen.

Auf einen Blick:

  • Magnesiumpräparate können die Behandlung verschiedenster Erkrankungen unterstützen. Vor allem Diabetiker, Herz-Kreislaufkranke, Migränepatienten oder Übergewichtige können von einer Mineralstoffgabe profitieren
  • Auch gesunde Menschen können von Magnesium profitieren. Dazu zählen Sportler, Schwangere und Stillende sowie Jugendliche und Senioren
  • Seit 2015 ist Magnesium offizielles Mittel der Wahl bei Wadenkrämpfen 

Die Anwendungsgebiete von Magnesiumpräparaten sind vielfältig, Allheilmittel sind diese jedoch nicht. Dennoch ist eines klar: Ein Magnesiumdefizit ist ein Risikofaktor für unsere Gesundheit. Eine Magnesiumsubstitution allein kann aber gewiss nicht alle auf diesen Seiten aufgeführten Beschwerden heilen. Unterschätzen sollte man die Bedeutung von Magnesium aber auf keinen Fall: Es ist im menschlichen Stoffwechsel an über 300 Reaktionen von Enzymen und vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Tatsächlich ist Magnesium einer der wichtigsten Mineralstoffe des Körpers, denn er vermag andere Mineralstoffe zu regulieren. Deswegen kann Magnesium zur Unterstützung einer ärztlichen Behandlung so vielseitig angewandt werden.

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Magnesiumanwendung bei Stoffwechselstörungen und Herz-Kreislaufkrankheiten

Insbesondere DiabetikerHerz-Kreislaufkranke, Betroffene von Bluthochdruck, Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen sollten rechtzeitig in Absprache mit dem behandelnden Arzt eine Magnesiumsubstitution in Betracht ziehen, denn bei diesen Menschen erhöht sich durch einen Magnesiummangel das Risiko für Folgekrankheiten wie Diabetes oder Thrombosen (Blutgerinnsel).

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Magnesiumanwendung und Medikamente

Die genannten Risikogruppen sollten die Einnahme von Magnesium mit ihrem Arzt abklären, da es zu Wechselwirkungen mit Arzneimitteln wie Wassertabletten, Antibiotika oder Herzmedikamenten kommen kann. Andererseits kann eine zusätzliche Magnesiumzufuhr den Bedarf an Blutdruckmitteln senken und die Blutzuckereinstellung verbessern. Ein Magnesiumdefizit herbeiführen könnte die Therapie mit Protonenpumpeninhibitoren, bestimmten Antibiotika, bestimmten Chemotherapeutika, die Einnahme von Abführmitteln oder der Anti-Baby-Pille.

Magnesiumanwendung bei Sportlern und Stressgeplagten

Auch gesunde Menschen profitieren von der Einnahme von Magnesium. Stress und sportliche Betätigung steigern die Magnesiumverluste über die Niere und den Schweiß. Deshalb nehmen Sportler vor und nach Wettkämpfen gern eine „Extraportion“ Magnesium zu sich. Wer unter Dauerstress leidet oder sich ausgebrannt fühlt, kann ebenso von Magnesiumpräparaten profitieren: Der Mineralstoff hat eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem. Bei hohem Alkoholkonsum sollten die erhöhten Magnesiumverluste über die Niere rechtzeitig ausgeglichen werden.

Magnesium für Nervensystem und Muskulatur

Der Mineralstoff Magnesium löst Wadenkrämpfe, Zehenkrämpfe, Lidzucken und verspannte Muskelpartien im Schulter-Nackenbereich sowie im Rücken. Auch Schmerzpatienten, insbesondere Migränepatienten, können von Magnesium profitieren. Zur Vorbeugung von Migräne wird eine Substitution mit bis zu 600 Milligramm Magnesium empfohlen. Da Magnesium entkrampfend wirkt, kann der Mineralstoff u.a. Krämpfe während der Menstruation Asthmabeschwerden und Bauchkrämpfe lindern. Auch bei PMS (Prämenstruelles Syndrom) erleben Frauen häufig eine positive Wirkung von Magnesium auf die psychischen Symptome.

Magnesium ist offizielles Mittel der Wahl bei Wadenkrämpfen

Bislang waren in Deutschland Chinin-Präparate zur Behandlung von Wadenkrämpfen rezeptfrei erhältlich. Seit dem 1. April 2015 ist dies nicht mehr der Fall. Aufgrund der erheblichen Nebenwirkungen, die der aus der Chinarinde gewonnene Wirkstoff verursachen kann (u.a. schwere Veränderungen im Blutbild, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen, Tinnitus, Hör- und Sehstörungen), erklärt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bei nächtlichen Wadenkrämpfen Chinin nur noch zum Mittel zweiter Wahl.

Das Institut weist auf die Leitlinie Crampi/Muskelkrampf der Deutsche Gesellschaft für Neurologie hin, welche Magnesium als Therapieempfehlung vor dem Einsatz von Chinin empfehlen. Chinin-Präparate sind ab sofort verschreibungspflichtig und kommen nach Empfehlung des BfArM nur noch in schweren Fällen zum Einsatz, wenn keine behandelbare Ursache der Wadenkrämpfe zu finden ist oder jene besonders häufig und schmerzhaft auftreten (Quelle).

Magnesiumverluste bei Nieren- und Darmkrankheiten

Chronische Nierenkrankheiten können zu erhöhten Magnesiumverlusten führen. Bei entzündlichen Darmkrankheiten, Darmfisteln oder aufgrund operativ entfernter Darmanteile wird das Magnesium aus der Nahrung schlechter aufgenommen.

Magnesium in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen haben einen erhöhten Magnesiumbedarf. Sie sollten täglich mindestens 310 Milligramm Magnesium zuführen. In Studien* konnten positive Wirkungen von Magnesium auf den Schwangerschafts- und Geburtsverlauf festgestellt werden. Bluthochdruck und Schwangerschaftsdiabetes treten unter Magnesiumsubstitution seltener auf. Schon lange wird in der Geburtsmedizin Magnesiumsulfat über die Vene verabreicht, um vorzeitige Wehen und Fehlgeburten zu verhindern.

Magnesium für Alt und Jung

Jugendliche und Senioren sind Risikogruppen für einen Magnesiummangel. Magnesium hat eine mindestens ebenso große Bedeutung für den gesunden Knochenaufbau  wie Kalzium. Eine zusätzliche Magnesiumzufuhr kann das Risiko für Osteoporose senken.

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die Inhalte unseres Magnesium-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem Arzt oder Apotheker.
Ihre Morgana Hack, Ärztin und Autorin